Aktion #vwdarkside von Greenpeace – Interview mit VW, Seite 2: Interview mit Greenpeace

Orientierung:
Seite 1: Interview VW (diese Seite)
Seite 2: Interview Greenpeace
Seite 3: 2. Statement Greenpeace

 

Greenpeace beantwortet das Werbevideo von Volkswagen (Hauptdarsteller ein Mini-Darth-Vader und ein Passat) am Dienstag  mit den kleinen Yedi-Rittern, die dem kleinen Darth Vader ganz schön zu schaffen machen, aber zum Schluss mit ihm tanzen. Zu finden sind die beiden Videos hier:
1. http://www.youtube.com/watch?v=nXndQuvOacU
2. http://www.youtube.com/watch?v=KjmW3-FY1Ac

UPDATE: Lucasfilm Ltd. hat die Videos von Greenpeace sperren lassen!
Urheberrechtsanspruch

und nun UPDATE 2 (21:00 Uhr): den gesamten Account von Greenpeace gesperrt:

UPDATE 3 (01.07.): Greenpeace hat den Spot auf vimeo hochgeladen und verbreitet den Link erneut. Bislang (10:50 Uhr) knapp 12.000 Views.
Bin gespannt, wie und ob vimeo reagiert oder reagieren muss, da der Fall der Urheberrechtsverletzung nicht aus dem Weg geräumt ist, sondern weiterhin besteht. http://vimeo.com/25829696

Eingepackt in die Website http://www.vwdarkside.com/, hat Greenpeace die folgende Aktion gestartet und fordert:

Das Manifest der Rebellion
1. Für strenge CO2-Klimaziele
2. Für strenge C02-Grenzwerte bei Autos
3. Taten statt Worte!


Greenpeace haut VW aber auch nicht in die Pfanne
, sondern formuliert – so finde ich – recht diplomatisch:
Wir spüren: Es steckt Gutes in VW…
Viele Menschen lieben ihren Volkswagen, sogar Rebellen fahren VW. Aber die VW-Bosse sind von der dunklen Seite der Macht verführt worden. Deshalb lassen sie uns keine andere Wahl, als sie herauszufordern. Es ist noch nicht zu spät: Zusammen können wir VW dazu bringen, sich von der dunklen Seite der Macht abzuwenden. VW muss zu einer Macht für das Gute werden – auf dem Spiel steht unsere Zukunft.
Quelle: http://www.vwdarkside.com/de/pages/lightside

Okay, ich sehe das so: Greenpeace kann ja jetzt auch nicht fordern, dass alle Greenpeace-Anhänger sofort ihre Volkswagen zum Mond schicken …

Was sagt VW zu der Aktion #vwdarkside?

Mich hat interessiert, was VW sich dabei denkt, wenn ein kleiner Sidekick passiert – und ich wollte sehen, wie schnell VW auf solche Aktionen reagieren kann. Besonders, wenn ein/e Blogger/in anfragt.

Also habe ich am Dienstag Nachmittag folgende Fragen (fett hervorgehoben) gestellt und VW hat um 16:39 Uhr heute geantwortet. Reaktionszeit quasi 2 Tage.

