Flensburger Punktekonto bald gekoppelt mit Crowd-Petzen-Apps wie WegeHeld und Fahrerbewertung

Ferrari Formel-1-Auto

Update:

April! April! Selbstverständlich war die Spekulation der Kooperation oder Koppelung mit dem Flensburger Konto ein Aprilscherz. Wahr hingegen ist die Existenz der beiden Portale. Die gibt es leider wirklich. Ich hoffe, falls davon Gebrauch gemacht wird, dann sehr sparsam. Denn eins ist immer wichtig: solange man noch im Straßenverkehr reden kann oder es gütig klären kann, wäre es schön zuerst daran zu denken, bevor man sein Smartphone zückt!

Weiter zum Ursprungsartikel:

Selbsternannte Raser und Rüpel im Straßenverkehr bleiben nicht mehr unentdeckt! Crowd-Petzen ist das neue Anpöbeln im Straßenverkehr. Oben im Foto ein geparkter Ferrari, der durchaus auch als Falschparker zu sehen ist, da er außerhalb jeder Markierung parkt. Hätte ich zu der Zeit die Android-App WegeHeld gehabt, dann hätte ich ihn anschwärzen können! Und hätte gleich noch eine schlechte Bewertung bei Fahrerbewertung abgegeben. Ätschibätsch.

Die Kooperation sieht gut aus

Das Verkehrszentralregister (VZR) aus Flensburg hat Anfragen an beide Portale (WegeHeld und Fahrerbewertung) gestellt, ob eine Kooperation in Sachen Punktekonto möglich wäre. Denn die fein gesammelten Aufzeichnungen sollen doch nicht einfach auf einem schnöden Server vergammeln. Daraus lässt sich doch etwas machen! 

So kommt WegeHeld als Android-App daher. Samt einer offiziellen Meldemöglichkeit an das Ordnungsamt. Als Petze, äh, Zeuge gibt man seine eigenen Daten an, wenn es zur Bestrafung des erwischten Missetäters kommen soll. Die iPhone-Nutzer können leider noch nicht mitspielen, denn die Finanzierung für die App steht noch nicht. Das Kennzeichen des Verkehrsrowdies muss zwar geschwärzt werden, damit man es im Internet veröffentlichen kann. Aber bei außergewöhnlichen Autos, die vor der eigenen Haustüre regelmäßig parken, weiß man dann schon, dass der Nachbar mal wieder mit einem Reifen 1 cm über der Markierungslinie zum Radweg stand.

Desweiteren haben wir noch eine weitere Möglichkeit, Fahrer mittels des Kennzeichens öffentlich auf dem Portal „Fahrerbewertung“ anzupaulen, ganz ohne App im Web. Anwendungsfall: wenn Fahrer oder Fahrerin sich „uuuuunmöööööglich“ verhalten haben. Aber man kann dort auch Positiv-Punkte vergeben. Ganz ohne Login und Authorisierung, das dient schließlich dem Datenschutz und der Hoheit über die eigenen Daten.

Aus interner vertraulicher Quelle flüsterte mir ein Vögelchen, dass bei häufiger Angabe auf beiden Portalen das Punktekonto in Flensburg auch belastet werden könnte. Das hieße, wenn man 10 Mal – egal auf welchem Dienst – mit Zeugenangabe gemeldet wird, dann käme automatisch ein Punkt nach dem neuen System (ab 1. Mai) dazu.

Das finde ich doch mal eine äußerst tolle Idee. Vor allen Dingen macht es dann richtig Laune diese Lufträuber und Zeitdiebe zu melden, die falschparkend im Wege herumstehen. Endlich öffnet sich das Kraftfahrtbundesamt mal dem Crowd-Petzen und handelt nach den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer. Viel Spaß beim Petzen 2.0!  

7 Gedanken zu “Flensburger Punktekonto bald gekoppelt mit Crowd-Petzen-Apps wie WegeHeld und Fahrerbewertung

  1. Meiner Ansicht nach werden es diejenigen nutzen, die sowieso schon anderweitig gepetzt haben. Wozu es dafür eine eigene App braucht, ist mir nicht ersichtlich. Im Übrigen prognostiziere ich eine eher sehr geringe Nutzung: Nicht jeder hat ein Smartphone und nicht jeder hat Lust und Zeit dazu, den Job von Ordnungshütern (die von Steuerzahlern bezahlt werden) zu machen. Also ich zumindest nicht :)

    1. Das ehrt Dich, Bianca! Und meine Freunde haben sowieso alle ein iPhone, die können das noch gar nicht nutzen. Wenigstens die Freunde verpfeifen einen garantiert nicht! Schon mal eine Beruhigung mehr bei diesem Aufreger!

  2. Pingback: geekchicks.de » geekchicks am 01.04.2014 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre
  3. Ich arbeite mit Senioren, die häufig schlecht laufen können und dazu Rollator oder Rollstuhl benutzen müssen. Vielfach müssen wir Umwege gehen, weil es sich einige einfach machen und ihre Autos dort abstellen, wo gerade Platz ist. In diesen Fällen werde ich die App nutzen.

    Übrigens leidet das Ordnungsamt – wie viele Staatsbetriebe – unter personellen Problemen, da kommen die Falschparker häufig ganz zum Schluss, obwohl das eine gute Einnahmequelle wäre

    1. Das sage ich ja: mehr Rücksichtnahme von allen Seiten. Aber wenn man – wie der WegeHeld-Twitter Account – nur negativ über die Autofahrer spricht, dann nützt das auch keinem. Ich selber versuche immer so zu parken, dass jeder gut durchkommt, aber es gibt Stadtteile in Hannover, da müsste man das Auto kilometerweise vom Zielpunkt abstellen. Es ist mittlerweile auch toleriert, dass man – ohne Behinderung anderer – auf dem Gehweg zwischen den Bäumen parkt. Weil der Gehweg breit genug ist. Für alle! Und wenn da nun einer mit der Petzen-App ankommt, dann ist keinem geholfen.

  4. Haha, Netter Scherz. Was aber die Fahrerbewertungen etc angeht habe ich da schon meine eigene Meinung zu. Denke dich dass das Sinnvoll ist auf solche Plattformen zu schreiben da entweder nur negativ Bewertungen da stehen werden und auch viel aus der persönlichen Sicht geschrieben wird. Man kann meckern, auch wenn man selbst was falsch gemacht hat und es nicht mal weiß, daher eher nicht so toll, besonders für Berufskraftfahrer oder andere Berufliche, die auf ein Auto angewiesen sind = Wenn der Arbeitgeber das liest ist halt mist.

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