Nicole Y. Jodeleit mit VR-Brille im Audi

Meine Audi ViTraC Experience mit VR-Brille

Eine VR-Brille, ein Audi, ein großer und leerer Platz: Da kann man einiges draus machen: Täuschend echte Szenarien so darzustellen, dass man in die Virtual Reality eintauchen kann. Anfangs habe ich es nicht geglaubt, dass ich so mitgehen könnte. Denn die Realität besteht ja nicht aus Pixeln, sondern aus lebendigen Atomen.

Audi virtual experience VR-Brille

Ich steige also in einen ganz normalen Audi ein. Dachte ich. Ein Blick in den Kofferraum verrät, dass dieses Fahrzeug speziell präpariert ist. Sehr viel Technik, Rechenpower und entsprechende Programme laufen dort ab. Zur Sicherheit hat man mir einen versierten Instruktor auf die Beifahrerseite gesetzt. Beim Aufsetzen der Brille, die ein Kabel an der Hinterkopfseite hat, ist er mir ein wenig behilflich. Mein erstes Gefühl erinnert an eine Taucherbrille, die ich mir aufgesetzt habe. Und irgendwie ist auch etwas Wahres dran. Ich tauche in eine neue Welt ein. Nur ich! Mein Instruktor kann zwar auf einem Kontrollmonitor sehen, was ich sehe, aber es ist anders. Denn ich bin Teil der Virtualität geworden.

Kofferraum Audi virtual experience VR-Brille

Als ich – mit VR-Brille – auf den Beifahrersitz schaue, erschrecke ich ein wenig. Meinen Beifahrer hat Audi nicht einprogrammiert. Huch! Aber ich höre seine Stimme, weiß, dass er auf alles achtet und im Notfall auch eingreifen könnte. Safety first. Ganz allein im Auto hätte ich noch nicht so ganz das volle Vertrauen in die neue Technik.

Es geht also los. Ich schaue mich nochmal um: Da stehen links parkende Autos, rechts ist ein ERWE-Markt (hihi) und ich soll nun auf eine Ampel zufahren, die Rot zeigt. Damit ist wohl der erste Check eingebaut, ob ich mit der VR-Umgebung plus Reallife (RL) klar komme. Denn ich steuere ein echtes Auto, nur dass ich nicht durch die Windschutzscheibe sehe. Mir wird eine Welt projeziert, die auch auf mich reagiert. Vor mir liegt im RL ein leerer Platz, doch ich sehe eine kleine Seitenstraße mit Geschäften. Fußgänger und Radfahrer tummeln sich dort.

Strecke mit VR-Brille bei der Audi virtual experience

Meine Aufgabe lautet: Fahre die Straße entlang, drehe am Kreisel, fahre die Straße bis zum Ausgangspunkt wieder zurück. Halte dich an die Verkehrsregeln und bau keinen Mist. Okay, wenn ich jetzt etwas umfahren würde, wäre im eigentlichen Sinne nichts passiert. Denn ich stehe – wie gesagt – auf einem leeren Platz und habe keine wirklichen Hindernisse. Diese sind rein virtuell.

Für die Spielkälber unter uns hat Audi eine kleine Pylonenstrecke auf dem Hinweg eingebaut. Die Zuschauer außerhalb des Autos wundern sich bestimmt, warum ich auf einmal Schlangenlinie fahre. Doch für mich ist es virtuell real. Ich fahre zügig – wie auch im RL – Pylone rechts, Pylone links, schön im Rhythmus, so dass meinem Beifahrer auf jeden Fall etwas schummrig im Magen werden sollte. Hihi. Er ist aber auch nicht beunruhigt, über das, was ich tue, denn er sieht alles auf dem Kontrollmonitor und behält gleichzeitig dabei auch die RL-Umgebung im Auge.

Audi virtual experience VR-Brille und Kontrollmonitor

Nach der Pylonenstrecke sehe ich Fußgänger. Aber alle verhalten sich ganz „ordentlich“. Keiner ruft Anlass zur Sorge hervor. So erreiche ich den Kreisel und wende. Dies war nötig, denn kurz danach ist das abgesperrte RL-Gelände mit einem Zaun versehen. Doch ich bin ganz in meiner virtuellen Stadt. Fahre ordentlich in der Spur, touchiere keine Bordsteine, denn es wird immer realer, ich tauche ganz tief in die VR ein. Bewege mich in meinem RL so, dass es mit der VR zusammenpasst.

Doch plötzlich kam, was kommen musste: Ein „blöder Radfahrer“ zieht einfach so, von rechts nach links, über die Straße. Natürlich ärgert man sich – wie im wirklichen Leben – ist aber irgendwie doch froh, dass man ihn nicht übergemangelt hat. Er steht nun auf der linken Straßenseite und man guckt – während der Weiterfahrt – natürlich noch mal hin. Möchte ihm ein paar Schimpfworte zurufen. Ist irgendwie abgelenkt. So dass man gar nicht bemerkt, wie auf einmal die zweite Gefahr bedrohlich wird.

