CLS 350

Mercedes CLS: wie sicher sind die Fahrassistenten wirklich?

Den Mercedes CLS habe ich vor gut zwei Wochen auf Herz und Nieren getestet, übrigens in einer wunderbaren Umgebung und bei traumhaftem Wetter! Wobei das Fahrverhalten bei Regenwetter natürlich auch zusätzlich noch spannend gewesen wäre, aber man kann das Wetter ja nicht so schnell mal „umstellen“. Daher: Sonne!

Wie so ein Event organisiert wird, könnt ihr auf dem Daimler Blog nachlesen und wirklich mal hinter die Kulissen schauen: Eventorganisation oder „Täglich grüßt das Murmeltier. Es war wirklich das Rundum-Sorglos-Paket, denn ich konnte mich ganz und gar auf den CLS konzentrieren und das war gut so! Einen ausführlichen Bericht von mir gab es ja schon hier: Mercedes CLS 350 und CLS 500 im Test + Interview.

Neben der Begeisterung für das Auto denke ich auch immer daran, wo könnten die Knackpunkte sein, was kann ich fragen, wo möchte ich gern Antworten drauf haben. Auf verschiedenen Kommunikationskanälen, u. a. auch in den Kommentaren auf Facebook, habe ich von euch erfahren, dass es euch ebenso interessiert, wie sicher die Fahrassistenten wirklich sind. Siehe links ein Auszug aus Facebook (habe einen Screenshot erstellt, weil nicht jeder auf Facebook registriert ist!):

Damit ihr erstmal flüssig weiter lesen könnt, hier der relevante Auszug aus meinem Bericht, den ich oben verlinkt habe:

Welche Fragen noch offen sind:

was passiert, wenn sich die Assistenten in die “Quere” kommen? Ist eine Priorisierung einprogrammiert? Wie sind die Eskalationsstufen? Was passiert bei Fehlmessungen / Computerfehlern? Ich hoffe, ich bekomme die Antworten noch, denn diese Fragen drängten sich mir sofort auf, da man ja technisch so “eingepackt” ist.

Die Antworten habe ich jetzt erhalten!

Danke dafür an Tobias Müller (Global Communications Mercedes-Benz Cars, Head of Lifestyle & Brand Communications), den ihr vielleicht schon im Video des Beitrags Daimler AG und Blogger Relations „live und in Farbe“ gesehen habt, rechts ein Foto.

Toby war gerade geschäftlich im Ausland unterwegs, hat jedoch sofort auf meine E-Mail reagiert, bat mich noch um etwas Zeitaufschub bis zu seiner Rückkehr, weil er sich extra vorher für uns nochmal explizit mit den verantwortlichen Technikern unterhalten wollte. Nun hat mir Toby die folgende Antwort geschickt, die ich hier veröffentlichen darf:

 

Liebe Nicole,

vielen Dank für Deine Fragen zu unseren Assistenzsystemen, die Du uns nach Deiner Testfahrt im neuen CLS in Florenz geschickt hast. Ich kann gut verstehen, dass man ins Nachdenken kommt, wenn man all die Helferlein im neuen CLS „erfährt“, und sich fragt, ob soviel Technik auch immer sicher ist. Deine Fragen zu den Assistenzsystemen waren: Was passiert, wenn sich die Assistenten in die “Quere” kommen? Ist eine Priorisierung einprogrammiert? Wie sind die Eskalationsstufen? Was passiert bei Fehlmessungen / Computerfehlern?

Grundsätzlich sind alle Assistenzsysteme bei Mercedes-Benz Fahrer unterstützend; d.h. die Hoheit über das Fahrzeug bleibt immer beim Fahrer. Wenn er in eine Situation eingreift, treten die Assistenzsysteme in den Hintergrund. Natürlich sind alle Systeme sorgfältig und ausführlich getestet – auch hinsichtlich des Zusammenwirkens untereinander. Für den neuen CLS haben wir mehr als 1,6 Millionen Kilometer Testfahrten mit mehr als 500 Fahrern in mehreren Ländern auf verschiedenen Kontinenten gemacht.

Die Systeme sind selbstverständlich aufeinander abgestimmt. Bestes Beispiel ist das PreSafe-System: Hier wirken die präventiven Maßnahmen wie Gurtstraffer, Positionierung Beifahrer und PreSafe bzw. Crashbremse im Falle einer konkreten Gefahr zusammen und sorgen für optimalen Schutz. Für die seltenen Fälle, in denen mehrere Systeme aktiv sind, gibt es eine klare einprogrammierte Hierarchie. So greift zum Beispiel der aktive Spurassistent nicht ein, wenn gleichzeitig das ESP aktiv ist. Alle Systeme überprüfen sich permanent selbst. Sobald ein Fehler vom Fahrzeug festgestellt wird, wird das System deaktiviert und eine entsprechende Meldung an den Fahrer ausgelöst.

Dies alles spiegelt unsere Philosophie der Assistenzsysteme wider: Die Assistenzsysteme sind Teil unserer Vision vom unfallfreien Fahren. Sie machen unsere Fahrzeuge zu „mitdenkenden“ Partnern im Straßenverkehr, die den Fahrer in kritischen Situationen unterstützen sollen. Aber sie können auch abgeschaltet werden. Im Zweifelsfall, also wenn sich die Assistenzsysteme nicht sicher sein können, ob eine Unterstützung sinnvoll ist oder nicht, machen sie nichts; dann ist der Fahrer nicht schlechter gestellt als in einem Fahrzeug ohne System. UND: Alle Systemeingriffe können vom Fahrer übersteuert werden.

Ich hoffe, dass ich Dir und Deinen Lesern das Zusammenspiel der „Assistenten“ des CLS etwas verdeutlichen konnte. Für weitere Fragen stehe ich Dir gerne jederzeit zur Verfügung.

Beste Grüße,

Toby Müller

Erstmal sind meine Bedenken damit ein Stück weit ausgeräumt, was den alltäglichen Umgang mit Fahrassistenz-Systemen angeht. Wichtig ist, so habe ich verstanden, dass es ohne den Fahrer nicht geht, man kann sich also beispielsweise nicht fahruntüchtig oder zu müde ans Steuer setzen. Das ist ja auch nicht das Ziel, denn es soll Unfälle vermeiden helfen und nicht schlechte Zustände übertünchen.
Ich muss sagen, ich habe mich während der Fahrten sicher gefühlt, jedoch gerade im CLS 500, der einfach noch mehr Power hat, kann das beste System nicht den versierten Fahrer ersetzen. Denkt da bitte immer dran. Alles hat seine Grenzen, sowohl die Fahrassistenten als auch die Physik!

5 Gedanken zu “Mercedes CLS: wie sicher sind die Fahrassistenten wirklich?

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