Neuer V-Power Winter-Diesel bis Minus 30 Grad von Shell

Ab dem 1. Dezember ist an 1.800 Shell Tankstellen das neue Winter-Diesel Gemisch erhältlich. Wenn man Glück hat, sogar schon ein paar Tage früher, aber das ist nur eine inoffizielle Info. Die Logistik kann ja nicht alles bis zum Stichtag schaffen.

Dr. Andreas Schäfer, Kraftstoffforscher im Hamburger Shell Technology Center zeigt den Unterschied. Hat man also schon den Winter-Diesel im Tank? Darüber kann man nur spekulieren bis zum 30.11. einschließlich. Der Preis (das wurde ich sofort auf Facebook gefragt), ist genau so billig oder teuer wie das bisher angebotene V-Power Diesel. Der „normale“ Dieselkraftstoff, der auch überall angeboten wird, reicht bis -22 Grad. Was eigentlich auch bei milden Wintern reichen sollte. Doch die Russen-Peitsche (BILD titelte) mit dem Wintersturm kann da schon Ängste schüren.  ;-)

Wer also auf das Auto angewisen ist, für den ist ein Ausfall sicherlich teurer als die Preisdifferenz. Daher gibt es ein hohes Interesse an einer verbesserten Winterfestigkeit, die Shell nun bietet.

Ich habe mich für Euch in die Kältekammer begeben und muss sagen, ich war froh, wieder draußen zu sein.

Der BMW, der über Nacht bei mindestens Minus 30 Grad stand, wurde vor unseren Augen wieder in Gang gesetzt. Kein Zackern, kein Üddeln des Anlassers. Der BMW startete wie bei einem Sommertag. Auch starb der Motor nicht ab, was nämlich auch passieren könnte, wenn die Paraffine die Filteröffnungen verstopfen, wenn der Kraftstoff nachgezogen wird.

Der Golf als zweiter Versuchswagen wurde übrigens ausgewählt, weil er das – na, ratet mal – meistverkaufte Auto ist.

Die Frage „Warum nur in Deutschland?“ lässt sich so beantworten:
Gängige Praxis in anderen Ländern ist, den Basiskraftstoff mit kältefesteren Komponenten wie etwa Kerosin zu vermischen. Dadurch sinkt jedoch die Energiedichte des Kraftstoffes.
Mit anderen Worten: Die Kältefestigkeit und die Leistung eines Dieselkraftstoffs entwickeln sich normalerweise gegenläufig. Die Vorschriften in Deutschland sind also für die Entwicklung maßgeblich gewesen.

Ich persönlich vermute, dass Deutschland ein ganz guter Markt für Premium-Kraftstoffe ist. Hier wird sehr auf die Performance geachtet und weniger darauf, dass das Auto „nur einigermaßen“ irgendwie läuft. Für die Schweiz und Österreich haben wir in der PK erstmal keine konkreten Informationen bekommen.

Hier noch ein paar Informationen, die Shell an uns herausgegeben hat. Ein Umschreiben wäre mir zu kompliziert gewesen, daher hier der Original-Text:

Welche Kälteeigenschaft muss Winterdiesel in Deutschland erfüllen?
Beim Winterdiesel werden bei der Herstellung Rohölkomponenten ausgespart, die besonders anfällig für ein Einfrieren sind. Somit wird die Verdickung und Partikelbildung im Kraftstoff bis minus 6 Grad gänzlich verhindert. Die genauen Anforderungen an Winterdiesel sind in der „Diesel-Norm“ DIN EN 590 festgelegt. Laut dieser Norm muss Diesel bei Temperaturen bis minus 20 Grad ein Sieb mit definierter Maschenweite in einer vorgegebenen Zeit durchlaufen.
Gesetzliche Vorgaben für den Verkauf von Diesel in Deutschland:
1. März bis 14. April: Übergangsware mit einer Filtrierbarkeit bis minus 10 Grad
15. April bis 30. September: Sommerdiesel mit einer Filtrierbarkeit bis 0 Grad
1. Oktober bis 15. November: Übergangsware mit einer Filtrierbarkeit bis minus 10 Grad
16. November bis 28./29. Februar: Winterdiesel mit einer Filtrierbarkeit bis minus 20 Grad
Was passiert mit Dieselkraftstoff, wenn die Temperaturen sinken?
Normalerweise bilden sich im Winterdiesel ab minus 7 Grad Paraffinkristalle. Das sind Wachspartikel, die den Kraftstoff eintrüben. Man spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Cloud Point. Je kälter es wird, umso mehr Paraffinkristalle bilden sich. Ab einer gewissen Größe können sie zu einer Verstopfung des Kraftstofffilters führen.
Welche Probleme gibt es noch beim Betrieb von Dieselfahrzeugen bei Frost?
Das Motorversagen bei sehr niedrigen Temperaturen kann viele Ursachen haben: eine schwache Starterbatterie, verschmutzte Kraftstofffilter oder auch Wasser im Kraftstoffsystem.
Wie kommt es, dass der neue Shell V-Power Diesel bis minus 30 Grad* kältefest ist?
Durch die Entwicklung eines neuen Basiskraftstoffs in Verbindung mit einem speziell optimierten Kälteadditiv-Paket ist es Shell gelungen, dass die Kristallisation erst bei niedrigeren Temperaturen einsetzt. Beim Shell V-Power Diesel beginnt die Bildung von Paraffinkristallen also wesentlich später als üblich. Ganz wichtig: Der Energiegehalt des Diesels verändert sich dabei nicht. Bisher ging eine größere Kältefestigkeit immer mit Leistungseinbußen einher.
Mehr Informationen unter: www.shell.de/vpowerdiesel

*=Nach CFPP Prüfnorm EN 116.

Danke für die Einladung (Reisekosten) an Shell!

5 Gedanken zu “Neuer V-Power Winter-Diesel bis Minus 30 Grad von Shell

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