Jetzt fahren wir über’n See, über’n See mit dem Opel Ampera

Opel Ampera Ice Road Drive

Estland, Land mit Eis und Schnee. Teilweise sind die Seen zugefroren, so dass neue „Straßen“ entstehen. „Ampera Ice Road Drive“ war also Programm, als sich eine exklusive Gruppe mit 3 Amperas (rot, blau, silber) mit Begleitfahrzeug (links) auf den Weg machte. Schon am Flughafen in Tallin stiegen wir in den Range-Extender. Immer zu zweit.

Opel Ampera Ice Road Drive - Vicente von Auto-Bild Spanien

Meine Begleitung war die spanische Auto-Bild. Was für ein Spaß! Mich mit Vicente abzuwechseln, über den Opel Ampera zu fachsimpeln und sich gegenseitig mit Fotoaufnahmen zu unterstützen – großartig! Das spanisch-deutsche Team hielt zusammen und hatte viel zu lachen.  Auch auf den Asphalt-Straßen. Denn erstmal muss man ja zum zugefrorenen See hinfahren!

Opel Ampera Ice Road Drive

Ein Blick auf das Navi zeigte uns: wir sind schon da, auf dickem Eis natürlich, denn die Strecken werden erst freigegeben, wenn eine Mindestdicke von 25 cm erreicht ist.Navi Opel Ampera Ice Road Drive

Die Umgebung? Atemberaubend. Gar nicht mal so kalt, aber dennoch eine Eiswüste. Wir fingen an, die vorgegebenen Trassen abzufahren. Opel Ampera Ice Road Drive vOpel Ampera Ice Road Drive Opel Ampera Ice Road Drive Opel Ampera Ice Road Drive 

Ganz wichtig war es erstens die richtige Geschwindigkeit einzuhalten. Bei einem anderen Tempo als vorgegeben, würde das Eis anfangen zu schwingen. Dann entstehen Risse und die Haltbarkeit wäre vermindert. Da die Wege viel Zeit sparen, werden sie also gepflegt. Wir hielten uns soweit es ging, exakt daran. Opel Ampera Ice Road Drive

Opel Ampera Ice Road Drive

Zweitens war ein Anschnallverbot ausgesprochen worden! Warum? Na, ganz einfach, weil hier Schwimmen verboten ist! Neee, im Ernst: sollte wirklich mal ein Fahrzeug von der Strecke abkommen und in ein Eisloch kommen, dann hätte man keine Chance, sich zu retten, wenn man noch angeschnallt wäre. Das Risiko wird stark minimiert, denn die befahrbare Strecke ist mit Jungbäumchen markiert, die einfach ins Eis gesteckt werden und so festfrieren und halten. Ohne die Bäumchen wäre es  manchmal ganz schön tricky gewesen, die „Spur“ zu halten.

Opel Ampera Ice Road Drive

Die Ladung haben wir dann auf dem Eis „verbraten“. Denn vorher hatten wir auf den Asphaltstraßen auf „Halten“ gestellt, um die elektrische Energie zu sparen. So wirbelte der Benzinmotor herum und die Batterie behielt den Strom. Die mögliche Reichweite beträgt zwischen 40 und 80 Kilometern rein elektrisch ohne Emissionen. Gespeichert in der 16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie.

Bei 27 g/km CO2-Ausstoß im gemischten Fahrbetrieb benötigt der Ampera laut Herstellerangabe 1,2 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Das haben wir in unserem Test nicht ganz geschafft, aber wir wollten ja auch flott voran kommen. Ganz so schnell waren wir nicht,  aber der Opel Ampera schafft es – sagt Opel – in unter zehn Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 161 km/h.

Opel Ampera

Höchstgeschwindigkeit bin ich nicht gefahren, aber mir ist aufgefallen, dass der Range-Extender, wenn er sich zuschaltet, einem ganz schön laut vorkommt. Das liegt natürlich daran, dass man vorher so schön leise elektrisch gefahren ist. Aber da ist ja eben der Vorteil: Wenn der Ladezustand der Batterie ein definiertes Minimum erreicht hat, startet der Benzinmotor automatisch und treibt als Reichweitenverlängerer den Generator zur Stromversorgung des Elektromotors an. Mit dieser Reichweitenverlängerung ist eine Gesamtdistanz von mehr als 500 Kilometern möglich.Opel Ampera

Daten:
Elektromotor mit 111 kW/150 PS liefert 370 Newtonmeter Drehmoment,
der 63 kW/86 PS starke 1,4-Liter-Benzinmotor treibt den Generator zur Stromversorgung des Elektromotors an.
Vier Fahrmodi – Normal, Sport, Gebirge und Halten (oben erklärt).
Einstiegspreis ab 45.900 Euro.

Garantie und Betriebskosten:
Opel gibt auf den Ampera in Deutschland eine zweijährige Fahrzeuggarantie. Zusätzlich gewährt Opel eine achtjährige Garantie bis 160.000 Kilometer Laufleistung auf das Batteriesystem. Die Aufwendungen für Service und Wartung entsprechen denen anderer Opel-Modelle: Jährlich oder alle 30.000 Kilometer ist eine kleine Inspektion fällig, alle zwei Jahre oder 60.000 Kilometer eine große. Dabei liegen die Kosten dafür beim Ampera rund 15 bis 20 Prozent unter denen der meisten Mittelklasseautos, was vor allem am praktisch wartungsfreien Elektroantriebssystem sowie dem wartungsarmen Range-Extender-Benzinmotor liegt.

Opel Ampera

Mein Resümee: meine anfängliche leichte Antipathie gegen den Opel Ampera hat sich hauptsächlich damit begründet, dass das Marketing den Range-Extender als E-Auto „verkauft“. Nachdem ich nun einmal im normalen Citybetrieb und hier auf Eis getestet habe, kann ich sagen, dass ein Range-Extender momentan die beste Lösung ist, wenn man 40-80 Kilometer am Tag elektrisch fahren möchte. Braucht man mal eine längere Entfernung, kann man durch schlaues Management der Fahrmodi die Batterie in den Halten-Modus bringen und die elektrische Energie dort einsetzen, wo sie passt: im Stadtverkehr oder eben auch auf Eis. 

Was mich bass erstaunt hat:  ich habe mal ein bisschen mehr Gas gegeben, um den Opel Ampera instabil zu bekommen. Ohne das Auto nun gewalttätig ausbrechen zu lassen. Einfach mal, was einem im Alltag passieren kann. Er ließ sich kaum aus der Spur bringen. Das gefiel mir sehr gut. Obwohl ich natürlich auch gern drifte, aber im normalen Straßenverkehr bevorzuge ich die sichere Variante des Spurhaltens.

Opel Ampera

Danke an Opel für dieses eiskalte Erlebnis  und die Einladung, den Opel auch mal unter harten Bedingungen zu testen. Übrigens: die Batterie wird natürlich auf Temperatur gehalten, wenn der Ampera an der Steckdose hängt. So hat man auch keine Startprobleme. Nun bin ich auch im Ziel angekommen: das war mein Erlebnisbericht mit dem Opel Ampera. Wenn Ihr noch Fragen habt, jederzeit gern.  :-)

3 Gedanken zu “Jetzt fahren wir über’n See, über’n See mit dem Opel Ampera

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 22.03.2013 › "Auto .. geil"
  2. Wow, ein toller Bericht! Ich habe in Lappland mal gesehen, wie auf den zugefrorenen Seen die Teststrecken für die grossen Autohersteller mit über 20 verschiedenen Eisuntergründen vorbereitet wurden. Das hat mich an Deine Tour erinnert.
    mfg Helmut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.