Action in der Virtual Reality mit VR-Brille

Den Blick wieder zur Straße geradeaus gewendet, sehe ich – mitten auf der Straße – einen Vater mit Kinderwagen. Er steht mitten auf meiner Spur. Ausweichen geht nicht. Die Schrecksekunde hat schon zugeschlagen, ich will gerade die Notbremsung einleiten, da macht der Audi das schon selber. Der Notbremsassistent (heißt bei Audi pre sense) hat funktioniert. Ein Glück. Ich atme – wie im wirklichen Leben, so echt kam mir die Situation vor – durch. Bin sogar froh, dass nichts passiert ist. Die Notbremsung war auch gar nicht so schlimm. Ich war ja auch in einer angepassten Geschwindigkeit unterwegs – um die 40km/h. Diese Straße wäre sicherlich besser auch als Zone-30 auszuzeichnen gewesen.

Ich fahre also wieder an, sehe den Vater noch etwas schimpfen (sehr real, aber ohne Ton) und komme zur nächsten Ampel. Wie im wirklichen Leben halte ich an. Ich mache mir gar keine Gedanken darüber, dass „die von außen“ sich überlegen, warum man mitten auf einem leeren Platz auf einmal (für die anderen) grundlos hält. Dann sehe ich die parkenden Autos von vorhin, weiß, dass ich zu meinem Parkplatz zurückkehren kann. Der ERWE-Markt ist immer noch geöffnet. Ich denke an meine Einkaufsliste. Doch schnell bin ich wieder konzentriert auf den Parkvorgang und stehe virtuell auf der Straße exakt parallel zur echten Linie auf dem Platz.

Das waren sehr viele interessante Eindrücke, die muss ich erstmal verarbeiten. Vor allen Dingen möchte ich nun wissen, wie es aussieht, wenn einer mit einer VR-Brille über einen leeren Platz fährt und nur für ihn die Straße mit ihrer VR-Welt wirklich existiert. So sieht das dann aus. Ich habe Stefan dabei gefilmt, wie er dasselbe Manöver gefahren ist.

Was bringt die Erfahrung mit VR-Brille bei der Audi virtual experience?

Nun ist es natürlich erstmal eine schöne Spielerei. Ich mag so etwas ja. Es ist auch nochmal etwas ganz anderes, ob man nur in einem Fahrsimulator sitzt, oder ob man sich wirklich fortbewegt und richtig selber fährt. Wenn ich statisch sitze und vor mir läuft ein VR-Film ab, wird mir eher schlecht. Wenn ich aber RL- und VR-Bewegungen synchron erlebe, geht es mir ganz phantastisch dabei. Doch am meisten hat mich beeindruckt, wie echt es wirkte, dass ein Unfall verhindert wurde.

Und hier setzt die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung an. Assistenzsyteme können vorgeführt werden, sind so sehr ähnlich einer realen Situation, dass man wirklich durchschnauft, wenn nix passiert ist. Ich kann mir vorstellen, dass nicht nur Autohändler in einer Produktschulung „erfahren“, wie das eine oder andere Assistenzsystem funktioniert. Sondern auch Fahrschüler könnten mit einer Art „Konfrontationstherapie“ zu einer besonneren Fahrweise gebracht werden. Denn wie ist es denn in der Wirklichkeit? Viele fahren so draufgängerisch, als seien sie der „Highländer“ und denken, dass schon nichts passieren wird. Erst wenn sie einmal eine brenzlige Situation erfahren haben, dann werden sie (hoffentlich) nachdenklicher und fahren vorsichtiger. Dem könnte man also vorgreifen. Ich wäre sehr gespannt, was Verkehrspsychologen dazu sagen würden.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit wären Angsthasen. Nein, kein Spaß. Leute, die aus unterschiedlichen Gründen lange nicht mehr Auto gefahren sind, fangen so schnell nicht wieder an, weil sie Angst haben. Habe ich schon mehrmals von unterschiedlichen Leuten gehört, das ist also nicht ausgedacht. Ein Verkehrsübungsplatz ist ja ganz nett, wenn es um das Autofahren an sich ginge. Aber diese Leute haben damit normalerweise weniger Probleme. Sie haben Angst vor den Situationen, in die sie im normalen – und mittlerweile teils aggressiven – Straßenverkehr kommen. Diese Situationen könnte man hier sehr gut simulieren und Verhaltensregeln üben.

Ich würde gern wieder auf einer abgesperrten Strecke mit der VR-Brille fahren. Gern auch mit noch mehr „Action“. Doch im öffentlichen Straßenverkehr wäre mir das nicht geheuer. Das gilt auch für fensterlose Automobile. Das würde ich nicht gern haben wollen, dass nur eine Projektion meine Umgebung anzeigt. Ich bin jedoch in jedem Fall gespannt darauf, was die weitere Entwicklung in dieser Richtung für Fortschritte macht.

 

Danke für die Einladung zum Influencer Event #MyAudiCares an Audi

2 Gedanken zu “Meine Audi ViTraC Experience mit VR-Brille

  1. In Zukunft werden wir noch einige weitere, ähnliche Projekte erleben.

    Die Autowelt erfindet sich neu und scheinbar gibt es kaum noch Grenzen.

    Wie du bereits schreibst, damit im normalen Straßenverkehr zu fahren ist Stand heute kaum vorstellbar und schon gar nicht sich zu 100% auf Systeme zu verlassen…

    1. Als Gaming finde ich es super – mit Safety First. Ja, es wird sich einiges entwickeln. Aber wir werden alltags weder mit dem Rücken zur Fahrtrichtung im normalen Straßenverkehr sitzen, noch im Auto intensiv und abgelenkt spielen, während es fährt. Spiel und gleichzeitige Fahrt mit VR im geschütztem Raum miteinander zu verbinden ist großartig!

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