Was HONDA mit der Merkel zu tun hat

Update am 16.05. nach der NPE (Nationale Plattform Elektromobilität), hier!

Auf den Testtagen von HONDA habe ich einen Teil der Pressekonferenz auf Video mitgeschnitten, eigentlich für den eigenen Gebrauch, aber ich liefere das Video jetzt doch mal mit. Pressechef Deutschland Dr. Alexander Heintzel berichtet uns über die Zukunftsaussichten aus HONDA-Sicht. Themen sind E-Auto, Scooter, Hybrid-Schneefräse, Solar Hydrogen Station, Home Energy Station und Eco Power 1.0 (Kraftwärmekopplung).

Für den Bereich E-Auto (zu Beginn des Videos) wird avisiert, dass der HONDA Jazz in der batterieelektrischen Version schon 2012 auf den Markt kommen wird. Und zwar – wen wundert es – in China! In Deutschland scheint noch nicht der Markt da zu sein, alles ist noch in der Entwicklung. Und Förderung? Fehlanzeige. Wenn ich dem Artikel Förderung Elektroauto Glauben schenken darf (ich habe die Zahlen jetzt nicht kontrolliert, zitiere), dann sind folgende Länder Vorreiter:

Förderung beim Kauf eines E-Autos

  • Amerika: Steuergutschrift über umgerechnet bis zu 5.800 €.
  • Briten bekommen ab 2011 fast das Gleiche wie die Amerkaner – in bar.
  • China fördert mit über 6.700 €.
  • Deutschland: 5 Jahre lang Erlass der Kfz-Steuer, bei einem Kleinwagen wären das ca. 140 €.

Ich habe mal gerechnet, für einen Benziner Honda Jazz 1,2 zahlt man 34€ jährlich Kfz-Steuer.

Was hat Merkel jetzt damit zu tun?

Bundeskanzlerin Merkel hat einen Podcast (PDF, barrierefrei) veröffentlicht, in dem sie über die Elektromobiliät spricht. Aber nichts aussagt, finde ich. Vielleicht noch nicht konkret, ich gebe ihr noch eine Chance, denn am Montag soll die „Nationale Plattform Elektromobilität“ ihren zweiten Erfahrungsbericht übergeben. Ich zitiere Merkel: „Wir wollen gerne, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen im Einsatz sind. Und bis 2030 könnten es sechs Millionen Fahrzeuge sein. Das bedeutet, dass wir zügig vorangehen müssen – und vor allen Dingen auch die allgemeinen Bedingungen dafür schaffen müssen, dass Elektromobilität in unserem Lande auch wirklich gelebt werden kann.

Einfach mal umgucken, wie die anderen Länder das machen, wo „es läuft“, so meine banale Empfehlung. Und dann mal zusehen, dass nicht nur E-Auto Ladesäulen entstehen, sondern auch – wie z. B bei HONDA vorgestellt (andere Hersteller gibt es sicherlich auch) – die Herstellung der Energie für batteriebetriebene oder wasserstoffangetriebene E-Autos mit in die Haushalte vernünftig integriert werden kann, wo es möglich ist. Der Weg, dass der Verbraucher den Mehrpreis bezahlen soll, dass die Autohersteller die E-Autos mit den konventionellen Verkäufen kompensieren sollen, muss einfach noch erweitert werden – auf eine sinnvolle und attraktive Art und Weise – nicht nur mit Erlass der Kfz-Steuer. Und lasst bitte den Quatsch weg (wo hatte ich das gestern gerade noch gelesen?), dass Sonderspuren für E-Autos auf den Straßen eingerichtet werden sollen … steckt das Geld lieber in die Förderung beim Verbraucher, dass er die E-Autos auch kauft, weil er davon überzeugt ist und die Technik vernünftig nutzen kann!

UPDATE: habe den Link wieder gefunden: Bund macht das Elektroauto jetzt flott (Sonderspuren: ganz unten, letzter Absatz)

2. UPDATE, 16.05.2011:
die Pressekonferenz ist gelaufen, im Stream war sie hier zu finden, die Aufzeichnung dauert wohl gerade noch, hoffe, es ist dieselbe URL.

