Tag 3 Silvretta E-Auto Rallye, Stromos in Fahrt

Der dritte Rallye-Tag war so richtig elektrisch – oder besser elektrisierend spannend. Wir waren teilweise unter Hochspannung, ungefährlich, aber dennoch Adrenalin fördernd.

Was war passiert? Wir starteten um 11:11 Uhr – Helau! Nun gut … ;-) Die nächste Zeitvorgabe war 12:00 Uhr, dazwischen eine Durchfahrtskontrolle, um die Strecke auch wirklich komplett fahren zu lassen, man hätte sonst abkürzen können. Vor der Durchfahrtskontrolle  hatten mein Co-Pilot und das Roadbook ein paar Diskussionen (ich scherze!). Ich habe mich dabei herausgehalten und habe mich auf meinen Co-Piloten verlassen. Plötzlich navigierten wir vom Barthalomäberg weg. Ich fragte mal ganz vorsichtig nach, ob das richtig sein könne …  Kleiner Rallyefahrerscherz: manchmal kommen einem Chinesenzeichen auch chinesisch vor … ;-)
Nachdem das Roadbook und mein Co-Pilot dann doch wieder miteinander „sprachen“ und sich dann sogar gegenseitig verstanden, tat ich das, was ich tun musste, einen schnellen Umkehrschwung in die richtige Richtung! Bestimmt knapp 10 km Umweg hatten wir uns damit eingebrockt. Doch mein Gasfuß und mein Pilotinnen-Hirn entschieden: ich muss angasen, sonst wird das nix mehr mit der Zeitkontrolle. Energiesparen ist – in diesem Falle – etwas für schlappe Müslis und Feiglinge. #smile

Die energiezehrende Bergstrecke stand uns bevor. Normalerweise wäre ich ganz gemütlich hoch gefahren, Sparsocke Emil an – und gut ist. Aber ich hatte andererseits die Möglichkeit, den Stromos wirklich mal bergauf im härteren Fahrstil zu testen. Nach dem Zieleinlauf hörte ich übrigens mehrmals, dass meine Fahrweise recht sportlich ambitioniert und dynamisch im weißen Rallye-E-Floh aussah, man hatte uns also genau beobachtet, hihi, nette Komplimente waren das, fand ich … Und ich hatte wirklich – neben dem ganzen selbstgebackenen Zeitstress – jede Menge Spaß an der Herumkurverei. Meinem Co-Pilot wurde minimal bleich um die Nase, wenn ich mit mir selber mitgefahren wäre, dann hätte ich wahrscheinlich die Flugzeug-Papier-Tüte verlangt … hehe.

Ab zur Durchfahrtskontrolle, vor uns drömmelte diesmal ein gelber (kleiner! you know?) Pressewagen herum, der doch wirklich in die Durchfahrtskontrolle einfuhr. Das konnte ich nicht verstehen, sind die Leute nicht gebrieft? Ein paar fuchtelnde Bewegungen mit internationalen Zeichen und einem eindeutigem Hupgeräusch vertrieben diese Spezies – wenn auch nur langsam. Man quatschte sogar noch mit dem Rallye-Personal. Hmmm, das missfiel uns sehr, aber nun waren wir dran und konnten uns das Stempelchen abholen. Für uns in diesem Moment der Freifahrtschein zur Zeitkontrolle. Aber freie Fahrt hatten wir nicht mehr. Vor uns tüddelten schon andere  Fahrzeuge, die wir sonst nie von hinten gesehen haben. Die zweite bergige Anfahrt zur Zeitkontrolle war also die Pace-Car Phase für uns. Die Zeit rannte und rannte. Kurz vor 12:00 Uhr – nur noch wenige Minuten bis zum Schirmchen mit der pösen, pösen Uhr – wurde die Straße breiter, wir sollten uns links halten, rechts war etwas Schotter und ganz rechts die eigentliche Straße. Was macht man, wenn man keinen anderen behindert und in der Zeit bleiben will? Licht an und mit Karacho kontrolliert an den späteren Startern vorbeischeppern. Viel Staub um viel, kein Rauch um nichts NICHT! Strafpunktvermeidung war höchstes Gebot! Zum Glück waren die anderen E-Auto-Kollegen sehr verständnisvoll und ließen dann auch Platz, weil sie selber noch nicht in der Bredouille waren. Wir hatten es geschafft … bis zur Pause und der sich danach anschließenden Rundplatzwertung von Vandans.

