Lesetipp: die Lithium-Schwefel-Batterie als Heilsbringer der E-Mobilität

Tazzari ZeroDie Batterie, respektive korrekterweise der Akku ist das Herzstück eines jeden Elektroautos sowie der stromfressenden Mobiltelefone mit Display, also Smartphones. Wo allerdings viel und schnell Energie gebraucht wird, geht die Leistungsfähigkeit von den Stromspeichern in die Knie. Ständig Steckdosen-Suchende sind iPhone-Inhaber sowie E-Auto-Besitzer.

Erinnern wir uns an „früher“ … Haushaltsbatterien wurden über eine lange Zeitspanne hinweg allein aus Nickel-Kadmium hergestellt. Mit allen Nachteilen wie dem Memory Effekt. Erst vor circa 25 Jahren entdeckte man das chemische Lithium-Ion (und das Nickel-Metallhydrid). Heutzutage sind die Lithium-Ionen-Batterien/-Akkus die effektivsten und daher meist produziertesten. Das Lithium ist als Metall extrem leicht und punktet vor allem mit hoher Energiedichte.

Doch irgendwie reicht uns das immer noch nicht aus. Bei den E-Autos führen lange Ladezyklen (tw. bis zu 8 Stunden oder länger) und kurze Abgabeleistung (ab 100 km, selten mehr) zur Unzufriedenheit. Was teilweise auch kaufentscheidend ist. Man investiert dann eben nicht in ein E-Auto.Ford Focus electric Cockpit

So wird dann schon seit längerer Zeit geforscht: Billigere Akkus mit höherer Reichweite, das ist das Ziel. Lithium-Schwefel-Akkus erfüllen die Kriterien „günstig und viel“, haben aber nur eine geringe Lebensdauer. Am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben Wissenschaftler jetzt ein neues Akkudesign entwickelt, dass die Aufladezyklen um das 7-fache bei Lithium-Schwefel-Akkus erhöht.

Die  Leistungsfähigkeit eines Akkus wird in Watt-Stunden pro Kilogramm (Wh/kg) gemessen. Lithium-Schwefel-Batterien sollen auf lange Sicht eine Energiedichte von bis zu 600 Wh/kg haben, wobei 500 Wh/kg als schon realistischer Wert gelten könnte. Zum Vergleich: unsere heutigen Li-Ion-Akkus bieten maximal 250 Wh/kg. Das hieße also, man könnte bei identischem Batteriegewicht doppelt so weit fahren.

Damit haben wir 2 Optionen: wir haben dasselbe Gewicht und mehr Leistung oder die Leistung bleibt gleich und das Gewicht sinkt. Das wäre dann sowohl für das E-Auto als auch für die Smartphone-Hersteller interessant.

Zurück zur Überschrift: Ob das der Heilsbringer ist? Ich schaue ja immer etwas skeptisch, wenn ich so etwas lese. Was ist mit den Schnell-Ladestationen, die nicht kompatibel mit allen E-Autos sind? Was ist aus der Meldung „10-Minuten-Ladezeit vom Nissan Leaf“ geworden? Was ist mit Wireless Charging? Die Technik wird ihren Absatz nur finden, wenn sie bezahlbar ist und in Massen gebraucht und verbaut wird. Und das allerwichtigste: Standards, Standards, Standards.

Das ist meine Kurzzusammenfassung mit Kommentar zum Lesetipp für heute: Interessierte, die noch mehr Details über die Technik wissen möchten, lesen „Längeres Leben für Lithium-Schwefel-Batterien„.

4 Gedanken zu “Lesetipp: die Lithium-Schwefel-Batterie als Heilsbringer der E-Mobilität

  1. Bei Interesse, hier nochmal ein kleiner Hintergrundbericht zum aktuellen Forschungsstand des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS: http://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/aufladezyklen-von-lithium-schwefel-batterien-um-das-siebenfache-erhoeht-4131.html Hierbei handelt es sich aber immernoch um Versuchsreihen mit Lithium-Schwefel-Knopfzellen.

  2. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 03.04.2013 › "Auto .. geil"
  3. Hallo Nicole, ich dachte, es wäre hilfreich, da bei uns noch ein paar technische Informationen zur Lithium-Schwefel-Batterie stehen und wir auch schon weitergehend eigentlich über alle weiteren Techniken wie Lithium-Luft-Batterien, Zink-Luft-Batterien oder natürlich Redox-Flow-Batterien berichtet haben. Ich hoffe, Du hast meinen Linkverweis nicht negativ aufgefasst. LG aus Hamburg und ein schönes Wochenende, Sandra

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