Also – aus Verbrauchersicht – hat sich nicht viel getan, in den Aussagen. Es wurde deutlich kommuniziert (auf der NPE-Pressekonferenz) und auch weiterhin abgelehnt, dass der Kauf unterstützt wird, also keine Kaufprämie bereit gestellt wird. Die Kfz-Steuer soll – bei Kauf eines gelisteten Autos – bis 31.12.2015 (danach nicht mehr geplant!) für 10 Jahre (statt wie bisher 5 Jahre) erlassen werden. Was ist mit Leasing? Das wird doch nicht über 10 Jahre abgeschlossen. Bekommt der Zweitbesitzer auch die Kfz-Steuererleichterung, wenn er ein 3 Jahre altes E-Auto kauft? Fragen über Fragen …

Ausweitung der Kfz-Steuer-Erleichterung auch für Plug-in Hybrid-Modelle. Das dürfte erfreuen – als einziger Punkt! Damit hatte ich nicht gerechnet. Außerdem wurden auch E-Autos mit Fuel Cell (Brennstoffzelle, Wasserstoff) extra als Ergänzung erwähnt. Ach, die hätte ich von vorneherein als elektrisch fahrende Fahrzeuge gesehen. Naja, nach welchen Maßstäben da einrubriziert wird, ich bin sehr gespannt. Detailinformationen fehlen da noch.

Betrifft nicht alle: E-Auto als Dienstwagen. Der Anreiz soll damit geschaffen werden, dass die 1%-Listenpreis-Regelung nicht auf den Kaufpreis eines E-Autos (sind ja teurer) gerechnet wird, sondern auf den Listenpreis des adäquaten Nicht-E-Autos. Hmm. bin neugierig, wie sie das rechnen wollen, wenn es gar kein Adäquat gibt …

Arbeitsplätze – für das Jahr 2018 – 2020 ist geplant, dass sich ein selbsttragender Markt entwickelt hat und 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dafür sollen auch Entwicklung, Produktion und weitere relevante Teile aus dem Batteriengeschäft in Deutschland bleiben bzw. geschaffen werden. Okay, wenn das klappt, wäre es gut.

Ich behalte das Thema im Auge …

10 Gedanken zu “Was HONDA mit der Merkel zu tun hat

  1. Pingback: » Hui, die staatliche Förderung von E-Autos in de … Nachtwächter-Blah
  2. Hi Nicole, Eco 1.0 und Unabhaengigkeit ist Blödsinn, da man a) immer Wärme erzeugt, obwohl man nur Strom haben will und b) natürlich weiterhin von Erdgas abhängig ist.
    Ich bin gegen Subventionierung von E-Fzg., da es Quatsch ist, unwirtschaftliche Technologien in den Markt zu drücken. Die Hersteller brauchen Marktdruck, damit kein subventionierter Müll auf die Straßen rollt. So wie die zukünftigen Mega Flops iMiev und Leaf mit ihren 70km Winterreichweite ;-/

    1. Hi Kar Ma, ich bin nun keine Fachfrau für die Energietechniken, was die Produktion und Herstellung in Haushalten betrifft. Daher würde ich das Thema gern an den Presse-Chef weiter geben, mal gucken, ob er Zeit hat, etwas dazu zu sagen.
      Subventionierung von E-Autos: für mich ist die Kernaussage „… – auf eine sinnvolle und attraktive Art und Weise – nicht nur mit Erlass der Kfz-Steuer.“, um aufzuzeigen, dass hier so gut wie gar nichts getan wird, um einen Anreiz zu schaffen. Es wird aber großmundig verkauft. Das ist das, was mich stört. Bei dem Argument, dass kein subventionierter Müll auf der Straße rumrollen soll, bin ich bei Dir. Es sollten schon Maßstäbe geschaffen werden, was gefördert wird und was nicht. Aber gar keine Förderung finde ich keine gute Lösung, wo andere Länder dies tun – mit Erfolg. Es kann ja auch unterschiedliche Förderungen geben. Meinetwegen können auch deutsche E-Auto-Marken noch einen Hauch mehr gefördert werden, als z. B. japanische, französische, italienische etc. … eben da ansetzen, wo die Abwrackprämie versagt hat und keine Wiederholung von Fehler zulassen!
      Danke für Deinen Kommentar, Kar Ma … :-)

