Porsche Boxster S – meine Diva-Testfahrt

So zärtlich habe ich den Porsche Boxster S nur im Stand behandelt. Nein, die Umkehr ist nicht etwa „treten“. Wobei – doch! Das Gaspedal natürlich nur, Performance ausreizen, Fahreigenschaften in den Grenzwerten testen. Ich glaube, ein Sportwagen, ein Roadster, ein Boxster mag das. Und ich auch.

Nachdem das Gepäck in den beiden Kofferräumen (vorn 150 l, hinten 130 l) verstaut ist, schließt man die Aluminiumhauben vorn und hinten wieder, steigt ein. Den Autoschlüssel muss man  – nach wie vor klassisch – links eingesteckt haben, damit das Sportgerät einsatzbereit ist.

Das Wetter in Südfrankreich war ein Traum, geeignet, um die Mütze herunterzulassen, auch vom Porsche Boxster. Endlich muss man nicht mehr im ersten Schritt entriegeln, sondern kann gleich das Knöpfchen in der Mittelkonsole einmal kurz drücken und der Blick auf den blauen Himmel wird freigegeben. Doch wo ist der Verdeckkasten hin? Wegreduziert! 12 Kilo gespart, einfach so. Wenn das immer so einfach wäre, …

Loch an Loch und hält doch: Das optional erhältliche Windschott ist nun nicht mehr störend spiegelnd und verkratzungsgefährdet, sondern mit einem Netz in der Mitte einsetzbar. Eine echte Weiterentwicklung, die gefällt und durchdacht ist.

Ich hätte sogar schon anrollen können und dann erst das Dach öffnen, wenn ich gar ungeduldig oder in Eile gewesen wäre. Bis offiziell 50km/h macht das Dach alles mit, Öffnen und Schließen während der Fahrt. Beim Schließen einschränkend, dass der Taster die ganze Zeit gedrückt werden muss. Da wäre ich manchmal gern Schalter … aber weiter die Augen geradeaus, auf das Cockpit gerichtet.

Cockpit: Drei Tuben, schön rund, Drehzahlmesser in der Mitte, rechts der hoch auflösende 4,6 Zoll große VGA-Multifunktionsbildschirm mit umschaltbarer Anzeige auf Navi oder Fahrzeugdaten wie Verbrauch (hust, …) und weiteren wichtigen Bordcomputerfunktionen.

Im Navi (Touchscreen) sind die Routen durch die südfranzösischen Serpentinen eingegeben. Natürlich nicht der schnellste Weg, sondern der kurvigste. Das verspricht Spaß. Doch ich bin noch nicht mal losgefahren, habe aber jetzt schon das typische Porsche-Lächeln auf meinem Gesicht.

Ich starte mit der Fahr-Einstellung „normal“, bei der auch die Start-Stopp-Automatik aktiviert ist. Mein feinfühliger Frauengasfuß sucht das Pedal, findet es sofort und … drückt erstmal durch. Der Pedalwunsch wird sofort erfüllt. Es ist ein Porsche, ja, ich fühle es durch und durch.

Nach ein paar durchfahrenen Kreiseln auf der Landstraße merke ich, wo es hingeht, in die Berge. Das heißt, ich könnte sportlicher fahren. Und auch schon wie im Porsche 911 Cabrio teste ich die Einstellung „Sport“ und „Sport Plus“, mit der ich (PDK)  in 4,8 s auf 100 km/h komme. Das kommt aber nur selten vor, dass die Landstraße so glatt geradeaus vor mir liegt. Doch Kurven machen viel mehr Spaß – meinem Beifahrer Bjoern wird langsam schummerig, also mache ich alles richtig.

Wunderschön die kleinen Dörfer, die man gelegentlich passiert. Ein Urlaubsfeeling macht sich breit, die bewundernden Blicke der Bewohner genießen, die alte Generation schaut teilweise noch nicht mal hin, so unterschiedlich polarisiert der Porsche Boxster S.

Ich male mir gerade aus, wie es wäre, wenn diese Tour mehrere Tage duch ganz Südfrankreich gehen würde und ich an meiner Seite meinen Liebsten hätte und zum Beispiel die Flitterwochen so verbringen würde. DAS hätte was … ich träume aber nicht zu lang, denn gleich geht es auf das Teilstück der Rallye Monte Carlo, auf der schon viele Legenden geschrieben und gefahren wurden.

Nach der kurzen Schminkpause habe ich das Steuer wieder fest in der Hand, der Blick ist konzentriert nach vorn gerichtet. Meine Augen werden immer größer, weil die Bergstraßen immer enger werden. Ich frage meinen Testfahrer-Kollegen, ob wir den Fahrradweg erwischt hätten? Doch keine Angst anzuecken, weil der Boxster immer noch übersichtlich genug ist und ich mich schnell an die Dimensionen gewöhnt habe. Die Anzeige zur Kollisionswarnung schaltet sich zwar nicht an, weil ich noch zu schnell fahre, aber ich habe ein gutes Gefühl und fahre natürlich umsichtig durch die Kurven. Gegenverkehr könnte erscheinen. Daher: Safety first!

In den Bergen kann man den 3,4-Liter-Boxermotor mit 315 PS (232 kW) nicht wirklich auf Endgeschwindigkeit (277 km/h) bringen, aber das Fahrwerk beißt sich durch, die 20 Zoll Walzen sind ordentlich warm gefahren und die Karosserie spielt mit. Sie ist nur 32 Millimeter länger als bisher, der Überhang vorne wurde jedoch um 27 Millimeter reduziert.

Man sieht den Boxster S wohl sehr oft von hinten, daher ein Hinweis auf die Modifikation, die am meisten auffällt (und sicherlich wieder polarisiert):
Heckflügel und -leuchten sind über eine ausgeprägte Kante über die gesamte Fahrzeugbreite verbunden und die darunter liegende zentrale Leuchteneinheit vereint Nebelschlusslicht und Rückfahrscheinwerfer in einem flachen Band. Die neuen LED-Heckleuchten sind um die Fahrzeugecke herumgezogen. Ich habe mir das ganz genau angeschaut und an meine Meinung seht Ihr hier:

Zum Knutschen! Der Tag geht viel zu schnell vorbei, ich könnte noch stundenlang weiter fahren, dem Sonnenuntergang entgegen und dann in einem kleinen Chateaux die kulinarischen Köstlichkeiten der Region genießen. Vorher würde mir noch der ParkAssistent vorne und hinten mit Top-View helfen, dass ich nicht an den Lavendel-Töpfen entlangratsche und der schöne Porsche Boxster weiterhin glänzend da steht.

Doch ich wache aus meinem Traum auf und stehe am Flughafen. Ich bin versucht, mich ans Lenkrad zu ketten, frage, ob ich den kleinen nicht mitnehmen kann. Doch weitere Journalisten wollen noch probefahren. Ich nicke verständnisvoll und gehe zum Gate, um abzuheben, wieder ins kalte Deutschland, aber mit diesem Erlebnisbericht in der Tasche, den ich gern mit Euch teile.

Ach, und ich muss mich ja noch – auf vielfachen Wunsch – aufs Auto legen, hier, bitteschön:

Fotos: Frank Ratering
Disclosure: Porsche hat mich eingeladen und die Reisekosten übernommen. Dieser Beitrag spiegelt meine eigene Meinung wieder.

Weitere Berichte – teils emotional, teils sachlich – finden sich hier:

Porsche Boxster S Fahrbericht (Die Testfahrer)
Autofahrer-Zeitung.de
Mein Gott Walter (mein-auto-blog)

7 Gedanken zu “Porsche Boxster S – meine Diva-Testfahrt

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