Mein 3. Tag F-CELL World Drive – bis New Orleans

Meinen 3. Tag des F-CELL World Drive in Amerika wollte ich eigentlich auf dem Rückflug nach Deutschland verbloggen, aber ich habe dann doch vorgezogen im Flieger zu schlafen. Drei Tage lang nomadenartig zu leben ist ja dann doch immer noch ungewohnt, obwohl ich es auf der E-Auto Rallye e-miglia in 2010 schon erproben konnte, wie sich das im persönlichen Bereich (Kofferlogistik, Selbstorganisation, jede Nacht ein neues Bett etc.) anfühlt.

Die Verabschiedung einer Hotelangestellten, kurz vor der Abfahrt, wird mir lange in Erinnerung bleiben. Ich erzählte ihr ein bisschen vom World Drive und den Hintergründen, dass ich mit am Steuer sitze, den dritten Tag absolviere, sie hörte erstaunt und interessiert zu. Dann kam das, was einem so oft in Amerika passiert: in der Familie des Amerikaners, mit dem man sich unterhält, ist mindestens ein Deutscher irgendwo im näheren Stammbaum. Das verbindet automatisch, habe ich das Gefühl. Diese sympathische Frau wünscht mir zum Abschied in fast schon rührenden Worten mehr als „all the best“ und umarmt mich spontan sehr herzlich, sie freute sich einfach so doll mit mir, weil sie merkt, dass ich Spaß am World Drive habe. Hey, das war mehr als das typische freundliche Ami-Blabla. Denn üblicherweise dient die Freundlichkeit doch meistens dem Business, ist sehr oberflächlich, kommt zwar dennoch sehr gut an, weil es der Dienstleistungsmentalität entspricht. Als Kunde bist Du im Amiland König. Ich war (gefühlt) Kaiserin! Beschwingt startete ich in unseren Fahrtag von Defuniak Springs bis zur Mittagspause in Grand Bay.

Der 3. Fahrtag beginnt

mit einem kurzen Shuttle (vom Hotel aus) zu den B-Klasse F-CELL Fahrzeugen. Wir starteten und hatten die schönste Strecke der dreitägigen Tour vor uns. Mehr als 120 km am Meer entlang bzw. in extrem naher Sichtweite. Lange Strecken auf „National Roads“ und nicht immer nur Highway.  Wir hatten also die Möglichkeit bekommen, mehr Wasserstoff einzusparen, da wir nicht die ganze Zeit monoton aufs Gaspedal drücken mussten. Stolze 0,98 kg auf 100km erreichten wir sparsockig gegen 11:10 Uhr, das musste gleich von mir fotografisch dokumentiert werden.

Fotografisch geprägt war unsere Tour auch an diesem Tag. Dieter hing wieder an unserem Heckschürzenzipfel und gierte erneut nach Fotomotiven mit giftgelber Hauptdarstellerin. Es heißt ja schließlich „die“ B-Klasse, oder? ;-)

Irgendwo auf einer National Road erblickten wir einen Holzschnitzer mit seinen auffälligen Arbeiten. Anhalten, hieß das Kommando! Und hier seht Ihr, was wir für Eindrücke bekamen, wenn der Fotograf arbeitete und wir kurz Pause hatten, wenn wir nicht im Bild waren. Also auf dem Foto, meine ich.

Der Holzschnitzer hatte – wer hätte es gedacht – deutsche Wurzeln, also die vom Stammbaum! Woher sein Material zum Schnitzen war, habe ich nicht gefragt.

Diese Szene links ist natürlich total gestellt, aber mir gefällt sie dennoch sehr. Guckt Euch den urigen Typen, also den in der Mitte (rechts mein Mitfahrer Klaus) an. Leider kann man die langen hippiartigen Haare nicht so gut erkennen, die hatte er zum Zopf gebunden.

Weiter ging es danach zum ersten Tankstopp mittags. Details dazu in einem anderen Artikel von mir, ich muss die Videos noch bearbeiten. Dort habe ich Interviews gemacht, bin nicht zum Mittagessen gekommen, war dennoch hochzufrieden, weil ich dann ans Steuer kam und die letzte Etappe (140km) komplett gefahren bin.

Endstation New Orleans

Das ist ein verrücktes Pflaster, an diesem Tag besonders. Das Motto hieß „Mardi Gras“ (am 27.02.2011). Viele Leute verkleiden sich, es gibt eine Parade (die wir aber verpasst haben), sie feiern auf der Straße und statt Kamelle werden Kunststoff-Perlen-Ketten in leuchtenden und glitzernden Farben von den Balkonen geschmissen. Man kommt in einen Rausch, hat man die erste Kette erbeutet. Man will eine zweite und dritte etc. Zum Schluss hatten wir (Teile vom Technikteam, Orga, Journalisten und Blogger) alle irgendwelche Ketten um und jeder andere Rapper hätte armselig mit seinen dicken Ketten gegen uns ausgesehen. Ich muss mal schauen, ob ich irgendwo noch ein Foto vom Abend erbeuten kann, ams-Schreiber Markus Stier hatte die Ketten sogar noch am Folgetag um, so begeistert war er ;-)
Wir beschlossen also feiernd unseren letzten Fahrtag und übergaben das Steuer an die nachfolgende „Crew“ mit dem @probefahrer, @icedsoul sowie dem dritten Fahrer @gonzague. Würde mich mal interessieren, ob die drei das E-Auto an ihrem ersten Fahrtag mit den Perlenketten noch geschmückt haben?! #smile

Disclosure: Dieser Artikel spiegelt meine eigene Meinung wieder, Daimler erstattet mir die Reisekosten bei der Teilnahme am World Drive (3 Tage)

Ein Gedanke zu “Mein 3. Tag F-CELL World Drive – bis New Orleans

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