Sind kleine elektrische Stadtautos (als Zweitwagen) eine Lösung?

Eine Lösung, meine ich, um die Verbreitung des E-Autos bzw. eher E-Stadtflitzers voranzutreiben? Zweisitzer-E-Autos sind keine „100-Prozent-vollwertigen“ Autos, finde ich, sondern eine bessere und schnellere Art als sich zu Fuß durch die Stadt zu bewegen. Denkt Euch hier ein kleines Ironie-Smiley …

Verschiedene Hersteller (VW=Nils, Opel=RAK e, Renault=Twizy, …. usw.) bieten elektrische Kleinwagen an, die fast ein bisschen an die Anfänge des Autos erinnern. Wenig Stauraum, Platz für 2 Personen. Ist das der Usecase, den wir in Zukunft häufig vorliegen haben werden? Mag sein.

Ich habe festgestellt (seit mehreren Jahren), dass ich mit meinem „normalen“ Auto nur ganz selten viele Dinge transportieren muss, die nicht reinpassen. Ein normaler Einkauf (zwei bis drei Einkaufstaschen) passt, für mehrere Getränkekisten müsste ich hingegen einen Lieferdienst konsultieren, sonst wird es unpraktisch bis unmöglich (Beladen/Entladen).

Wer allerdings eine Familie „transportieren“ möchte, ggf. mit Wuffi dabei und den Großeinkauf für Samstag tätigen möchte, für den ist so ein kleines E-Auto nichts. Aber es könnte ja sein, dass „in der Woche“ ein zweites Auto fehlt, wenn die Familienkutsche unterwegs ist. Da sehe ich einen möglichen Anwendungsfall.

Der zweite – wie oben beschrieben – ist dann der Single-Usecase, als alleiniges Auto. Das meine ich jetzt nicht auf den Familienstand, sondern auf den Verwendungsszweck bezogen. Wenn mal etwas transportiert werden muss, wird sich eben für diesen Zweck ein Transporter geliehen.

Audi setzt für den Urban Concept einen Preis unter 10.000,- an (Komplettpreis), wohingegen z. B. Renault noch tiefer gehen kann und den Twizy für 7.000,- plus monatliche Leasing-Gebühr für den Akku 45,- anbietet.

Ich bin gespannt, wie diese Zweisitzer-E-Mobile vom Verbraucher angenommen werden. Audi bringt erstmal eine limitierte Auflage von 999 Stück auf den Markt. Künstliche Verknappung, um Begehren zu wecken oder eine erste vorsichtige Testphase?

Embedded Link

Audi Urban Concept Rumored for Low-Volume Production
The Audi Urban Concept unveiled last month at the Frankfurt Auto Show is now reportedly headed for low-volume production. According to sources inside the

Google+: View post on Google+

Post imported by Google+Blog. Created By Daniel Treadwell.

28 Gedanken zu “Sind kleine elektrische Stadtautos (als Zweitwagen) eine Lösung?

  1. Ein Zweitwagen kommt nur für wenige in Frage. Eventuell für Familien, die es sich leisten können. Man braucht schließlich nicht nur das Geld sondern auch den Platz.

    Für die derzeitigen Elektroautos sehe ich keinen großen Markt, außer vielleicht für Car Sharing Unternehmen. Die Elektroautos sind einfach zu teuer und haben eine zu geringe Reichweite, damit sich der höhere Anschaffungspreis auch rechnet.

  2. Also bei dem Fahrverhalten in meinem Haushalt würde ein solches Fahrzeug auch als einziges Auto reichen. Wir fahren in der Regel in der Woche nicht mehr als 100km. Fahrten sind selten länger als 25km. Das größte Problem ist und bleibt aber: Wo lade ich einen Vollstromer auf? Bei mir vor der Haustür bzw. in meinem Kiez ist nirgends eine Steckdose, die entsprechend abgerechnet werden kann.

  3. Dito und das trifft auf die meisten Leute zu, reiner Stadtverkehr zu 90 %. Ich warte schon seit 3 Jahren auf eine Alternative zu den altmodischen fahrbaren Heizungen, werde aber von den Autoverkäufern ausgelächelt! Mir stinkt es langsam…

  4. Das Ladeproblem das + Sascha Gilly Israel erwähnt, ist sicher das Hauptproblem bei der Sache. Das wurde ja auch zuvor schon mehrfach bei posts zu diesem Thema behandelt…
    Ich kann nur wiederholen (ich hab das m.E. schon mal geschrieben) das ich fast 10 Jahre in der Großstadt praktisch nur mit einem Smart ausgekommen bin, den 'großen' Geschäftswagen habe ich nur für Langstrecken (>ca.50km oneway) außerhalb der Großstadt genutzt. Und das ging prima, leider gab es damals noch keine Stromautos, hätte ich sonst sofort gemacht, den der Benzinverbrauch des Smarts liegt (verglichen mit der Größe und dem Gewicht) viel zu hoch :-(
    Selbst Einkaufen (auch Getränke!), ja selbst ein kleiner Umzug (2 Umzugskartons passen rein) war problemlos.

