Was ein Wetter bei der Silvretta – E-Rallye Fazit

Heiße Kurven, schwarzer Asphalt, glänzender Lack in Rot — hier ist jetzt gerade jeder für seine Gedanken selber verantwortlich!

Es war schon richtig „heiß“, aber damit meine ich das Wetter, die Streckenführung auf der Silvretta Hochalpenstraße sowie die Bergstraßen in der Umgebung — und der Autolack des FCX glänzte dunkelrot im Sonnenlicht. Was hast Du denn gedacht?

Ich würde es jederzeit wieder tun, ja, Pilotin bei der Silvretta E-Auto Rallye zu sein, ist ein Erlebnis. Wie sich das anfühlt? Nicht einfach zu beschreiben, aber ich habe ein Video zusammengestellt, wo die intimsten Bordgespräche zwischen Pilotin und Copilot aufgezeichnet wurden, Ihr könnt fast hautnah bei einer Wertungsprüfung dabei sein und den Ausblick durch die Windschutzscheibe gibt es obendrauf und zwar am Ende dieses Berichts!

Doch worum geht es bei der Silvretta Rallye überhaupt? An drei Rallyetagen drei unterschiedliche Strecken zu befahren, die zwischen 42 und 62 km lang sind. Warum so kurz? Die Oldtimer fahren doch auch längere Strecken?

Ganz einfach: um alle E-Autos teilnehmen lassen zu können, denn die kleinen Stromer (siehe links) haben noch nicht so eine Reichweite wie z. B. die von mir gefahrene Brennstoffzelle FCX Clarity – 1 Tankfüllung = 460 km.

Geht es um Schnelligkeit? Ja und nein. Es wird nicht herumgeheizt, obwohl es mir manchmal schon im Gasfuß gekribbelt hat – in 8 Sekunden auf 100km/h zu sein, macht Spaß, das Ansprechverhalten konnte ich auf der Autobahn mal ansatzweise ausprobieren (natürlich nicht aus dem Stand, versteht sich). Das unglaublich ungewohnte, wenn man ein E-Auto fährt, ist das Gasgeben. Aufs Gaspedal latschen und der Wagen kommt sofort und ohne Verzögerung dem „Pedalwunsch“ nach. Genauso gewöhnungsbedürftig ist das Bergabfahren. Es gibt – logischerweise – keine Motorbremse und die Automatik steht immer auf „D“ (Wahlhebel hat nur D, N und R).

Fahrverhalten ansonsten: bei knapp 5 Metern (4,83m) Länge des Honda habe ich eine gewisse „Laufruhe“, dennoch ist es ein agiles Fahrzeug (10,8m Wendekreis), was ich beim Slalom am Tag der Probefahrt (mit Videonachweis!) testen konnte, da hatten wir die Pylonen im Abstand von 10m aufgestellt und ich kam „locker“ durch. Umso enttäuschter war ich, dass auf der Silvretta keine „echte“ Geschicklichkeitsprüfung eingeplant war, kein Slalom und auch eine Rollprüfung war nicht vorhanden.

Aber: um die Durchschnittszeit der Langstrecken-Wertungsprüfung halten zu können, musste ich auf der Bielerhöhe schon ganz schön Speed auf den Geraden geben, um die vielen Kehren auszugleichen. Das ist nach meinem Geschmack gewesen.

Wo ging es denn überhaupt lang?

Tag 1 mit Legende, Tag 2 Silvretta und Tag 3 Silvretta (Map)

Die anderen zwei Tage (siehe Links oben) hatte ich mir auch vorher mal auf Maps angesehen und abgespeichert. Wichtig hierbei: die Rallye-Route war nicht nach dem kürzesten Weg konzipiert (wie es Google anzeigt), sondern wir wurden noch kreuz und quer geführt, damit wir auch an bestimmten Zeitkontrollen vorbei kommen mussten, die abseits der Strecke lagen — Schummeln bzw. Abkürzen also unmöglich!