  3. Pingback: Nicole Y. Männl
  4. @ Kar Ma:
    Zum Thema ecopower 1.0:
    Das Besondere beim ecopower 1.0 ist eben, dass Wärme UND Strom erzeugt werden, die ich dann dezentral einsetzen kann. Nur den Strom, den ich im Haushalt nicht nutze, speichere ich ins Netz ein. Der Mikro-Cogenerator von Honda ist so mit der Vaillant-Anlage gekoppelt, dass ich
    a) bei konventionellem Betrieb die Spitzen oder die Geringverbrauchszeiten auffange und so nicht immer die gesamte heizanlage anlaufen muss, oder
    b) ich von vorneherein meinen Strom- und Wärmebetrieb selbst manage und so verfahre, wie Eingangs beschrieben
    Natürlich bin ich vom Erdgas abhängig, aber bei einem Wirkungsgrad von über 85% reduziert sich der Verbrauch beträchtlich und der CO2-Ausstoß um mehr als 30%. Wer sich in Haustechnik ein bischen auskennt, der weiss, das ist schon mal ein richtiges Brett. Du kannst natürlich auch versuchen, deinen Energiebedarf durch Photovoltaik gekoppelt mit z.B. Erdwärme zu betreiben. Aber der Wirkungsgrad liegt hier derzeit bei ca. 17-25%.
    Zum Thema E-Autos:
    BEV’s, also Batteriebetriebene Elektroautos sind nur sinnvoll, wenn du nicht mehr als ca. 40 km pro Tag zurücklegst und locker zuhause über Nacht laden kannst. Und auch das macht nur Sinn, wenn dein Strom möglichst aus nachhaltigen Energien stammt. Bei Strom aus Stein- oder Braunkohle fährst du mit einem spritgünstigen Kleinwagen finanziell und ökologisch besser. Sinn für die Zukunft machen HEV’s, also Hybridelektrische Fahrzeuge (Parallel-, Leistungsverzweigte oder Plug-in-Hybriden) sowie BEV’s mit Range Extender. Die Industrie hat das Know-how, es wird nur leider sehr zögerlich umgesetzt. Zukunftsträchtig ist auch und in jedem Fall die oft totgesagte Brennstoffzellentechnologie (FCEV). Auch hier liegt das Know-how in den Entwicklungsabteilungen vor. Produktion von Wasserstoff aus regenerativen Energien ist jederzeit möglich! Hinzu kommt, dass bei der Chlorproduktion in der Chemieindustrie Wasserstoff als Abfallprodukt abfällt, das in der Regel abgefackelt wird. Wenn du das reinigst und zur Verfügung stellst, sieht die Ökobilanz ganz anders aus. Dies passiert z.B. in Frankfurt, wo ein Werk seinen wasserstoff reinigt und der Agip am Flughafen zuleitet. Dort kann jeder Wasserstoff tanken (wir beispielsweise machen das). Die Menge, die allein hier pro Jahr zur Verfügung stünde, würde reichen, um den gesamten Busverkehr des Großraums Frankfurt auf Brennstoffzellenbasis zu betreiben. Mithin stehen die nötigen Parameter zur Verfügung – sie müssen nur „gewollt“ werden. Alles was notwendig ist, ist ein politischer Wille sowie im Bereich Wasserstoff die Infrastruktur (die können wir als Hersteller nicht auch noch bereitstellen). Die Technologie ist serienreif. Steueranreizen für Hersteller stehe ich skeptisch gegenüber. Steueranreize für verbraucher beim Kauf von BEV, HEV oder FCEV halte ich für sinnvoll. Gerade im bereich HEV zeigen uns Länder wie Holland, wie schnell eine technologie verbreitet werden kann, wenn der Verbraucher Anreize erhält.
    LG Alex Heintzel von Honda

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