  5. Die Bundesrepublik sollte die induktive Ladetechnik in Großstädten vorantreiben. Ist günstig und sieht keiner. Die Industrie nutzt das schon seit Jahren. :/

  6. Ja, das Ladeproblem, … Ihr habt ja so Recht!
    Ich könnte auch nicht (wie Gilly sagt und Wolfgang bestätigt) aufladen. Garagen – selbst wenn man wollte – sind Mangelware (alle vermietet) oder wären zu weit entfernt, um es wirklich praktikabel zu gestalten. Wie André sagt, Induktion wäre eine der Lösungsmöglichkeiten, aber die müssten genau so erstmal vom E-Auto unterstützt und in unseren "Kiezen" installiert werden.

    Aber faszinierend, dass viele schon sagen, es sind meistens Kurzstrecken und das eingeschränkte Platzangebot stört nicht.

  7. Um da noch einen drauf zu setzen ;-)
    Ich war gerade ein paar Tage in Washington, sicher eine der 'europäischten' Städte in den USA. Aber trotzdem fahren fast alle Auto, und das alleine. Mehrfach beobachtet, die 'fast lanes' auf denen man nur fahren darf wenn mind. 2 Personen im Auto sitzen, liefen reibungslos, während die restlichen 3-5 Spuren(!) sich stauten… Und die Metro war, zumindest in der nachmittags rush-hour, auch relativ leer.
    Und wenn ich regelmäßig um Stuttgart rum muss (oder rein) sieht's nicht wirklich anders aus…

  8. Dirk, was hättest Du denn gern? Ein Tesla ginge, oder? Das ist an sich – vom Platzangebot! – auch nur ein Stadtauto. Reichweite ist höher, ich weiß … wollte nur mal polarisieren. Der Preis ist hingegen nicht vergleichbar. Preis=Design? Frage an Euch weiter gegeben, falls Ihr mögt …

  9. + Wolfgang Enigk mein nächstes Auto wird daher vermutlich ein VW Up sein. Kleiner Verbrauch, guter Stauraum. Für alles weitere gibt es Sixt ;)

  10. Auch dazu mein Senf…
    Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Herr Hayek (der eigentliche Erfinder des Smarts) ja schon damals in den late 90s die Idee das Auto zu elektrifizieren. Leider haben weder VW (sein erster Partner) noch Mercedes ihn da entsprechend unterstützt. Ich denke es wäre damals schon möglich gewesen zu einem ähnlichen Preis (und Smart waren nie günstig oder gar billig) auch eine E-Variante auf dem Markt zu bringen.
    Also Preis = Design gilt für mich nicht, das was auf Messen etc. als SuperDesignVarianten gezeigt wird (egal mit welchen Antrieben) kommt eh nie in die Verkaufsräume (siehe auch A-Vision von Mercedes hierzu). Design ist sowieso meist Geschmacksache, also muss es auch nicht teuer sein (kann aber natürlich schon…)
    Tesla & Fisker gefallen mir natürlich schon ;-)

  11. Ich würde mir wünschen, dass einfach die "normalen" Autos auch mit eAntrieb verfügbar wären. Ein Stadtauto muss nicht aussehen wie ein Colani-Ei oder eine Erstsemester-Arbeit eines Kunststudenten. Solche Augenquälereien wie den Nissan Pivo (?) kauft kein Mensch.

  12. Für mich würde sich ein E-Auto absolut nicht rechnen. In den letzten Jahren fahre ich extrem wenig. Weniger als 2000km im Jahr. Das macht bei dem Verbrauch meines Autos und dem derzeit aktuellen Spritpreis gerade mal ca 200€ im Jahr. Ich müsste 25 Jahre das gleiche Auto fahren, nur um einen Aufpreis von 5000€ gegenüber einem herkömmlichen Benziner rein zu holen… vorausgesetzt ich bekomme den Strom umsonst.

    Aus meiner Sicht absolut unrentabel. Noch nichtmal aus ökologischer Sicht, weil ich selbst mit dem Benziner so wenig Abgase produziere, dass bei der Produktion des E-Autos und der Verschrottung meines alten mehr Schadstoffe produziert werden.

    Ich werde meinen Benziner so lange fahren bis er auseinanderfällt und hoffen, dass bis dahin die E-Autos wirklich rentabel sind.

  13. Ich denke auch, dass der Verbraucher umdenken muss – wenn er einmal im Jahr in den Sommerurlaub mit Sack und Pack fährt, braucht er nicht das ganze Jahr den großen Kombi vor der Tür, den er zu 90% für ca. 20 km am Tag bewegt.
    Hier in den Kommentaren finde ich, sind schon erfrischende Ansätze, Zitat Gilly "für alles weitere …". Neben den klassischen Autovermietern sind ja auch die Carsharing-Modelle am Losmarschieren.
    Also sind schon viele – wenn nicht sogar alle – Fälle abgedeckt, um die individuelle Mobilität zu erhalten.
    Würdet Ihr denn auch Leute mitnehmen, also Mitfahrzentrale, flinc etc.? Um mal den social Aspekt mit reinzubringen? Was spricht dagegen, was dafür?