Quelle: AMSQuelle: AMSQuelle: AMS

Stimmung beim Rallyefahren sowie davor und danach

Über die Stimmung am 1. Tag hatte ich ja schon etwas geschrieben. Das Fahrerlager wurde von Stunde zu Stunde immer vertrauter für jeden von uns und dementsprechend verhielten sich auch die anwesenden Teams immer entspannter und wurden zugänglicher („Premiummarken“ blieben zurückhaltend!), bei einigen sehr herzlichen Kontakten (Toyota und Mitsubishi sowie Team Tesla mit Graf Lenny) wünschten wir uns gegenseitig vor dem Start viel Glück und hielten die Daumen hoch! Dennoch war jeder bestrebt, ein gutes Ergebnis zu erzielen und ehrgeizig. Aber das eine schließt ja das andere nicht aus.

Mitsubishi,
Toyota
und Tesla

 

 


Und im Team Honda? Wie war die Stimmung da? Ungeschönt und ungelogen? Ok, ich gebe es zu: die Stimmung war bestens! Wie aber anders sollte es auch sein, wenn drei autoverrückte Menschen aufeinander treffen und auf einer Veranstaltung sind, wo es um vier Räder, Blech (ja, wir haben auch herumgeblödelt) und Motorsport geht?

Mit Fred Bauch hatte ich ein Urgestein an Erfahrung in Sachen Auto an meiner Seite, den ich alles fragen konnte, wenn es um den FCX ging oder Fahrtipps. Nur einmal habe ich einen kleinen Fahrfehler (zu eng eingelenkt in den Kehren) begangen, den haben wir gleich besprochen und ausgemerzt.
Mit meinem Copiloten Alexander Heintzel (den Dr. unterschlage ich mal, ich sage höchstens mal scherzhaft „Doc“ zu ihm) habe ich ernsthaft gearbeitet, aber genau so viel haben wir auch gelacht. Immer alles zu seiner Zeit. Schön ist ja, wenn man ungestraft harten Rallye-Speak an den Tag legen kann, wenn es schnell gehen muss und sich nach der Rallye dann wieder prosaisch und mit Wortwitz zutexten kann.

Auf ein Zeitungscover habe ich es zwar nicht gebracht, diese kleine Fotomontage hat mir jedoch so viel Spaß gemacht, dass ich Euch die nicht vorenthalten möchte. Weitere – unge-fake-te – Fotos sind noch bei flickr zu finden!

Die begeisterten Zuschauer? Ja, die hatten wir, direkt vor Ort, die Leute jeden Alters waren wirklich toll, ich bin immer noch ernsthaft gerührt, wenn die Menschen – wie im Video zu sehen – am Straßenrand begeistert die Fähnchen schwenkten, sich freuten, die Daumen hochhielten und winkten. Das Gefühl kann man nicht wiedergeben, das ist unbeschreiblich schön!

Die Begegnung mit den unberechenbaren Kühen, die einfach auf der Rallyestrecke standen und keinen Schritt auswichen, werde ich auch nie vergessen, sowie die ganze wunderbare Landschaft, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe und die auch mit uns zufrieden gewesen sein muss, denn der FCX hat lediglich ein paar Tropfen Wasser als „Endprodukt“ in der Gegend verteilt.

Habe ich langsam genug geschwärmt? Was interessiert Euch denn noch? Was ich noch nicht geschrieben habe, meine ich (->zu allen Silvretta-Artikeln). Ich könnte noch viel schreiben …  ach ja, der Alex hat den letzten Tag auch noch auf der GT Worldwide beschrieben, das ergänzt sich gut. Und nun? Ich denke, das bewegte Bild, also Video, sagt mehr als 1000 Worte:




Disclosure: meine Texte sind keine Werbetexte, spiegeln meine eigene Meinung wieder. HONDA hat die Nutzungsrechte für meine frei verfassten Texte, Fotos und Videos erhalten und erstattet mir meine entstandenen Aufwendungen.

5 Gedanken zu “Was ein Wetter bei der Silvretta – E-Rallye Fazit

  1. Pingback: Nicole Y. Männl
  2. Pingback: Robert Basic
  3. Pingback: 2000 km durch Deutschland – Rallye | Webschau Nicole 2.0
  4. Pingback: Weiter geht es mit der E-Auto Rallye Silvretta – Video Teil 2 | Webschau Nicole 2.0
  5. Pingback: Rasant in allen Welten - Kulissenblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.