Renault Kangoo Z.E.

Rendezvous mit dem Kangoo Z.E. – Im Bloglight

Bloglight-Artikel (siehe Info)
Ich war in Portugal, früh am Morgen wachte ich auf. Jemand hatte einen Weckruf für mich bestellt. Neben mir auf dem Stuhl lag mein Blaumann, ein Auftrag und ein Autoschlüssel. Verschlafen fuhr ich mir durch das Gesicht und die Haare. Ach ja, ich erinnerte mich. Ich hatte eine kleine Wette verloren und somit einer lieben Freundin versprochen, eine Garten-Tour für sie zu übernehmen. Die Auslieferung von ein paar kleineren Pflanzen, in der Umgebung von Lissabon sowie mühseliges Unkrautjäten. Aber dafür benötigt man keine besonderen gärtnerischen Fähigkeiten, da brauche ich keine Anleitung für.

Meine Freundin sagte mir, ich solle erst dieses Video gucken, bevor ich losfahre, da wäre alles erklärt. Ich schüttelte erst den Kopf, ich kenne mich doch mit Autos aus, aber ich tat ihr den Gefallen.

Aha, ein Video, in dem u. a. die Instrumente des  Elektroautos gezeigt werden. Und der Schlüssel zum Kangoo Z.E. lag neben mir. Schnell hopste ich aus dem Bett, unter die Dusche und war schon so gut wie unterwegs. Auf dem Weg begegneten mir weitere Kangoo Z.E. Modelle.

Der große rote, der schafft schon einiges zu transportieren …

Eigentlich gehe ich ja an diesen Klötzen auf 4 Rädern locker lächelnd auf Automessen vorbei. Die sind ja nicht soo spannend. Aber diese Version war interessant, denn beim genaueren Hingucken las ich „Z.E“.
Ich überlegte, … Z.E., Z.E., was könnte das heißen?

  • Zentral Einheit
  • Zwei Esel
  • Ziemlich einfach
  • Zügig einparken
  • Zuwenig Energie?

Egal, da kümmere ich mich später drum, dachte ich. Schnappte mir den Schlüssel und ging locker im Jane-Wayne-Gang jeansbehost auf das Lastesel-Kastenmöbel zu.

Bisher eigentlich alles klassisch einfach gehalten, die Tür klonkte metallisch beim Öffnen und plöppte halbsatt beim Zumachen. Ich war drin, im Kangoo.
Die Sitzposition erwies sich als sehr aufrecht, passt aber … wenn man einen Arbeitsanzug anhat. Man hat vielleicht als Normal-Autofahrer eher das Gefühl, als ob man an der Werkbank sitzt. Nach 30 Sekunden fühlte ich mich, als hätte ich einen richtigen virtuellen Blaumann an und drehte den Zündschlüssel im Schloss.

Och, nee, der startet ja gar nicht, würde vielleicht manch ein Handwerker denken, der unbedarft das Z.E. überlesen hat. Bis dann im Display der Instrumententafel das grüne „ON“ erscheint. Aber kein Ton, kein Motorengeräusch ist zu hören. Der Handwerker würde vielleicht vorsichtig aufs Gas tippen, um zu testen, ob der Kangoo Z.E. auch wirklich losfährt. Ja, er tut es, der Kangoo.

Und da waren sie plötzlich alle, die blauen Elektro-Schnauferl.

Ich war überwältigt, dass soviele Handwerker unterwegs sein sollten. Doch, Moment, das kann ja gar nicht sein, … ich höre ein Weckerklingeln, obwohl ich schon draußen auf dem Parkplatz … nein, ich, äh, ich habe alles nur geträumt. Also das mit dem Blaumann und dem Auftrag.

 

Jetzt erinnerte ich mich: internationale Blogger waren eingeladen, um den Renault Kangoo Z.E. zu testen. Und ich war dabei.

Nun meine – ungeträumten Gedanken dazu:

Ein Kangoo ist ja irgendwie ein klassisches „Handwerker-Auto“. Soweit die Schubladendenke bedient. Klar, gibt es noch andere Anwendungsfälle, aber die lasse ich jetzt mal außen vor. Was soll ich also mit einer Klempner-Kiste oder einer Schlosser-Schaukel?