  14. Mitfahrzentrale… Ich habe ca. 6 Monate lang für fast jede längere Fahrt Plätze angeboten, so insgesamt ca. 25 Mal. Ein einziges (!) Mal hat jemand angefragt und ist dann auch mitgefahren. Das ist mir den Aufwand nicht mehr Wert, obwohl es eigentlich ein typische win-win Situation sein könnte. Aber vielleicht fahre ich ja auch nur die falschen Strecken zur falschen Zeit…

  15. Dirk, Concept-Cars sind auch wichtig, um zu sehen, was wie in einer überzogenen Darstellung ankommt.
    Serien-E-Golf kommt. Renault mit Fluence und Zoe (der sieht wieder etwas außergewöhnlicher aus, geht aber auch). Nissan Leaf = normal. Mitsubishi i-Miev, Citroen C-Zero und Peugeot iOn sind normale Kleinwagen wie der smart electric drive. A-Klasse E-Cell = normal. German E-Cars baut schon normale Straßenautos (Suzuki Splash, Opel Agila, Corsa) um. Also es gibt genügend Auswahl. Sind nur noch nicht alle sofort verfügbar, nur ein paar … die meisten kommen aber 2012-2013 …

  16. Mein nächstes Auto wird der BMW i3. Genug Platz, durchdacht, schick, praktisch, sportlich, qualitativ hochwertig und gerade noch so bezahlbar. (zw. 35 und 40 tausend Euro)

  17. + Markus Burrer Du musst noch mehr mit einrechnen! Ein E-Auto braucht keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen, Zahnriemen, Keilriemen, Luftmengenmesser, Lanbdasonde, Kat, … alles Sachen, die gerne kaputt gehen und nicht gerade günstig sind.

    Ich habe einen relativ neuen Scirocco mit Super umweltfreundlichem 1.4 TFSI Motor. Nach 20 tausend Kilometern hatte ich einen neuen Turbolader (700 Euro + Einbau) und zwei neue Zündspulen (160 Euro). Zum Glück passierte das noch in der Garantiezeit. Nach der Garantie fliegt das Auto raus. Im Rausch gegen den i3.

  18. + André Fiedler Klar, war jetzt mal rein auf den Verbrauch gerechnet. Aber beim E-Auto kommt irgendwann der Akku. Und der wird RICHTIG teuer. Und wenn das so läuft wie bei meinem Laptop früher als einem lieb ist. Wenn nach 4-5 Jahren die Akkuleistung unter 50% gesunken ist macht es auch keinen Spaß mehr.

  19. + Markus Burrer Ok, stimmt auch wieder. So ein Akku kostet aktuell um die 10 tausend Euro. :/ Ich hoffe, dass sich da noch etwas tut. Meine Entscheidung für ein solches Auto steht zumindest fest. Auch wenn ich mit dem "Selbstversuch" scheitern sollte.

  20. Ich denke, dass das Leasing-Modell für Akkus Sinn macht. Das sind zwar laufende Kosten, aber wenn er kaputt geht bzw. die Leistung nachlässt, dann kann ich problemlos tauschen. Die Ersatzteil-Investition (André nennt hier 10.000 Euro als Bsp.) bleibt also nicht an mir hängen. Wobei man noch bedenken müsste, dass das AT (Austauschteil) auch noch etwas an Gegenwert "bringen" müsste, auch wenn es akut nicht mehr einsatzfähig ist, erst aufbereitet (Recycling) werden müsste.

  21. E-Mobilität wäre toll, wenn es genug Lithium für mehr als 10 Millionen Autos gibt. Da das aber nicht er Fall ist und außerdem noch andere "Litiumverbraucher" bekannt sind… don't bother eMobility until they know how to storage electricity in a sustainable way.

  22. + Jörg Wittkewitz Die nächste Akku Generation werden Metallfluorid-Akkus sein. 10x so leistungsfähig wie Lithium-Ionen-Akkus. Und wenn man etwas weiter "spinnt", werden wir uns Ameisensäure in den Tank schütten: http://de.wikipedia.org/wiki/Ameisens%C3%A4ure#Verwendung

  23. Wobei ich klar sagen muss, dass ich gegen diese dämliche Ameisensäurelösung bin. ;o) Mann sollte Strom direkt benutzen, und nicht über verlustbehaftete und teilweise umweltschädliche Umwege. Und wenn man in jede Autobahn Induktionsspulen legt.

  24. Naja, technisch muß sich da noch definitiv was tun. Das wird es aber nur wenn die Leute interesse haben. Wenn aber zum Beispiel Leute nur in der Stadt leben und täglich zur Arbeit fahren, wäre es doch eine mega Umweltschonung, wenn plötzlich alle mit sowas hier durch die Gegend fahren statt Benzinfressender, smogproduzierender und sperriger großer Autos. Die braucht man eben im normalfall als einzelperson NICHT täglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.