Kfz-Kennzeichen

Was ist wichtig, wenn ich bei Umzug mein Kennzeichen behalten möchte

Kfz-KennzeichenSeit 01.01.2015 ist es möglich, dass man nach einem Umzug sein Auto-Kennzeichen behalten kann. Nicht nur, wenn man innerhalb des Bundeslandes umzieht, sondern nun auch bundesweit. Ich berichtete schon darüber, dass ich mich darüber freue, dass die ganzen Formalitäten, die ein Umzug beinhaltet, gemindert um ein neues Kfz-Kennzeichen sind. Ich hatte mich entschieden, dass ich mein Kennzeichen aus Hannover für meinen Privatwagen behalten möchte.

Am 5.1.2015 – dem ersten Tag im Jahr, den das Bürgerbüro geöffnet hat – habe ich mich dann auch gleich mal in die lange Warteschlange gestellt. Das war klar, dass viele ihre Formalitäten erledigen wollen, daher mein erster Tipp:

Tipp 1: Nicht gerade am Montag, nicht zum Monatsanfang, Monatsletzten, vor oder nach Feiertagen oder gar nach Jahreswechsel irgendwelche Ämter aufsuchen.

Natürlich habe ich mich vorher versucht auf der Website schlau zu machen, was ich für Unterlagen benötige. Leider war – bedingt durch die Umstellung über die Jahre – die Information nicht vollständig. So ging ich mit meinem umzumeldenden Personalausweis und meinem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) an den Tresen des Bürgerbüros. Zur Zulassungstelle musste ich übrigens nicht extra, denn es wurde ja nichts am Kennzeichen geändert!

Tipp 2: Der Personalausweis sollte aktuell sein, nicht abgelaufen und muss vor den umzuschreibenden Fahrzeugpapieren geändert werden.

Der Personalausweis machte auch gar kein Problem. Meine Angaben wurden aufgenommen, in den Computer eingegeben und ich musste nichts für die Anschriftenänderung zahlen, denn ein (fälschungssicherer) Aufkleber ziert nun die Rückseite im Anschriftenfeld. Sinnvoll ist die Änderung, dass nun auch endlich eine Postleitzahl mit angegeben wird. Das war bei mir bei der Adresse in Hannover nicht der Fall.

Als ich dann den Fahrzeugschein, also die Zulassungsbescheinigung Teil 1, ändern lassen wollte, wurde ich vor neue Herausforderungen gestellt. Darüber hatte ich vorher nichts gelesen oder mir ergoogeln können. Mir fehlten Unterlagen! Den Fahrzeugbrief brauche ich übrigens nicht, denn es ist ja nur eine Adressänderung ohne Kennzeichen-Umschreibung.

Tipp 3: Fahrzeugbrief kann zu Hause bleiben (Zulassungsbescheinigung Teil II), wenn nur eine Adressänderung statt findet. Bei Kennzeichen-Änderung ist er zwingend vorzulegen.

Die Dame im Bürgerbüro verlangte also noch nach einer eVB und nach einem TÜV-/Dekra-Bericht, bevor sie meine Adresse ändern konnte. Eine eVB-Nummer? Ich runzelte die Stirn und schaute fragend. Sie erklärte mir geduldig, dass eVB ausgesprochen „elektronische Versicherungbestätigung“ heißt. Davon hatte ich bisher nichts gehört, denn ich hatte schon lange kein Fahrzeug mehr zugelassen.

Tipp 4: eVB bei der eigenen Kraftfahrzeug-Versicherung vorher anfordern.

Die eVB ist eine 7-stellige Buchstabenkombination bei mir gewesen. Meistens geht das online oder man ruft seine Versicherung an und fragt nach. Ich habe die Nummer per SMS und per E-Mail bekommen. Normalerweise geht das ganz schnell, ich würde aber dennoch ein paar wenige Tage vorher die Anforderung starten.

Tipp 5: TÜV-/Dekra-Bericht dabei haben

Chaos-Diven wie ich haben natürlich den Dekra-Bericht nicht zur Hand, sondern noch in einem Karton, der im Keller gelandet ist und wo nun noch 5 weitere Kartons davor herum stehen, die schwer wie Blei sind. Was tun? Ich rief bei der Dekra an und erkundigte mich. Die freundliche Dame erklärte mir, dass ich eine Zweitschrift anfordern könnte. Doch die brauche ich ja eigentlich gar nicht, denn ich habe meinen Bericht ja, nur eben gerade nicht zur Hand. Das wäre bestimmt auch kostenpflichtig gewesen, ich habe nicht weiter nachgefragt, denn sie bot mir etwas viel besseres an.

Tipp 6: Falls der TÜV-/Dekra-Bericht nicht zur Hand ist, zum Bürgerbüro / Zulassungsstelle direkt faxen lassen

Das war sehr unkompliziert und kostete mich keinen Cent. Ich habe bei meinem zweiten Besuch beim Bürgerbüro also mein charmantes Lächeln herausgeholt und die Dame darum gebeten, dass ich die Dekra nun anrufen könne, wenn sie mir die Amts-Faxnummer nennt. Sie nahm das jedoch gleich an sich und rief die Dekra in Stuttgart selber schnell an, denen die Faxnummern der Ämter bekannt sind, damit kein eventuelles Schindluder getrieben werden kann. Daher werden die Bescheinigungen auch nicht an Privatfaxnummern gesendet, so erklärte man mir. Ich hatte mich zwar vorher in Hannover bei der Dekra erkundigt, doch man kann letztlich jede Niederlassung in Deutschland anrufen, denn die Daten sind bundesweit verfügbar. Wie es für TÜV Nord und TÜV Süd ist, kann ich nicht sagen.

Ergebnis: Ein neuer Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung I, mit meiner neuen Anschrift und um 17,20 Euro leichter auf dem Konto, da ich per EC-Karte zahlte. Ich musste keine Schilder wechseln, dafür blieb mein altes Kennzeichen erhalten.

Wenn es auch einen zweiten Besuch beim Bürgerbüro nötig machte, da ich vorher keine Information darüber bei der Stadt Stuttgart auf der Website fand (wofür man sich entschuldigte), ging es doch relativ schnell und ohne Schrauberei, dass ich einfach nur meine neue Anschrift eintragen ließ. Wer darauf Wert legt, sollte sich vorher eine Kopie seiner Zulassungsbescheinigung I machen, denn diese wird einbehalten, man kann sie nicht wieder mitnehmen.

Nun bin ich neugierig, ob dieser Artikel einigen Leserinnen und Lesern hilft, dass sie sich den doppelten Besuch (wie ich) beim Bürgerbüro sparen können, da sie alle erforderlichen Unterlagen dabei haben.

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