Werdet lässig und macht uns glücklich! #iseefaces

Gastbeitrag von Sandra Schink

Ferrari
Das Weiß in ihren Augen leuchtet kalt. Der Blick ist mal leer, mal aggressiv. Meistens aber missgelaunt. Wenn sie ihre Zähne zeigen, dann nicht mit einem Lächeln. Sondern um damit zu drohen. Ihre stromlinienförmigen Gesichter wirken geliftet. Linien, die dem Design-Botox nicht zum Opfer fielen, verstärken die Ansage: „Geh mir aus dem Weg!“

Mit den Typen, denen man heute so häufig auf der Straße begegnet, will man lieber nichts zu tun haben. Wenn es möglich ist, wechselt man schnell auf die andere Spur. Eingeschüchtert, genervt. Schlimm ist es, wenn sie zu zweit oder gar zu dritt auftreten, wie mäandernde Jungbullen. Rücksichtslos bahnen sie sich dann zwischen den anderen ihren Weg. Fordern sich heraus, ermutigen sich gegenseitig. Und es ist ihnen völlig egal, wenn sie dabei andere gefährden. Dann spürt man auch mal Angst im Nacken.

Manchmal ernten sie für ihren kraftstrotzenden Auftritt zwar bewundernde Blicke. Aber näher kennen lernen will man diese Typen eigentlich nicht. Weil die Begegnung mit ihnen wenig Spaß verspricht. Wer hat schon Lust auf Typen, die ständig demonstrieren müssen, wie eiskalt und straight sie sind. Das ist so unentspannt.

Porsche
Typen mit einem smarten Lächeln sind dagegen so viel entspannter. Man sieht ihnen an, dass sie durchtrainiert sind, aber sie verstecken ihre Muskeln unter einem lässigen, stylischen Outfit. In ihren Gesichtern leuchten warme Augen, ihr Blick ist bestimmt, aber offen. Sie versprechen Spaß, Sinnlichkeit und versprühen gute Laune. Weiche Linien ziehen sich wie Lachfalten durch ihre markanten Gesichter.

Sie strahlen Souveränität aus, wissen um ihre Verantwortung, und halten respektvollen Abstand, wenn sie sehen, dass andere nicht so schnell von der Stelle kommen, wie sie. Sie drängeln nicht. Sie schubsen nicht. Man fühlt sich sicher, und man fühlt sich respektiert von ihnen.

Man lässt ihnen gerne die Vortritt. Und wenn sie einem dann zuzwinkern, wenn sie vorbei kommen, dann zaubert es auch ein Lächeln auf das Gesicht der anderen. Und das macht glücklich. Alle.
Verehrte Autodesigner: Denkt mal drüber nach.

Über Sandra

Sandra SchinkSandra Schink, Baujahr ’71, ist in diversen Käfern aufgewachsen, bis ihre Mutter sie eines Tages beim Auto-Neukauf mit einem Golf 1 überraschen wollte – und damit enttäuschte, weil diesem der Käfer-Charme komplett abging.
Das erste Auto, das sie fuhr, war ein schrammeliger C-Kadett mit Stufenheck, zusammen gesetzt aus den Resten von fünf Schrottautos, liebevoll ausgestattet mit Sportlenkrad, Flausch-Überzügen, Holzkugel-Sitzauflagen, CB-Funk und Namensnummernschild mit dem Skip Tabaluga01.
Nachdem ihre Eltern eine Ausbildung als KFZ-Mechanikerin erfolgreich verhindern konnte („Deine Fingernägel …!“), wurde sie Fotojournalistin und berät heute Redaktionen und Unternehmen zu visuellen Social-Media-Strategien und Storytelling. Auf ihrem Blog Fotografie + Social Media schreibt sie über Journalismus, Fotografie und Themen, die ihr im Leben begegnen.

Wie aktuell über ihre virtuellen Eindrücke von der IAA 2013 und Frauen als Zielgruppe für Autohersteller: Guckt doch nicht so böse! #iseefaces
Sie fährt car2go und öffentliche Verkehrsmittel – und alle Autos, die ihr zum Testen und für Fotostories zur Verfügung gestellt werden.

 

Auto-Fotos von Robert Basic von der IAA, von Sandra herausgepickt. Danke an beide dafür.

2 Gedanken zu “Werdet lässig und macht uns glücklich! #iseefaces

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