Nix „Ende Gelände“, Geländewagen gehören Off-Road!

Der Trend geht zum SUV oder auch Geländewagen mit einem Gesamtanteil von 13,7% aller Neuzulassungen. Doch was passiert nach dem Kauf? Die wenigsten geländetauglichen Autos landen mal in Matsch und Schmutz.

Der Kfz-Verband Schleswig Holstein hatte da eine feine Idee. Und sogar eine Niedersächsin durfte mitmachen. Mitmischen? Aufmischen … nun ja, es machte ziemlich schnell die Runde, dass ich keine Radkappe einfach so stehen lasse. Sie muss sich drehen, auch über Stock und Stein. Okay, Steine waren nur ein paar auf den Pisten, aber ansonsten war das Gelände in Tensfeld ein Off-Road-Gelände, wie es im Buche steht. Und nun auch im Blog! Geländewagen ins Gelände, Abmarsch!

Lustig war auch, dass alle (gut, übertreiben will ich nicht, also „fast alle“) Begleiter der Fahrzeuge wissen wollten, für welches „Blatt“ ich auf Papier schreibe. Ich habe dann geantwortet, dass ich eine Papier-Allergie hätte und deshalb nur online schreibe. Ich habe dann vorsichtig formuliert: „ein Blog-Magazin“, … für diejenigen, die das Wort „Blog“ alleinstehend  schocken könnte. 😉 Spaaaß! Aber die Bezeichnung „Blog-Magazin“ gefällt mir, da bleibe ich wohl bei.

Ich habe es wohl das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich mit diesen Reisekoffern auf vier Rädern im normalen Alltag nicht viel anzufangen weiß. Finde ich es doch ein wenig übertrieben, mit einem Geländewagen zum Einkaufen zu fahren.

Doch mir widersprechen ganze Käuferscharen, denn sie lieben die hohe Sitzposition, die Übersichtlichkeit und die gefühlte Sicherheit. Gut, ich sitze lieber tief im Fahrzeug, doch dann bin ich auf der Straße oder Rennstrecke. Hier im Gelände habe ich mir den Sitz in allen Fahrzeugen sogar ein bisschen höher als normal gestellt. Denn Übersichtlichkeit ist ein wichtiger Punkt, wenn man im unwegsamen Gelände mit Steigungen unterwegs ist (das im Foto ist natürlich KEINE Steigung, das ist ein Witz für diese Autos).

 

Überhaupt, ein Auto mal an die Grenzen zu bringen, das Fahrwerk richtig arbeiten zu lassen, das macht auch mir Spaß. Nach einer scharfen Linkskurve ging es – fast achterbahnmäßig erstmal runter in die erste Senke. Das war zum Drangewöhnen. Der zweite Berg, der zu erklimmen war, ist da schon höher gewesen. Und bevor man den höchsten Punkt erreichte, blickte man in den Himmel. Kurz orientiert, aber nur bei der ersten Runde und es ging steil hinab. Gleich anschließend eine Kurve mit tiefem Sand, schön schnell durchgeslidet, um einen Berg herum, links das tiefe Loch umfahren und weiter zur nächsten Herausforderung.

Es wurde noch steiler. Angefahren werden musste in einer steilen Rechtskurve, die Kuppe sah fast unerreichbar aus. Doch es ging weiter. Oben angekommen war kein Verschnaufen möglich, es ging gleich wieder runter. Ein paar kleine Wellen ließen einen hinabgleiten, die von Querfugen durchzogen waren. Hier hieß es locker das Lenkrad mitbewegen und nur da zu steuern, wo es auch wirklich nötig war. Wieder der tiefe Sand, der zur Seite wegspritzte, wenn ich Gas gab. Schön im zweiten Gang um die Kurve, die Kupplung hat Pause.

Weiter ging es im Schrägtest, ein kleiner Steilhang, mit Gras bewachsen, forderte mich heraus. Mein Beifahrer tat mir ein bisschen leid, aber auch nur ein bisschen. Es machte Spaß, mal richtig in die „stabile Seitenlage“ zu gehen. Zu fahren, natürlich.

