Formel 1 mit E-Autos ab 2013?

E-Auto Rallyes gibt es seit 2010 schon einige. An zwei habe ich teilgenommen und darüber berichtet (e-miglia und Silvretta). Darüber hinaus gibt es weitere Aktionen, um auf das E-Auto aufmerksam zu machen, wie den F-CELL World Drive (war ich auch 3 Tage dabei).

Nun haben sich die EU-Kommission und der Automobil-Weltverband, also zwei wichtige Menschen jeweils beim Abendessen (!) darüber unterhalten, so die auto motor und sport.  EU-Kommissar Antonio Tajani und FIA-Präsident Jean Todt, um genau zu sein. ams berichtet weiter, der Sprecher Tajanis äußert, dass eine Rennserie aufgebaut werden solle, die auf denselben Rennstrecken der Formel 1 veranstaltet werden soll. Ziel sei es, auf das Thema Elektromobilität aufmerksam zu machen, sagte Tajani.

Aha, also die „Promotion“ für das E-Auto geht weiter. Im Interview „Rasant in allen Welten“ im Dezember 2010 bin ich übrigens gefragt worden, was ich davon halte. Ich zitiere:

kulissenblog: […] Ist es überhaupt möglich, über lange Strecken schnell zu fahren, so wie wir es zum Beispiel von der Formel1 her kennen?
Nicole:
Formel1 und Elektro-Auto schließen sich nicht aus, aber vielleicht erst später, viel später mal, … das E-Auto (in seiner Entwicklungsgeschichte) ist primär nicht dafür gedacht, diese Leistung aus der Formel 1 zu bringen. Ich würde eher die DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft) als Möglichkeit sehen, dass dort E-Autos mitfahren könnten (in einer eigenen Klasse). Die Strecken betragen meistens knapp um die 200 Kilometer, das dürfte in etwa der Reichweite eines Mercedes AMG SLS E-Cell entsprechen. Wenn der aber auf der Rennpiste häufig unter Vollgas steht, dann reduziert sich (heutzutage) noch die Reichweite, so dass dieses Modell noch nicht DTM-fähig ist. Daran kann man natürlich arbeiten, denn die DTM-Autos sind mit einer normalen Straßenzulassung auch nicht wirklich zu vergleichen. […]

So schnell geht es also, dass sich etwas ändern kann. Zukunftsprognosen zu geben, ist gar nicht so einfach, wenn man nicht komplett in dieses Thema involviert ist, also direkt in den Gremien oder bei einem Autobauer sitzt. Meine Einschätzung bezog sich auch mehr auf die Machbarkeit, als auf die Publikumswirksamkeit. DTM oder eine der vielen anderen Renn-Formate bekommen natürlich viel zu wenig Aufmerksamkeit, bzw. zerstreut sich diese bei der vorhandenen Vielfalt, wo nur noch gewiefte Autoren durchblicken, wie z. B. das Racingblog (dass ich hiermit gern als Lesetipp nenne).

Wann geht es denn los mit der E-Formel 1?
In den Berichten, die ich las, ist von 2013 die Rede. Aber noch nichts ist bestätigt. Auch stellt sich noch die Frage, welche Technik zum Einsatz kommen wird. E-Formel 1 Boliden mit Brennstoffzelle oder reinem Stromantrieb – oder vielleicht sogar eine „Hybridtechnik“ aus Fuel-Cell und Stromladetechnik? Hybrid natürlich ohne den bisherigen Kraftstoff, also nicht wie die bekannten Hybrid-Autos aus dem Straßenverkehr mit Benzin und Strom!

Fraglich, wie die Reichweite optimiert wird, wenn viel Leistung abverlangt wird. Werden die Kommissare die Strecken kürzen? Zum Vergleich: die Strecke in Malaysia ist 5,543 km lang, es werden 56 Runden gefahren, ergibt eine Streckenlänge von 310 km mit ein paar Stellen nach dem Komma. Werden einfach weniger Runden gefahren, um die Strecke zu verkürzen? Wird die E-Formel 1 vor oder nach der bisherigen Formel 1 laufen? Ich glaube, es macht Sinn, dass die Termine übereinstimmen, denn wie will man sonst die Zuschauer dafür interessieren. Zumindest in so einer Größenordnung, wie sie anstrebbar wäre. E-Formel 1 als Vorgruppe (wie bei Musik-Konzerten) wäre meines Erachtens die beste Lösung. Es gibt also noch viele offene Fragen, die ich hier nochmal zusammenfasse:

  • Starttermin E-Formel 1?
  • Technik Antrieb, Reglement?
  • Streckenlänge, kürzer als F1?
  • Termine mit F1 zusammen?