Vor mir stehen zwei Handwerker-Versionen des Kangoo – ein Zweisitzer und ein X-Sitzer bzw. mit großer Ladefläche. Beide mit ordentlich Stauraum, ich sehe viele Kästchen, Schubladen und Bohrlochvorbereitungen zur individuellen Einrichtung des kleinen Raumwunders.

Ich habe den kleinen weißen getestet, nicht, weil ich mir den unbedingt ausgesucht habe, sondern, weil ich einfach ein paar Minuten zu lange beim Frühstück geblieben bin und die großen blauen schon alle weg waren.

 

Lob hatte ich ja schon verteilt, nun die Kritikpunkte, die mir auffielen bzw. „was fehlt“:

  • Fehlende Rückfahrkontrolle (Video bzw. Sensoren), besonders bei der geschlossenen Version ohne Fenster im rückwärtigen Bereich.
    Aufpreis als Option würde sich ggf. rechnen, wenn man die auftretenden Schäden durch das Rückwärtsfahren gegenrechnen würde, die auftreten könnten.
  • Kein Rückspiegel, nur Seitenspiegel, die Türen hinten hatte keine Fenster. Die Begründung fehlte mir …
  • Material im Cockpit, Seitenverkleidung: die Haptik gefällt mir persönlich nicht. Kam mir sogar leicht klebrig vor, so als ob das erste Finish nach Produktionsende noch drauf wäre.
  • Wenig Ablagemöglichkeiten für (frühstückende!) Handwerker.
  • Es gibt eine Mittelarmlehne, die ein tiefes Fach beinhaltet. Wenn das Fach halbvoll ist, dann findet man schon das zuunterst nicht mehr.

Das von mir beurteilte Fahrverhalten:
Der Kangoo ist ein volumiger Klotz, der dennoch agil durch die Elektrifizierung beschleunigt werden kann. Fast schon vergleichbar mit einer Hummel, da wundert man sich (physikalisch) auch, dass sie überhaupt so elegant fliegen kann.

Ich kann mir vorstellen, dass die Fahrer zuerst in Versuchung sind, sehr flott zu fahren. Zumindest ging es mir so!

Belohnungs-Ding für sparsames Fahren: die Rekuperation – im Display sichtbar, wird durch Minuswerte angezeigt.

Es gibt verschiedene Modelle, Ausstattungen, da empfehle ich doch einfach mal die Kangoo Z.E.-Seite. Natürlich konnte ich in der Kürze der Zeit keine vernünftigen Verbrauchsmessungen anstellen, die Reichweite soll laut Herstellerangaben 170 km betragen. Für ein Handwerker-Auto, das lokal in der näheren Umgebung eingesetzt werden soll, denke ich, dass das ausreichend in den meisten Fällen sein wird.

Und wer es bis jetzt noch nicht herausgefunden hat: Z.E. heißt „Zero Emission“ …  die „richtige“ Zielgruppe bin ich zwar nicht, aber es hat mir doch eine Menge Spaß gemacht, die Probefahrt mit dem Kangoo Z.E.

Disclosure: Renault hatte mich zum Presseevent des Fluence Z.E. und Kangoo Z.E. eingeladen (Reisekosten).

Bloglight: Renault ist übrigens „Hersteller des Monats“

bei uns Auto-Bloggern! Jeden Monat soll ein Hersteller ins Rampenlicht gerückt werden, der dies auf Grund eines besonderen Engagements, einer pfiffigen Idee, einem großartigen Produkt oder einer anderem besonders erwähnenswerten Sache verdient hat.

Die Begründung diesen Monat:
„E-Autos, die man schon kaufen kann, Hersteller mit den meisten unterschiedlichen und attraktiven Modellen.“  = Renault

Weitere Artikel der Blogger-Kollegen sind hier schon aufgeführt / werden aktualisiert und auf unserer Blogger Auto Award-Seite findet Ihr alles weitere:
Im Bloglight: Renault (April 2012)