car2go in Amsterdam – ganz smart und elektrisch

Foto von Arild Eichbaum (autorild.de)

Gestern war ich auf der Pressekonferenz von car2go in Amsterdam. Was ist das Beste an einer Pressekonferenz? Die Gespräche davor und danach! So haben wir (Verantwortliche von car2go, Blogger und Journalisten) über Zielgruppen an sich und über Vor- und Nachteile für einzelne Zielgruppen diskutiert. Mögliche Schwierigkeiten, Potentiale und verschiedene Szenarien wurden besprochen, teilweise auch solche, die einfach noch Erfahrungswerte benötigen. Natürlich bleiben viele Dinge soweit von meiner Seite vertraulich, ich möchte durch die Erwähnung nur explizit ausdrücken, dass car2go ein sehr offenes Ohr für Fragen, Feedback, Kritik und Verbesserungsvorschläge hat. Die Atmosphäre war sehr angenehm.
Das Foto oben ist von Arild, vielen Dank! 

Was gibt es Neues bei car2go, dass eine Pressekonferenz abgehalten wird?

Ab dem 24. November geht es elektrisch zu. Dann startet die car2go-„smart electric drive“-Flotte aktiv in den Straßenverkehr. Bekanntermaßen braucht es dafür interessierte Fahrer/innen, die die kleinen E-Mobile über die Brücken der Grachten schaukeln wollen. Diese können sich ab sofort registrieren (im car2go Shop Oude Spiegelstraat 6a). Zum Anreiz ist die Registrierung bis zum 24.11. kostenlos, danach sind nur – wie ich finde – günstige 10 Euro Verwaltungskramquatschgebühr fällig.  In Amsterdam gibt es eine „MemberCard“, anders als in Deutschland, wo der Führerschein mit einem Siegel bestückt werden muss.

Bevor ich mit Details loslege, hier erstmal ein Video, was ich gestern mit Alexander Gmelin (Flottenmanager von car2go) spontan gedreht habe. Erst war Alexander ein bisschen skeptisch und wollte kein „YouTube-Star“ werden (#smile), doch dann sagte er „Ja“ (charmante, sanfte Überredungskunst kann helfen). Ich finde, er hat es toll erklärt, wie der Anmietvorgang vor sich geht:

 

Danke an Nina Burdensky (von car2go Marketing) für das Filmen, super gemacht!

Wird Amsterdam mit der Elektromobilität spielen?

Eine Idee, die ich sehr reizvoll finde: Gamification! Was liegt näher, als emissionsfreies Fahren (der Strom aus den Ladesäulen ist „grün“!) mit einer Challenge zu verbinden? Ich kenne das ja selber, wenn ich ein E-Auto fahre und muss nicht auf die Reichweite achten, dann ist der Gasfuß doch immer ein bisschen forscher und die Reichweite (hier 135 km) verringert sich schneller als bei einer besonnenen Fahrweise. Wobei die Durchschnittsstrecke bei einer Anmietung unter 10% der Reichweite beträgt. Die E-Autos sprechen ja sofort an, der Pedalwunsch wird bestens erfüllt. Eigentlich ja alles nicht so schlimm, aber in der Stadt – mit den vielen Fußgängern und Radfahrern – sollte es doch eher „bedachter“ zugehen. Zumal sich die Amsterdamer sowie die ganzen Touristen noch daran gewöhnen müssen, dass nun auch leise smarts hier herumdüsen. Wobei: Fahrräder hört man ja auch nicht! Ist also dort nicht ganz so „neu“ – die Situation.

Zurück zur Spielidee, die mir sofort in den Sinn kam, die aber nicht von car2go geäußert wurde und NICHT bestätigt ist! Ich denke da an ein „fliplife im RL“. Also: ich erfülle Aufträge (ich fahre), wenn ich jemanden von meinen Buddies mitnehme, dann bekomme ich einen „Team-Bonus“. Nach 10, 25, 50 Anmietungen (länger als x Minuten) bekomme ich einen Pokal. Dadurch steige ich einen Level höher. Wenn ich einen Neukunden bringe, wenn ich das Auto wasche, an die Ladesäule bringe oder sonst etwas sinnvolles zur Entlastung des Flotten-Service-Teams und im Sinne der Community mache, dann bekomme ich „neue Energie“, also Freiminuten. Teilweise ist das ja sogar schon Realität, aber eben nicht in einem Spiel eingepackt. Doch der Hammer wäre noch: Belohnung für sparsames Fahren! Wenn ich niedrige Verbräuche erziele, werde ich auch belohnt. Ich kann direkt in einer Rankingliste vergleichen, wer am sparsamsten fährt, ob ich meine Fahrweise optimieren möchte, damit ich noch besser abschneide.

Ich höre schon wieder Datenschutz … ja, natürlich muss man einer Veröffentlichung zustimmen bzw. erlauben, dass man in einer Rangliste geführt wird. Auch müsste es car2go erlaubt sein, die Kilometer (Strecke) mitzutracken, was momentan NICHT der Fall ist. car2go sieht im Moment nur den Standort, wenn nicht gefahren wird, ansonsten ist das E-Mobil auf der Karte nicht sichtbar.

Das hätte ich mir ja auch schon beim F-Cell World-Drive gewünscht, dass (in diesem Falle) ein „Wasserstoff-Sparsocken“-Award vergeben wird … Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob dies bei car2go irgendwann zur Diskussion stehen sollte, … falls ja: ich würde gern bei diesem Projekt im Projekt meine beschriebene Idee und Expertise mit einbringen (dies ist eine offene Kaltakquise!). ;-)

Informationen zum car2go „electric“ in Amsterdam

  • Die 5. Stadt, in der car2go aktiv wird, die erste mit rein batterie-elektrischen Fahrzeugen
  • 300 smart fortwo electric drive mit Klimaanlage, Radio und Navi (mit POI wie Ladesäulen)
  • 250 Ladestationen im Stadtgebiet (80 km²), die meisten mit zwei Anschlüssen.
    Bis Ende 2012: 1.000 Ladestationen geplant.
  • freies Parken (alles außer Halteverbot, ist klar)

Man denkt zuerst, die smarties müssten nun von Ladesäule zu Ladesäule gefahren werden, das ist aber nicht der Fall. Bei Mietende müssen die Fahrzeuge nicht zwingend aufgeladen werden. Nur wenn die Batteriekapazität (Ladezustand) weniger als 20 Prozent beträgt, erscheint auf dem Display die Bitte, das car2go an einer Ladestation anzuschließen. Beendet ein Fahrer die Miete mit dem Anstöpseln des car2go an eine Ladestation, erhält er eine Gutschrift in Höhe von 10 Freiminuten, sofern die Batteriekapazität unter 40 Prozent liegt. Der Ladevorgang muss also auch nicht abgeschlossen sein, damit ein car2go erneut angemietet werden kann: Ab einer Ladung von 50 Prozent ist das Fahrzeug für den nächsten E-Mobilisten verfügbar.

Tarife und weitere Info auf der Website von car2go Amsterdam.

Hier noch ein paar Fotos:

Disclosure: Daimler/car2go erstattete mir die Reisekosten, nimmt aber keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Blogartikels.

3 Gedanken zu “car2go in Amsterdam – ganz smart und elektrisch

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