Warum fährt man bei der e-miglia 2010 mit?

Eine Frage und viele Antworten. Ich versuche die Gründe für die Teilnahme an einer „Electric Rally“ mal zu beleuchten. Der erste Grund ist einfach zu benennen und nicht besonders erklärungsbedürftig: aus Spaß am Automobil! Aber nicht nur das Auto an sich ist hier faszinierend, sondern die Tatsache, dass es sich bei den teilnehmenden Fahrzeugen der e-miglia 2010 NUR um Elektro-Autos handelt. Alles wo ein „E-“ vorne dran ist, fährt man eben nicht mehr mit einem Motor, der Benzin oder Diesel schluckt — womit die meisten von uns (steile Annahme von mir) sich immer noch hauptsächlich fortbewegen.

E-Auto statt Spritschlucker?

Warum haben wir noch nicht alle auf E-Autos umgestellt? Diese Frage müssen sich auch Fahrzeughersteller und Energieproduzenten sowie die Umweltpolitik gefallen lassen. Ich nehme die Verbraucher, also uns dabei nicht aus, mir geht es genau so: ich fahre beruflich wie privat immer noch meinen süßen Spritschlucker. Doch was sollte ich auch anderes machen, denn ich habe kein Einfamilienhaus mit Garage oder Carport, wo ich meinen Stromanschluss „zur Hand“ hätte. Ein Ladekabel aus dem vierten Stock zu meinem MINI herunter hängen zu lassen ist nicht nur unelegant, sondern wäre auch grob fahrlässig, was die Verkehrssicherungspflicht anginge, von weiteren Gefahren ganz abgesehen. Ich habe keine Wahl zum e-chten Umstieg.

Was kann man denn tun?

Eine Sache ist sicherlich, dass man den Spaß einer E-Rallye mit etwas Nützlichem verbindet. Ich sehe die e-miglia 2010 als eine von vielen Möglichkeiten auf eine andere Art und Weise darauf hinzuweisen, wie es um das E-Auto wirklich steht. Nach und nach werde ich mich noch ausführlicher mit Details zum E-Auto beschäftigen, Dinge beleuchten, untersuchen, kritisieren und auch loben. Zu komplex ist das Thema, um es nur mit einen Artikel oder gar einem Absatz abzuhandeln. Jetzt ist erstmal die E-Rallye als Thema dran, später mehr!

Was sind die Fakten zu E-Autos?

  • Die Reichweite von E-Autos (Brennstoffzellen mal außen vor, ein eigenes Thema) ist immer noch sehr gering, so sind sie eher im Bereich Stadtauto zu sehen. Als Langstreckenfahrzeug kommt momentan als Alternative am ehesten ein Hybrid (Benzinmotor+Elektroantrieb, zumeist parallel geschaltet, auf dem Markt) übergangsweise in Betracht, denn das Wasserstoff-Tankstellennetz ist noch nicht ausreichend ausgebaut. Mit Erdgas-Fahrzeugen habe ich mich noch nicht ausreichend beschäftigt, um drüber urteilen zu können, doch wirklich „populär“ und attraktiv bei den Fahrzeugkäufern sind sie (meiner Wahrnehmung nach) bisher auch nicht geworden.
  • Die Batterien müssen noch optimiert und auch weiterentwickelt werden, ohne Frage. Reichweite, also Kapazität ist  die eine Sache. Aber es kann ja auch nicht die Dauerlösung sein, dass man 450kg Notebook-Batterien für einen Tesla braucht. Da ist noch was drin, besonders wenn ich an die Energiebilanz (Herstellung!) denke und mir dabei schwummerig wird. Soviel Akkus hat man sonst erst gesehen, nachdem man 30 BarCamps mit etwas mehr als 200 Notebook-Aufklappern besucht hat.
  • Die Stromerzeugung — Stichwort regenerative Energie. Kein Referat jetzt von mir dazu, ich werde mal bei anderen Blogs vorbei laufen und die besten Artikel dazu nach und nach verlinken und bestimmt auch selber etwas dazu schreiben. Bei jeder Rallye/Veranstaltung dieser Art ist das ein Thema im Fahrerlager und auch mit dem geneigten Publikum kommt man darüber immer wieder ins Gespräch, habe ich gemerkt.

