Automated Driving Continental

CUbE – Autonomes Fahren im Personenverkehr

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Ist der CUbE (Continental Urban Mobility Experience) ein Lösungsansatz? Im Stadtgebiet gibt den Linienverkehr mit festgelegten Routen (Bahn und Bus). Möchten wir eine individuelle Strecke fahren, benötigen wir ein Taxi oder ein verfügbares Carsharing-Modell – vorausgesetzt, wir haben kein eigenes Auto zur Verfügung. Den Rufbus kennen wir aus der ländlichen Umgebung. Er fährt nur dann, wenn er bestellt wurde. Wie könnte man die individuellen Wünsche der Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs optimieren? Denn nur, wenn der öffentliche Nahverkehr attraktiv ist, wird man bereit sein, das eigene Auto stehen zu lassen.

Zur Attraktivität gehört für mich die optimale Verfügbarkeit ohne großartig stunden- oder tagelang vorher planen zu müssen. Ich möchte am liebsten ein Transportmittel  bequem via App rufen. Mein Wunschziel sollte sich nicht an Haltestellen orientieren, sondern dahin, wo ich hinmöchte. Um lange Fußmärsche (womöglich im Regen) zu vermeiden und Zeit zu sparen. 

CUbE - ein Projekt von Continental für den autonom fahrenden Personenverkehr

CUbE – als fahrerloses Mobilitätssystem ein Lösungsansatz?

Stichwort: Shared-Mobility, also weg vom Individualverkehr, wo man ihn nicht benötigt. Der CUbE ist ein Projekt, das am Anfang steht und bei weitem noch nicht ausgereift ist. Aber: CUbE ist ein wichtiger Schritt in die Richtung, die fahrerlose Mobilität voranzutreiben. Autonom und elektrisch fährt der CUbE ohne Fahrer, Lenkrad und Bremspedal. 

CUbE von Continental InnenraumDas knapp zwei Meter breite und vier Meter lange Transportmittel hat Platz für 12 Passagiere (wenn sie sich mögen). Dabei können sechs Personen sitzen. Ungewöhnlich am CUbE ist, dass es eigentlich kein „vorn oder hinten“ gibt. Er fährt vorwärts wie rückwärts gleich schnell. Wobei man sich im Continental-Projekt – aufgrund des optimierten Bremsverhaltens –  darauf geeinigt hat, dass es eine einzige Fahrrichtung gibt. Doch theoretisch wäre der Wendekreis des CUbE zu vernachlässigen, da es keine Wendemanöver gäbe. 

Barrierearm ist das Fahrzeug auch für Menschen mit Kinderwagen, schwereren Trolleys oder Rollstühlen benutzbar. Es besteht die Möglichkeit, eine Rampe an der seitlichen Türöffnung herauszufahren. 

Die inneren Werte des CUbE

Kamera, Laser, GPS, Radar – all das sind die „Sinnesorgane“ eines autonom fahrenden Fahrzeugs. Was hat der CUbE und wie nutzt er seine „Fähigkeiten“?

Bevor ein autonom fahrendes Fahrzeug auf andere achten kann, muss es erstmal wissen, wo es selber ist. Die Eigenortung erfolgt im Hintergrund. Hochgenaue GPS-Ortung reicht da nicht aus. Wir kennen das von unserem Smartphone, dass da Differenzen auftreten können. Continental arbeitet zusätzlich mit innovativen Algorithmen. Das zentrale Steuergerät ADCU (Assisted & Automated Driving Control Unit) vergleicht dabei das aktuelle Echo der verbauten Radarsensoren mit dem bekannten Radarecho aus einer Echo-Karte. Durch den permanenten Abgleich zwischen Sensordaten und Echo-Karte kann das Fahrzeug seine Position präzise erkennen.

So sind auch spontan auftretende oder ungeplante Hindernisse erkennbar. Ein geparktes Fahrzeug, ein „Liegenbleiber“ oder eine Baustelle. Kein Problem. Das dritte Element der Eigenortung ist eine Funk-Lösung mit Funksendern am Streckenrand, die die Eigenortung durch genaue Längenmessungen weiter verbessern. 

Die Sensorik wird mittels eigener Radarsensoren und Kameras sichergestellt. LiDAR (laserbasierte Sensoren) von Continental werden mittelfristig ein Teil der Sensorplattform sein. 

Möglich ist für den CUbE außerdem die Vehicle-to-X-Kommunikation, beispielsweise mit der Ampelanlage. Das sieht man sehr gut im Video, das ich auf den Testfahrten aufgenommen habe. 

 

Höher, schneller, weiter: Was schafft der CUbE?

Der CUbE ist nun nicht gerade der Schnellste. Aber das muss er im Stadtverkehr auch nicht sein. Wenn ich mir anschaue, welche Durchschnittsgeschwindigkeit wir im Feierabendverkehr erreichen, dann ist der CUbE sogar recht fix. Er fährt bis maximal 40 km/h und wird sich wohl vorwiegend im Bereich um die 20 km/h bewegen. Der ursprüngliche Entwickler und jetzt Kooperationspartner EasyMile gibt als „Reichweite“ eine Dauer von 14 Stunden an. Sagen wir mal, der CUbE wäre einen halben Tag auf der Strecke und im Einsatz, dann klingt das schon ganz ordentlich. 

Es kommt ja auch immer darauf an, in welchem Modus (als Betreiber) man den autonomen Personenverkehr anbieten möchte. Man könnte den CUbE wie eine Bahn einsetzen, die an jeder Haltestelle hält. Oder wie einen Bus, der nur dann anhält, wenn man den Halteknopf gedrückt hatte. Neben dem Einsatz als „Metro“ oder „Bus“ gibt es noch die dritte Option, die „On Demand“. Hier fängt für mich persönlich der interessante Teil des öffentlichen Nahverkehrs an. Mittels einer App ein öffentliches Verkehrsmittel rufen zu können, das mich dort hinbringt, wo ich auch wirklich hin möchte, wäre ein Feature, das ich mir wünschen würde.

Angst als Passagier im CUbE?

Das Fahrerlebnis war interessant und neuartig. Ganz anders als im BMW beim hochautomatisiertem Fahren im Jahr 2013. Dadurch, dass der CUbE sich eher gemächlich fortbewegt, fühlt man sich relativ sicher. Auch, dass er lieber anhält und stehenbleibt, als auf Konfrontationskurs zu gehen, war beruhigend. Natürlich kann ein Passant, der auf der Straße vor dem CUbE stehenbleibt, den ganzen Verkehr aufhalten. Das ist ja allgemein bekannt, dass man so jedes autonom fahrende Fahrzeug stoppen kann.

Nachdem man Vertrauen in die Fahr- und „Denkweise“ des CUbE bekommen hat, sind alle anwesenden Passagiere recht entspannt in der Kabine gewesen. Man schaute nach einiger Zeit nicht mehr starr nach vorn, sondern unterhielt sich, drehte sich entgegen der Fahrtrichtung. Bei der relativ langsamen Geschwindigkeit bekommt man schneller Vertrauen als beispielsweise auf der Autobahn mit Highspeed. Ich denke, dass es einfach eine Sache der Gewohnheit ist, ob man dem autonom fahrenden Fahrzeug vertrauen kann. Solange die Technik noch nicht im Mainstream und somit auf der Straße wirklich angekommen ist, werden einige immer skeptisch sein. Man muss es mal selber erlebt haben, um sich ein abschließendes Urteil bilden zu können.  

 

Danke für die Einladung (Presseveranstaltung) an Continental

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