  1. 1. VW allein kann schon viel bewegen, sieht man sich die Verkaufszahlen und die Verbreitung an. Meinen Sie, es macht Sinn, sich einen Konzern wie VW herauszupicken?
    Oder sollte Greenpeace auch andere Hersteller ins „Boot“ holen, um gemeinsam und wettbewerbsfreundlich für alle etwas zu verändern?Antwort von VW:Warum Volkswagen Ziel dieser Kampagne geworden ist, muss Greenpeace beantworten. Greenpeace nutzt als Grundlage für den eigenen Film den äußerst erfolgreichen TV-Spot „The Force“ für den Passat. Auf YouTube wurde der Original-TV-Spot von Volkswagen über 40 Millionen mal angeklickt. Und in der vergangenen Woche gewann der Film beim Werbefestival in Cannes den „Goldenen Löwen“. Das mag ein Grund sein.Wir können die Kritik von Greenpeace nicht nachvollziehen. Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind entscheidende Faktoren der Unternehmensstrategie von Volkswagen. Aus unserer Sicht müssen die Klimaschutzziele der EU ganzheitlich und gemeinsam angegangen werden. Hier ist es wenig sinnvoll, sich einen einzelnen Hersteller herauszupicken, zumal wir schon seit vielen Jahren erfolgreich an der Verbrauchs – und somit der CO2-Reduktion unserer Fahrzeuge arbeiten.“
  2. 2.  Kann VW 100% wettbewerbsfähig bleiben, wenn alle „Normal-Autos“ aus der Produktpalette ab sofort gestrichen werden und nur noch BlueMotion angeboten würde? Wäre dies überhaupt möglich, wenn ja, ab wann?Antwort von VW: „Wenn wir über reine BlueMotion -Fahrzeuge sprechen, würde diese Umstellung bedeuten, dass alle unsere Kunden nur noch ein Auto mit Dieselmotorbestellen könnten. Etwa die Hälfte unserer Kunden verlangen aber nach einem Benziner. Es wäre anmaßend, von unseren Kunden zu verlangen, sich derart anzupassen.
    Die Modelldurchdringung von aktuellen Fahrzeugen mit den BlueMotion-Technologies liegen beim Sharan, Touran oder Passat bei ca. 98%, d.h. unsere Kunden entscheiden sich immer häufiger für effiziente und umweltschonende Technologien.“
  3. 3. Warum entscheidet sich der Verbraucher/Käufer nicht für die BlueMotion Modelle? Bei einem Golf 1,2 TSI (18.675,-) vergleichsweise zu einem Golf 1,2 TSI Blue Motion (19.075,-) gibt es einen Preisunterschied von 400,- Euro. Warum fördert VW den Verkauf der Blue Motion Modelle – laut der Aussage von Greenpeace – nicht?Antwort von VW: „Gerade unsere BlueMotion -Fahrzeuge und die BlueMotion Technologies wurden und werden sehr stark beworben. Nicht zu vergessen, unsere Werbe-Kampagnen zum Thema Think Blue. Mit dieser Unternehmenshaltung zum Thema Nachhaltigkeit zeigen wir Wege auf, wie individuelle Mobilität und nachhaltiges Handeln in Einklang zu bringen sind. Diese Haltung beginnt bei den Mitarbeitern, die zum Mitmachen aufgefordert werden. Sie setzt sich fort über die Produktion, in Chattanooga wurde kürzlich ein der umweltfreundlichsten Fabriken der Welt eingeweiht. Die Botschaft von Think Blue.: Umweltschutz ist einfach und jeder kann einen Beitrag leisten.“
  4. 4. Wie wird VW auf die Aktion von Greenpeace reagieren? Wird sich VW mit Greenpeace „unterhalten“? Ist ein Gespräch von Greenpeace vor dieser Aktion angefordert worden?Antwort von VW: „Es hat knapp zwei Wochen vor der Greenpeace-Aktion ein Gespräch zwischen Experten von Volkswagen und Greenpeace gegeben.
    Das Gespräch wurde von Greenpeace mit einer Mail angefordert, in der sich die Umweltschutzorganisation positiv hinsichtlich der von Volkswagen erreichten Fortschritte bei der Reduktion von CO2-Emissionen geäußert hat.“
  5. 5. Es ist ja ein „Spiel“, das Jedi-Training, eingebunden worden, um die Aktion auch viral auf Twitter und Facebook sowie über E-Mail bekannt zu machen.
    Wie findet VW solche spielerischen Aktionen?
    Könnte es sein, dass die Leute bei der Spielerei sich mit dem eigentlichen Ziel weniger beschäftigen und einfach nur „mitmachen“?
    Siehe auch https://www.facebook.com/pages/The-Rebellion/170723582989718?sk=wall und https://twitter.com/#!/search?q=%23vwdarkside (Text: Schau dir meine Jedi Training-Seite an, um VW von der dunklen Seite abzubringen! #vwdarkside + Link)Antwort von VW:Wir meinen, dass der spielerische Umgang mit dem Thema Umweltschutz grundsätzlich eine gute Herangehensweise ist. Die Auseinandersetzung zum Thema Nachhaltigkeit sollte jedoch ganzheitlich und ernsthaft sein.“


Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen,
obwohl ich in einem persönlichen Interview doch noch ein bisschen insistiert hätte, um noch präzisere Antworten zu erhalten. Gerade die Frage: „Wie wird VW nun reagieren?“ ist für mich nicht beantwortet, was ich schade finde. Aber es könnte (Vermutung!) natürlich sein, dass VW einfach ein bisschen länger aussitzt, abwartet, wie hoch die Wellen schlagen.

Ziehen wir ein Resümee?!

Die Wellen schlagen nicht all zu hoch für VW, ein paar Blogs berichten, indem sie nur einseitig den Spot nennen, die Aktion verlinken, das war’s. Diese Blogs werde ich nicht alle erwähnen, die findet Ihr auch über die Google Blogsuche (Stichwort „vwdarkside“ hilft). Der Vollständigkeit halber auch die Pressemeldung von Greenpeace: Volkswagen: Greenpeace enthüllt die dunkle Seite des Automobil-Konzerns

UPDATE 4: Endlich habe ich Blogbeiträge gefunden, die sich zur Sache äußern:

Reaktionen bislang

Etwas mehr mit dem Thema auseinandergesetzt (bis zur Veröffentlichung meines Artikels) hat sich auch Basicthinking, die – wie ich – ein Statement angefordert haben. Siehe Dunkel die Macht des Volkswagens ist: Greenpeace parodiert VWs Darth-Vader-Spot. Zitiert ist auch das Statement, das Frederic Huwendiek (ZDF heute.de) bekommen hat: http://www.twitlonger.com/show/bdd26j.

Wenn ich mir ganz subjektiv meine Timeline bei Twitter und Facebook anschaue, dann kann ich sagen, dass der Dienstag schon recht frequentiert war, aber die nachfolgenden Tage der Hype absolut nachließ. In anderen Sprachen sieht das noch ein bisschen anders aus, schaut man sich die Facebook-Page an. Ganze 28 von meinen über 1000 Facebook-Freunden gefällt das. Naja, die werden vielleicht schon ausgespielt haben, ich sehe jedenfalls nichts mehr an Statusmeldungen, die mich zum Jedi-Ritter-Spiel überreden wollen. Momentaner Stand bei Twitter, wenn ich nach dem Hashtag #vwdarkside suche: um die 3-4 Tweets pro Stunde. Und da sind keine meiner Follower/Followings dabei.

Vor zwei Tagen hat W&V noch herausbekommen: VW-Parodie: Top-Kreative arbeiteten gratis für Greenpeace. Das finde ich, ist schon ein Schlag ins Gesicht für Greenpeace. Sollte Greenpeace sich erst positiv gegenüber VW äußern, um dann 2 Wochen später – kostenlos, auch pro bono genannt – doch gegen den Autokonzern Wellen schlagen zu wollen? Wenn dem so ist, finde ich das nicht sehr fein von Dir, Greenpeace. Erst loben und dann bashen, … tssstsss

Bitte an Euch

Ich bin weder pro VW noch pro Greenpeace oder gegen einen von den beiden. Ich schaue mir immer gern an, was passiert, versuche Hintergründe zu begreifen und denke ein bisschen weiter. Wie gut einem das gelingt, wenn man nicht involviert ist, ist manchmal nicht so einfach. Aber plappert doch nicht immer alles kritiklos nach und macht nicht – ohne Hintergrundwissen – bei irgendwelchen Spielchen mit, um ein T-Shirt zu gewinnen. Lasst Euch nicht so einfach kriegen, …  informiert Euch erst. Merci.