Die letzte, zusätzliche Frage, die ich leicht humoristisch sehe: was machen wir ohne den Sound der Formel 1 Motoren? Kommt die Stimmung da wirklich so herüber oder macht das gerade den neuen Reiz aus? Ich wünsche den Entscheidern, dass sie sich gut überlegen, was beim Publikum ankommt, denn nur so macht die „Promotion-Aktion“ für die E-Autos auch Sinn.

13 Gedanken zu “Formel 1 mit E-Autos ab 2013?

  1. Pingback: Nicole Y. Männl
  2. Pingback: nogel
  3. klar, gestern schon. http://blog.mercedes-benz-passion.com/2011/04/car2go-startet-mit-smart-electric-drive-in-amsterdam/ – da aber die PK erst morgen ist, wirds Details erst später geben.

  4. ach – Philipp hat Australien nun durchfahren – ist mittlerweilen schon wieder im Flieger Richtung Singapure… http://blog.mercedes-benz-passion.com/2011/04/mercedes-benz-f-cell-world-drive-37-etappe-von-boondi-rock-nach-perth/

  5. ;) offtopic is ja immer so ne Sache :) E-Formel 1 find ich ja ggf. ein wenig übertrieben, – es kommt aber drauf an ob es extra läuft oder als „Vorprogramm“ der eigentlichen F1…-letzteres wird dann wohl eher beschmunzelt werden… Extra-Event im kleinen Rahmen möglich,..

  6. Oder am Samstag E-Formel 1 Rennen und am Sonntag Formel 1 Rennen am selben Wochenende … weiß nur nicht, ob das mit den Trainingszeiten zu Formel 1 immer passt bzw. da nicht zuviele Überschneidungen auftreten.

  7. Kommentar an die FIA zur neuer grünen Formel 1 „E“ Weltmeisterschaft . Die Technik muss reiner Stromantrieb sein, sonst ist es keine Formel E (Elektroklasse). Diese neue Elektro-Formel-Rennserie (Gigawatt-Liga) nur mit einem Einheits-Chassis wie bei der GB2 sowie auch mit innvoativem Design wie der EVCUP – Lord und mit Fahrerkabine. Die 4 Räder mit einen Elektromotor in den Radnaben je 125kW ausrüsten, die Gesamthöchstleistung dessen Allradantrieb wären dann 500kW (680PS). Damit würden diese Formel-E Autos günstiger und der Reiz für alle Autohersteller sein. Interresenten sind Renault, BMW, Mercedes, VW, Toyota, Honda usw. Beim Reglement soll Aerodynamik und Elektronik jeder Hersteller frei wählen können. Gewicht minimal 700 Kilogramm ohne Fahrer. Die Streckenlänge 60 bis 65 Kilometer ähnlich wie die WTCC Rennen. Zwei Stunden vor jedem Formel 1 Rennen die 24 Autos starten lassen und auch in alle Länder im Fernseher direkt übertragen werden. Jede Automarke soll seinen eigenen Motoren – Sound unter 100 dB haben, denn nur so macht diese „Promotion-Aktion“ für die E-Autos und Publikum auch Sinn. Ich hoffe, dass die FIA 2014 ein deutliches Zeichen in Sachen Elektromobilität setzt.

  8. Antwort auf Rückfrage: Die normalen Straßen-Elektroautos sollen leise sein, aber im Rennsport möchten wir Zuschauer laute E-Formel 1 Autos mit einem herbeigeführten künstlichen Motoren-Sound hören. Der Unterschied ist, die Formel-E Autos mit innvoativem Design stoßen keine Schadstoffe bzw. „Null-Emmissionen“ aus, gegenüber den Verbrennungsmotor. Die Promotion-Aktion wäre, genau so wie in der Formel 1 vor denn Rennen die Fahrer mit den Flüsterautos bzw. normale Elektro Straßenautos und mit den schönen Damen die die Startnummer halten um den Kurs fahren, damit der benzin-getriebenen Königsklasse „Formel 1“ auch Konkurrenz bekommt. Die neue E-Formel 1 Rennserie soll auf das Thema Elektromobilität aufmerksam gemacht werden, die in Zukunft die Autohersteller, die Politiker und die Zuschauer sich wünschen.

    1. Habe gerade diesen Link gefunden: http://www.automobil-produktion.de/2012/04/elektro-formel-1-startet-noch-2012/
      Bin gespannt, was aus den Ankündigungen wird. :-)

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