Suche Anschluss – mit dem neuen Toyota Prius Plug-in Hybrid

Ein kurzes Vergnügen war mir in Brüssel beschert, ich habe den Toyota Prius Plug-in Hybrid im übertragenen Sinne einmal ums Atomium gefahren. Nun bin ich den „normalen“ Hybrid auch nur mal „ums Eck“ gefahren, so dass mir spontan und auf Anhieb keine großen Unterschiede auffielen. Mit einer Ausnahme und das ist der Deckel an der rechten Seite – dort ist der Anschluss für den Ladevorgang mit Strom zu finden. Links ist übrigens nach wie vor der Benzinstutzen einzuführen.

Noch eine Kleinigkeit: Im Unterschied zum herkömmlichen Prius kommt im Prius Plug-in Hybrid eine Lithium-
Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 4,4 kWh statt einer Nickel-Metallhydrid-Batterie mit 1,3 kWh zum Einsatz. Die wesentlichen Komponenten sind ansonsten unverändert, die Leistung des Plug-in beträgt daher ebenfalls 136 PS im Vergleich. Naja, und das macht dann insgesamt 50 Kilo mehr aus, dass man den Prius nachladen kann.

Warum soll ich mir jetzt einen Plug-in Hybriden anschaffen? Das werden sich bestimmt einige Leute fragen. Hier sehe ich den Vorteil des reinen elektrischen Fahrens in der Kombination für längere Strecken auch den Vollhybriden voll einzusetzen.

Die Menschen vertun sich häufig, wenn sie ihren täglichen Kilometerbedarf einschätzen sollen. Was hörte ich schon auf E-Auto-Rallyes und anderen Veranstaltungen, wenn ich mich über Elektromobilität unterhielt? Da kommen Antworten wie: “ 200 Kilometer Reichweite muss er haben. Nun rechne mal aus, wenn jemand 200 Kilometer am Tag fährt, dann sind das 73.000 Kilometer im Jahr. Viele fahren aber nur 10.000 bis 20.000. Gerade 9.125 Kilometer im Jahr, also 25 Kilometer oder weniger sind 75% der Strecken, die zurückgelegt werden, so das Bundesamts für Straßenwesen in seiner Studie. Toyota hat einen breit angelegten Feldversuch gestartet und dieses Fahrverhalten wurde nochmals bestätigt.

Doch genau, was ist dann, wenn ich mal 400 Kilometer oder mehr an einem Tag fahren muss? Entweder ich habe ein Elektroauto und leihe mir dann einen umweltfreundlichen Benziner oder Diesel aus. Oder ich habe den Toyota Prius Plug-in Hybrid und spare mir den Weg zum Verleiher. 1000 Kilometer Reichweite sind notiert, dann geht’s erst wieder an die Zapfsäule.

Ein Prius Plug-in Hybrid reicht in den meisten Fällen für den Berufsverkehr aus, 25 Kilometer können rein elektrisch gefahren werden. Wenn es dann 30 Kilometer oder mehr zur Arbeit sein sollten, dann springt eben der Hybrid auf den letzten Kilometern ein. 


Das Cockpit trifft zu 90% meinen Geschmack. In der Anordnung der Instrumente ist es ungewöhnlich. Was mir nicht gefällt, sind die Materialien. Die hätten einen Tacken edler sein können. Lustig ist die Gangschaltung, hier gerade noch im Bild zu sehen.

Ja, was ist denn das? Sehe ich doppelt? Nein, das sind die 2 Handschuhfächer! 

Das Aufladen funktioniert wie bei einem „normalen“ E-Auto. Hier allerdings nur bis auf die maximale Reichweite 25 Kilometer. Das geht natürlich dementsprechend schnell.

Eine volle Ladung benötigt nur 90 Minuten. Theoretisch könnte die Hybridbatterie des Prius Plug-in auch durch das regenerative Bremssystem (durch Rekuperation) wieder vollständig aufgeladen werden. In der Praxis ist das meistens nicht zu schaffen. Bisher hat keines der mir bekannten Hybrid-Fahrzeuge einen Schalter, wo man quasi eine „Ladung“ anstellen könnte. Wenn ich booste, also ordentlich aufs Gaspedal trete, habe ich meistens auch den Einsatz des E-Motors dabei.

Es gibt drei Modi: HV, EV und EV-City, kombinierbar mit dem ECO-Modus.

Im HV Modus arbeitet der Prius Plug-in ähnlich wie ein normaler Prius. Er bietet das klassische
Fahrerlebnis eines sparsamen Toyota Hybridfahrzeugs und schaltet den Benzinmotor je
nach Bedarf automatisch zu. Die gespeicherte Netzladung wird zur späteren Verwendung
bei rein elektrischer Fahrt in der Stadt aufgespart.

Im EV-Modus steht die volle Batteriekapazität zur Verfügung und der Prius Plug-in Hybrid
fährt ausschließlich mit nahezu geräuschlosem elektrischem Antrieb, der sich optimal zum
Fahren im städtischen Umfeld eignet. Es fallen keinerlei CO2- oder NOX-Emissionen an.
Die elektrische Reichweite liegt bei etwa 25 Kilometern, die Höchstgeschwindigkeit bei bis
zu 85 km/h.
Der Benzinmotor wird vom Hybridsystem bei Bedarf selbständig gestartet, doch solange
der Fahrer nur leichte bis mittlere Gasbefehle erteilt, bleibt der Benziner im EV-Modus
abgeschaltet.
Im EV-City-Modus arbeitet der Prius Plug-in Hybrid grundsätzlich wie im EV-Modus. Der
Benzinmotor wird jedoch nur beim vollen Durchtreten des Gaspedals zugeschaltet, so dass sich der Anteil der rein elektrisch zurückgelegten Fahrstrecke erhöht.

In jedem dieser drei Fahr-Modi lässt sich der ECO-Modus separat zuschalten. Hierbei wird das Ansprechverhalten des Gaspedals gedämpft, was zusammen mit einer verbrauchsoptimierten Regelung der Klimaautomatik den Kraftstoffverbrauch senkt.

Ach, ein bisschen unterscheidet sich der Plug-in doch vom normalen Hybriden, aber da muss man genau hinschauen: ein eigenständiges Design vom Kühlergrill, alles etwas bläulicher, und eine modifizierte vordere Stoßstange sowie die Rückleuchten im Klarglas-Design.

Es gibt zwei Ausstattungsvarianten, den Prius Plug-in Hybrid LIFE (ab 36.200 €) und die höhere Ausstattungsvariante Tec-Edition (ab 42.500 €).

Wenn noch Fragen auftauchen, jederzeit gern, ich hätte noch drei Seiten lang weiter schreiben können.  :-)

Geschrieben hat auch:
mein-auto-blog mit „Angefahren: Toyota Prius Plugin Hybrid“

Danke für die Einladung an Toyota und die Übernahme der Reisekosten.

 

5 Gedanken zu “Suche Anschluss – mit dem neuen Toyota Prius Plug-in Hybrid

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