P.S. Wenn sich Greenpeace äußern möchte: gern! Ich würde Euch genau so viel Platz wie VW einräumen, um Euch zu äußern.

UPDATE 5: Greenpeace hat meine Fragen beantwortet, einfach auf Seite 2 weiterblättern!

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12 Gedanken zu “Aktion #vwdarkside von Greenpeace – Interview mit VW, Seite 2: Interview mit Greenpeace

  1. „plappert doch nicht immer alles kritiklos nach“ – treffender hätte man es nicht schreiben können. Ich müsste nun eigentlich pro VW und sogar pro Greenpeace sein, habe ich mir doch tatsächlich einen neuen VW mit Bluemotion gekauft ;)

  2. Pingback: limone
  3. Pingback: Elias Schwerdtfeger
  4. Pingback: Nicole Y. Männl
  5. Pingback: Die dunkle Seite: Greenpeace und das Urheberrecht | Christian Buggischs Blog
  6. VW geht weder mit Menschen noch mit der Umwelt verantwortungsvoll um!

    Mobbing gehört zum gewollten Führungsstil! Money ist die Ausrichtung.

    PUNKT – der grüne!

    1. macdet, ein Blick ins Impressum lässt mich nachvollziehen (zumindest oberflächlich), was Du meinst. Ich lasse Deinen Kommentar gern so stehen (weil er zwar schimpft, aber nicht beleidigt), auch wenn es (für mich) momentan nicht klar ist, was Du – etwas parolenartig geäußert – mit Deinem Kommentar erreichen möchtest. Mehr Details/Begründungen wären vielleicht hilfreich gewesen, damit auch nicht involvierte Menschen verstehen, worauf Du abzielst.

      Aber bitte (an alle) keine schimpfwortreichen beleidigenden Denunziationen – weder über Greenpeace noch VW. Danke für die Beachtung.

  7. Die Spots sind seit zirka 09:00 Uhr wieder auf der Website von Greenpeace verfügbar. Vielleicht hat man sich ja mit Lucasfilm geeinigt. Für mein Befinden ist Greenpeace da einigermaßen blauäugig an das Thema Copyright herangegangen. Die Argumentation „das ist ja Satire und deshalb wird sich schon keiner beschweren“ und „Daimler hat damals auch nichts gesagt“ findet sich auch im Greenpeace-Blog. Und mich überzeugt sie nicht. Daimler wird seinerzeit gute Gründe dafür gehabt haben, nicht zu intervenieren. Lucasfilm wiederum hat von GP erst mal nichts zu befürchten und denen kann die Verärgerung der GP-Fans ziemlich egal sein.

    Ich finde, gerade diese Argumentation zeigt ein allzu großes Vertrauen von GP in die eigene Sache und dass alles, was man tut, schon gut und richtig ist. Nun ist Selbstvertrauen eine gute Eigenschaft, zu viel davon aber tendenziell Arroganz. Das macht nicht nur blind für Probleme, das kann ganz schön teuer werden. Die Kampagne hat dadurch jedenfalls deutlich an Drive verloren.

    1. Helge, Danke für Deinen Kommentar. Nein, geeinigt hat man sich nicht, vermute ich, da die Videos nun – kein Geheimnis, im Quelltext steht es – auf http://23video.com/ gehostet werden. Ich vermute, dass Greenpeace weiterhin auf der Satire-Nummer beharrt und die Social-Web-Stimmen gegen Lucasfilm „sammelt“, damit Lucasfilm irgendwann doch das OK gibt. Weil Lucasfilm keinen Shitstorm möchte – zumindest keinen größeren als jetzt. Das wäre zumindest eine – für Greenpeace – verfolgenswerte Taktik. Obwohl ich Deiner Meinung bin, man hätte das VORHER mit Lucasfilm „besprechen“ müssen (was augenscheinlich nicht passiert ist).

  8. Pingback: Komischer Typ 07/04/2011 - komischer-typ.de
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