Publikum, Rallye, e-miglia

Da sind wir wieder beim Thema! Ich wollte doch ein paar Eckdaten geben:

  • Premiere, die e-miglia 2010 findet in dieser Form das erste Mal statt
  • reinrassig, diesmal sind keine Oldtimer wie bei der Silvretta dabei, es gibt nur eine Strecke für alle
  • 03.-06. August 2010 von München über Füssen, Innsbruck, Bozen nach Rovereto
    (wie oft habe ich diesen Ort schon legasthenisiert, … diesmal habe ich 3x nachgeschaut, ob ich alles korrekt geschrieben habe!)
  • Strecke: 560 km gesamt, verteilt auf 4 Etappen zu maximal 170 km/Tag, wobei die Tagesetappe durch eine 4-stündige Aufladepause mittags geteilt wird.
  • Wertungsprüfungen/Gleichmäßigkeits-Rallye: ich vermute etwas „gemäßigter“ als bei der Silvretta oder der 2000km durch Deutschland (lesenswert da: meine Erklärung zur Wertungsprüfung!), aber eine Sonderprüfung pro Tag ist angekündigt; neben der Navigation mittels Roadbook und Zeitplänen, auch GPS ist im Einsatz.
  • Teilnehmende E-Mobile sind 2-, 3- und 4-rädrige Fahrzeuge, die ausschließlich mit Elektromotor angetrieben werden. Wobei sogar ein serieller Hybrid zugelassen wäre, aber keiner angemeldet wurde.

So eine Tour muss ja geplant werden, hier ein Video von der Scouting-Tour mit Eindrücken von der Landschaft und den anzusteuernden Zielen:

 

Details und weitere Info finden sich auf der offiziellen Website e-miglia 2010 — dort wird die Strecke auch mittels Karte visualisiert, die Teams+Fahrzeuge werden vorgestellt und man sieht die Organisationen und Sponsoren, die sich beteiligen. Ist ja auch mal ganz interessant, wer da überhaupt so mitmacht.

Wer da so mitmacht?

Ach ja, ich fahre auch mit, kurz entschlossen! Einmal akkreditiert als „Presse“ und dann auch als Co-Pilotin von Marc Kudling im Team wattgehtab auf einem Elektro-Smart, der von Bea-Tricks umgebaut wurde, lest mal den Blogartikel von Marc dazu!

Freut Euch also auf die nächste E-Rallye, von der ich berichte und das Thema E-Auto wieder ein bisschen mehr unter die Leute bringe (das ist mein persönlicher Grund, neben dem Spaß, warum ich mitfahre!)!
Blog, Facebook, twitter, wir „sehen“ uns,  das übliche Programm … ;-)

Mediennachweis: e-miglia (Video + Logo + Grafik)

13 Gedanken zu “Warum fährt man bei der e-miglia 2010 mit?

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  4. Oh, tönt ja spannend. Leider habe ich kein Elektroauto. Ich blogge ja auch ab und zu über alternative Fortbewegungsmittel und freu mich schon morgen einen Tesla Probefahren zu dürfen. Viel Spass an der Rallye!

    1. Danke, Christian – Spaß werden wir haben. Das würde mich wirklich mal interessieren, wer hier schon ein waschechtes E-Auto fährt.
      Bei der Tesla-Probefahrt empfehle ich ein „Sitzkissen“ mitzunehmen (smile), Sitzgefühl = hart und tief … zumindest die Brabus-Sitze, auf denen ich mal saß. Klorollenpüppi natürlich zu Hause lassen, die hat keinen Platz mehr. ;-) Bin gespannt auf Deinen Bericht + have fun!

  5. Wenn ich das gewusst hätte, dass man auch als akkreditierte Presse auch mitfahren kann ;-)
    Bis nächste Woche, freue mich schon unbandig. Wir nehmen übrigens mit dem TWIKE an der e-miglia 2010 teil.

    1. Michael, ich FAHRE ja nicht! Diesmal bin ich das „gute Brain mit Roadbook“ in der Hand. Wenn der smart kein 2-Sitzer wäre, hätte ich als Presse bestimmt auch nur in der 2. Reihe sitzen dürfen. ;-)
      Freue mich, dass wir uns dort kennenlernen. Euer Gefährt mutet spannend an, Interviewanfrage an Dich hiermit gestellt. #smile

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  9. @Nicole: Für ein Interview finden Wir bestimmt am Abend mal Zeit. Wir warten auch im Ziel, bis Du mit dem E-Smart angekommen bist ;-)

    1. Klar, wer einmal Rallye-Luft geschnuppert hat, kommt nicht wieder davon los. ;-)
      Natürlich „arbeite“ ich fleißig auf den nächsten Pilotenplatz auf der Silvretta zu – gern wieder im FCX! Erfahrung schadet ja nie. Liebe Grü0e aus momentan noch München!

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