Den Abend zuvor hatten wir alles durchdiskutiert, uns Punkte gesucht, an der mein Co-Pilot mir Zwischenzeiten durchgeben sollte, doch was kam? Uns kam die Nr. 204 in die Quere. Genau an der Stelle des Parcours, nach der ersten Runde von zwei, bummelt der andere Stromer seine Zeit ab und es war kein ungefährliches Überholen möglich. Die Zeit rannte … und mir wurde warm. Mein Co-Pilot gab mir dann auch noc keine Zwischenzeit, wie vereinbart. Ich versuchte ruhig zu bleiben, vielleicht ein Fehler, denn der E-Elefantenrollschuh bemerkte uns nicht. An der nächsten Kurve ging es weiter, die Sicht war wieder frei, doch ich hätte meine Durchschnittsgeschwindigkeit nichtfußgängerschonend anheben müssen, so dass wir sehr spät an der Ausfahrt ankamen. Und da stand schon wieder einer! Hey, aber diesmal unsere Folgestartnummer 222, ein blauer Tesla, mit dem wir uns schon „angefreundet“ hatten. Er reagierte vorbildlich und fuhr zur Seite. Es passten genau ein Stromos, ein Tesla, mit Seitenspiegelabstand plus einem dünngefalteten Tagesblättchen auf die Straße, dann kam schon der Bordstein. Ich manövrierte jedoch sicher durch die Engstelle und wir konnten die Prüfung beenden. Ich hätte gern geschrieben „sehr erfolgreich“, aber es war eher ein „befriedigend“, denn es hätten vergleichsweise andere doch viel schlechter abgeschnitten und gröbere Fehler gemacht.

Der „sportlichste“ Stromos im Feld war dieses Mal unsere Nr. 221, den ich gerade durch die Berge trieb. Und was passiert bei sportlicher Fahrweise? Man stromert und stromert … das splashige E-Mobil war also dieses Mal (im Gegensatz zu den anderen beiden Tagen) arg gebeutelt, nachdem wir das Ortseingangsschild Richtung Zieleinfahrt passierten, meldete sich bei der kleinen E-Saftmaus der Appetit. Die Reserve leuchtete kurzzeitig auf, also schnell rekuperiert, wo es ging, bzw. die Aufnahme so gering wie möglich zu halten, anders ging es nicht mehr. Mit einer kumulierten Reichweite von 16 km und im Reservemodus kamen wir an – Zieldurchfahrt, Fahnen wurden geschwungen, nun war alles gut.

Somit zogen wir Tagesbilanz:
Strecke ohne Umwege: ca. 100 km,
Strecke mit Sightseeing-Ausflug in die Irre: ca. 110 km,
Strecke mit allem Drum und Dran und Reserveanzeige zusammen gerechnet: ca. 125km

Somit habe ich mit meinem sowohl softem als auch harten Frauengasfuß bewiesen, dass die Reichweite von 100 km sogar überschritten werden kann. Das war also eine wirklich interessante Teststrecke, um den Stromos mal unter härtesten Bedingungen auszutesten. Geschafft!

Bei der Siegerehrung konnten alle drei Teams leider kein Treppchen erklimmen. Aber das war ja auch nicht das primäre Ziel gewesen. Es hat uns jedoch ein bisschen gefreut, dass wir alle drei vor dem gelben Flügeltürer SLS AMG E-Cell in der Gesamtwertung standen. So können wir sagen: wir sind dem SLS „davongefahren“. ;-)

Weitere Fotos und Videos reich ich nach, ich mache mich dann mal auf den Weg in die flache Heimat, see you!

UPDATE: hier ein paar Fotos von Tag 3, Danke an Tom-Leonhard Fräger für die Fotos!:

 

Disclosure: Dieser Artikel spiegelt meine eigene Meinung wieder. German E-Cars erstattet mir die Reisekosten bei der Teilnahme an der Silvretta E-Auto Rallye.

3 Gedanken zu “Tag 3 Silvretta E-Auto Rallye, Stromos in Fahrt

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