Manchmal musste ich auf der Strecke anhalten, weil vor mir jemand fuhr, der sich noch nicht so richtig traute … aber die Strecke teilte sich, so dass ich off-offroad meistens so ein bis zwei Autos überholen konnte. Eat my dust, … summte ich leise und lächelte diabolisch. Jaja, da war der kleine Driver-Teufel wieder in mir wach geworden.

So bekam ich nicht genug und testet an diesem Tag doch glatt 12 unterschiedliche Fahrzeuge. Nur vier Modelle habe ich aus Zeitgründen nicht mehr geschafft zu fahren. Das war zum einen die Mercedes M-Klasse (ML 350BlueTec), der Opel Antara und VW Tiguan sowie der Škoda Yeti (aber den habe ich ja in Namibia ausführlich getestet).

Gefahren bin ich

  • Honda CRV 2.0 Diesel
  • Nissan Pathfinder (190 PS)
  • Toyota Landcruiser 150
  • Audi Q3 2.0 TDI quattro
  • Renault Koleos 2.0 dCi 150 4×4
  • Dacia Duster 4×4
  • Mini Countryman (143PS)
  • SsangYong Korando 2.0 Diesel 4WD
  • Unimog U400, 238 PS, 4-Takt-Diesel (Turbo!)
  • Quad (habe vor lauter Endorphinen vergessen zu fragen, was für eins)
  • Elektro-Auto Twizy von Renault (aber nur auf der Straße!)
  • Segway (auf dem Gelände, aber nicht off-road)

Bei so vielen Autos in der kurzen Zeit möchte ich nicht ausführlich zusammenfassen, welche Details mir postiv und negativ aufgefallen sind, aber ich darf verraten, dass die beiden erstgenannten Fahrzeuge auch meine Favoriten waren, was das Fahrverhalten im Gelände angeht. Optisch ist da eine ganz andere Messlatte anzulegen … doch wen interessieren Äußerlichkeiten, wenn es ans Eingemachte geht?

Obwohl ich im Toyota den Champion der Rallye Dakar 2009 Dirk von Zitzewitz auf dem Beifahrersitz hatte, konnte er mich nicht zu 100% überzeugen. Also der Landcruiser, der Dirk war supernett!

Sat1 war auch da, aber ich habe gar nicht gefragt, wann sie den Beitrag bringen. Die Zeit, die Zeit … die war viel zu schnell um. 🙂

Ich sitze beim Schreiben des Beitrags übrigens immer noch lächelnd vor dem Bildschirm an den Tasten … ich könnte noch so viel erzählen, … doch ich schließe mit meinem Fahr-Zit:

„Passiert“ ist soweit nix, der Audi Q3 hatte eine Niete im Reifen, das war alles, was ich mitbekommen hatte. Na, und dreckig sind die guten Gefährte(n) geworden und viel Spaß hatten wir. 🙂


Das war ein ganz besonderer Tag, vielen Dank für die Einladung und Organisation – an alle Beteiligten und die Autohäuser, die so unerschrocken waren, uns mit ihren Fahrzeugen ins Gelände zu lassen und sich auch noch auf den Beifahrersitz zu setzen. Daumen hoch!

11 Gedanken zu “Nix „Ende Gelände“, Geländewagen gehören Off-Road!

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  7. Hallo, das ist interessant. Vielen Dank. Ich will mir den Duster kaufen, weil er so billig ist. Wie ist deine Erfahrung mit dem Dacia Duster 4×4 im Gelände?

    1. Einen langen Erfahrungsbericht kann ich Dir leider nicht bieten, ich bin „nur“ eine große Runde im Gelände gefahren. Preis und Leistung sind im Verhätnis demnach okay, würde ich auf die Schnelle antworten können. Der Duster hat sich im mittleren Mittelfeld (meine persönliche Beurteilung) gut geschlagen. Er hat bei Bodenwellen und bei den Steigungungen alles mitgemacht.
      Die Ausstattung ist natürlich nicht zu vergleichen mit den Premium-Marken, aber das dürfte klar sein. Irgendwo schlägt sich der günstige Preis ja nieder. Ich habe von einer Rückrufaktion wegen der hinteren Bremsen mal gelesen. Aber solange Dacia das in Ordnung bringt, …

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