Evolution des Golf-Designs, Golf 1 bis 7

Generationen Golf 1-7Der Golf. Ein so simples Auto, denkt man zunächst. Ein klassenloses Fahrzeug. Ein Evergreen, eine Ikone unter den Volumenmodellen. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Und dieser Weg hätte auch beinahe „schief“ gehen können. Schaut man sich nämlich die „Urgroßväter“ an.

Anschauen? Ja, in Berlin im Automobil Forum Unter den Linden. Dort ist eine Ausstellung (noch bis zum 20. Januar 27. Januar – verlängert!) zur Besichtigung frei gegeben. Wer sich ein bisschen für die Geschichte des Automobils interessiert, wird hier fündig. Und ganz wichtig: Heranwachsende und Kinder mitnehmen, auch Oma und Opa, denn so auf einem Fleck bekommt man die Golfversionen von 1 bis 7 sicherlich nicht mehr so schnell zu sehen.

Doch zurück zu den Urgroßvätern, hier sind sie:Golf EntwicklungRechts und links vom Golf 1 sind Entwicklungen, die verworfenen Prototypen. Auf dem Plakat (riesig groß!) steht:

Die Erfindung des Golf
Volkswagen knüpfte mit dem Golf nahtlos an die Erfolge des Käfers an. Ein Vergleich mit den nicht realisierten Golf-Prototypen zeigt, wie kompliziert der Weg zum nächsten Weltbestseller gewesen ist.
Vor vier Jahrzehnten erfand Volkswagen den Golf. Niemand ahnte im Mai 1974 bei dessen Pressevorstellung, dass dieser kantige Wagen – der Nachfolger des legendären Käfers – zum erfolgreichsten europäischen Auto aller Zeiten avancieren würde. Doch so kam es. Er wurde zum Namensgeber seiner Klasse; er traf den Zeitgeist; und er prägte eine ganze Generation junger Menschen – die Generation Golf.

Blick in die Vergangenheit: Bevor die Entscheidung für das optische und technische Konzept des 1974 vorgestellten Golf I fiel, gab es zwei andere und später verworfene Entwicklungsansätze für den Käfer-Nachfolger. Links der EA 276 mit Frontantrieb, rechts der EA 266 mit Heckantrieb. Beide Prototypen reisten aus Wolfsburg zur Ausstellung nach Berlin. Der EA 276 gehört heute dem ZeitHaus der Autostadt, der EA 266 ist ein Fahrzeug der Stiftung AutoMuseum Volkswagen. EA steht für „Entwicklungsauftrag“.GolfAlles hat seine 2 Seiten. Hier die Kehrseite des Plakats: man mag gar nicht glauben, welche Entwicklungs- und Denk- sowie Designschritte nötig waren, um zum weißen Liebling der Welt zu kommen. Auf dem Plakat liest man wie folgt:

Wo liegen eigentlich die Wurzeln des Golf? Wann begann sein Ära? Die Antwort auf beide Fragen lautet: 1968, im Reich der Prototypen. Denn erst die konzeptionelle Wanderung zwischen der Welt des luftgekühlten Heck- und wassergekühlten Frontmotors, bei dem sich die Konstrukteure und Designer einen harten Schlagabtausch lieferten, führte zur Erfindung des Golf und zu einer neuen Kompaktklasse.

Die Ur-Version de erfolgreichsten europäischen Autos aller Zeiten im Vergleich mit den verworfenen Alternativen: Beim EA 276 (rot) handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Volkswagen. Den EA 266 (grün) entwickelte Porsche als Auftragsarbeit. Beide Golf Prototypen werden von einem Boxermotor angetrieben. Vom EA 276 gibt es weltweit ein Exemplar, der EA 266 ist indes zweimal vorhanden.Golf EntwicklungVon der Seite erkennt man die meisten Ähnlichkeiten, finde ich. Die Formsprache des grünen EA 266 ist ein rundgelutschter, neee, ein mit Ecken versehener Porsche-Kleinwagen, oder? Beim Roten fällt das Heck so merkwürdig ab, der optische Schwerpunkt ist schon ein wichtiger Punkt für die Ausgewogenheit eines Designs.

Die beiden Prototypen sind übrigens auch ausgestellt. Man kann einmal rund um die Modelle gehen, sich hinhocken, schräg gucken, einen anderen Blickwinkel einnehmen. Alles – außer Reinsetzen – ist möglich.

Golf SkizzenDie Skizzen sind teilweise erstmalig veröffentlicht worden. Zeitgeist, Mode, Schlichtheit: der Golf war immer richtig für diejenigen, die möglichst wenig Schnickschnack wollten, das Auto.golf_7891Dann tritt man zum Golf I. Und blickt nach links. Dort stehen die Modelle 1 – 6 aufgereiht, so dass man aus 1000 Blickwinkeln Konturen und Details untersuchen kann. Stundenlang könnte man schauen.GolfVon vorn, von der Seite, schräg. Wie sich die Stoßstangen verändert haben, wie die Scheinwerfer. Aber immer blieb es ein Golf. GolfRingelreihen von Nummer Eins bis Sechs. Die C-Säule, die Rückleuchten. Interessant. Und gut, dass irgendwann die integrierten Stoßfänger kamen. So stelzig, wie die ersten beiden Golf-Versionen ging es nicht weiter. golf_7905Wobei ja die wirklichen Evolutions-Stufen am wichtigsten und ausgeprägtesten bei Golf IV und beim VII waren. Also der Neue. Der neue Golf 7 steht gegenüber vom ersten Golf. Leider ist mir die Aufnahme unscharf geworden, so dass ich Euch nur einen Ersatz anbieten kann. Oder: guckt doch selber ins Forum!golf_7655Beschäftigen kann man sich stundenlang, denn es sind noch weitere Exponate vorhanden. Wo? In Berlin! Berlin ist eine Reise wert, …  und die Original VW-Currywurst kann man im angeschlossenen Restaurant auch essen. Lecker! Aber mit Pommers nehmen, nur so ist’s original.

„Generationen Golf“
7. Dezember 2012 bis 20. Januar 2013, verlängert bis 27. Januar 2013
im Volkswagen Automobil Forum Unter den Linden,
Unter den Linden 21 (Ecke Friedrichstraße), Berlin-Mitte,
täglich 10.00 – 20.00 Uhr, Eintritt frei.

Danke an Volkswagen für die Einladung nach Berlin

4 Gedanken zu “Evolution des Golf-Designs, Golf 1 bis 7

  1. Pingback: Nicole Y. Männl
  2. Pingback: Auto-Bloggerei.de
  3. Pingback: Nicole Y. Männl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.