Opel Ampera

Opel Ampera – Odyssee mit der Ladesäule

Opel AmperaDer Opel Ampera sollte mein erstes Fahrzeug im Test sein, dass über einen Stromanschluss zum Aufladen verfügt. Reine Elektroautos bin ich schon auf Rallyes gefahren, verschiedene Hybrid-Modelle habe ich kennen gelernt. Doch nun soll es der Range-Extender sein, mit dem ich ausprobieren kann, wie sich ein Opel Ampera anfühlt und fährt.

Da kam er nun in meine Hände. Leider war durch die Überführung der Akku leer gefahren, so dass ich die ersten Meter wie mit einem Benziner fuhr. Ganz, ganz leichte Enttäuschung machte sich breit. Ich wollte unbedingt elektrisch fahren. Und zwar sofort. Ich schmiss mein Internet an und suchte wie verrückt nach Lademöglichkeiten. Ich wohne im vierten Stock, keine Garage, also habe ich keinen Anschluss zur Hand.

Auch bei hannover.de suchte ich. Ich fand nichts, keine Info. Die Suche führte mich schließlich auf die Seite LEMnet und ich suchte nach Hannover. In der City gibt es ein paar Ladestationen, aber im Nordwesten war rein gar nichts zu finden. Die nächste Hürde stand schon da: man kann nicht einfach mal spontan irgendwo laden. Nein, man muss sich meistens registriert haben, irgendwo hinfahren oder andere Unwegsamkeiten auf sich nehmen.

Uffz, endlich entdeckte ich die Spontan-Instant-Lösung: ich rief bei der Handwerkskammer Hannover an. Mit Dr. Frank-Peter Ahlers besprach ich die Sache und er sagte mir spontan zu, dass ich zum kostenlosen Parken und Laden vorbei kommen könnte. Ich fragte dann mal zurück, wieviele Leute das in Anspruch nehmen würden. Die Antwort war mir fast klar, denn er freute sich, dass endlich mal jemand mit einem „Steckdosen-Auto“ vorbei käme.Opel AmperaIch stellte mich also neben den Renault Kangoo Z.E. und Herr Ahlers (so stellte er sich vor) kam mir schon entgegen. Den Schlüssel zur Entriegelung und Freischaltung der Ladesäule in der Hand.Opel AmperaIch holte derweil das Ladekabel aus dem Kofferraum. Opel AmperaGing um das Auto herum, nach links vorn und steckte den Stecker in den Stromanschluss vom Ampera. Nachdem Herr Ahlers die Technik freigab, konnte ich das Anschlusskabel mit der Ladesäule verbinden.Opel AmperaOpel AmperaAlles im grünen Bereich sagte die Anzeige. Auch das Display im Opel Ampera bestätigte, dass der Ladevorgang richtig läuft. Opel AmperaDoch wie lange muss ich nun laden? Das Display in der anderen Ansicht im Ampera verrät es mir ebenso. Und ich kann hier noch weitere Einstellungen vornehmen, wie den Lademodus zu ändern.Opel AmperaDer  Vorteil der Lage der Handwerkskammer zur Innenstadt war gut gewählt und so ging es zum Shopping und einen Happen zu Essen. Ganz bis 18:15 Uhr war ich jedoch nicht unterwegs, das hätte mir dann zu lange gedauert. Opel AmperaSo ging ich wieder zu Fuß zum  Opel Ampera zurück und hatte fast dreiviertel geladen.Opel AmperaIch hatte mich ja schon erkundigt, dass die Handwerkskammer Unternehmen unterstützt, dass sie ihre Flotte oder Einzelfahrzeuge in elektrische Modelle bei einer Neuanschaffung tauschen. Dafür gibt es die Möglichkeit, dass sich Unternehmen melden und für einen gewissen Zeitraum den Kangoo Z. E. testen können. Finde ich eine gute Aktion, daher erwähne ich sie explizit.

Hier die Daten von der Handwerkskammer Hannover:

  • Berliner Allee 17, zfu(at)hwk-hannnover.de, www.hwk-hannover.de, +49-511-348-5997
  • 4 Anschlüsse (2x IEC Type2 400V/16A, 2x Schuko 230V/16A, Sicherung nicht von aussen zugänglich) / offen: Mo-Do 7-18 Uhr, Fr 7-15 Uhr, Besucher bitte an der Zentrale melden. Schlüssel an der Zentrale abholen und nach Beginn des Ladevorgangs wieder abgeben! / bitte vorab telefonisch anmelden – der Stellplatz wird auch für Dienstfahrzeuge genutzt / Zeitbeschränkung: 4 Stunden / Stromkosten: kostenlos / Parken: kostenlos / Standort: Die Ladesäule befindet sich am Parkplatz vor dem Haupteingang.

Ich konnte nun endlich elektrisch fahren!
Wie sich der Ampera fährt und welche technischen Daten wichtig zu wissen sind, schreibe ich in einem gesonderten Artikel.

Danke an Opel für die Teststellung.

14 Gedanken zu “Opel Ampera – Odyssee mit der Ladesäule

  1. Wenn man dann eine Ladesäule gefunden hat, kommt da Problem,
    mit den Anschlüssen!
    Eifache Schukosteckdosen,–das es ist meist nicht!
    Es muss noch einmal ordendlich in den Geldbeutel gefasst werden!!
    Und wenn ich z. B. bei der RWE ohne Anmeldung- per SMS,
    mein Auto befüllen will, sind angeblich 9 € futsch!1
    Dafür, kann ich aber auch , und viel bequemer mit ruhigen Gewisssen,bei der Ölmafia tanken!!
    So wird das mit der E Mobilität, aber nur schwer, was werden !

    1. Völlig richtig beobachtet, Hartmut. Danke für Deinen Kommentar. Aber bei RWE sind wirklich 9 Euro futsch? Kann man ja kaum glauben …

  2. Das Problem bei RWE-Ladesäulen mit Aufladung per SMS ist das Tarifmodell: „Laden bis zu 16A; 1,95 €/h“ zzgl. Bestell- und Freigabe-SMS.

    Somit könnten zu diesem Preis über den Dreiphasenanschluss mit 16 A max. 11 kW pro Stunde geladen werden, entspricht zzgl. der 2 SMS für die Aktivierung dann ungefähr 19,5 ct./kWh – das wäre günstig, theoretisch.

    Dummerweise kann momentan noch kaum kein Serienfahrzeug mit so hoher Leistung laden. Auch der Ampera nimmt meines Wissens max. 3,6 kWh an, somit kommen wir dann schon auf 59 ct./kWh.

    Oder anders herum: für das Laden der tatsächlich nutzbaren 10,5 kW Akkuleistung im Ampera benötigt man mit passendem Typ2-Adapterkabel dann 3 Stunden: somit ca. 6,00 EUR für 60 km Reichweite, entspricht einem rechnerischen Benzinkostenverbrauch von 6,25 Liter/100 km (bei 1,60 EUR/Liter).

    Per Schuko-Dose (230V/10A, soweit überhaupt an Ladesäule vorhanden) sind es sogar knapp 5 Stunden, die benötigt werden: 10 EUR, Benzinkostenverbrauch von 10,4 Liter/100 km.

    Es wundert also nicht, dass das SMS-Preismodell nur wenige Nutzer finden dürfte. Preislich vertretbar wird es nur, wenn man 4,95 EUR monatliche Grundgebühr zahlt und dann 0,25 EUR/kWh im „ePower Basic“-Tarif. Das wiederum heißt regelmäßige Nutzung der Ladesäulen, um die Grundgebühr zu amortisieren.

    1. Prima Nicole,
      reib unseren Stromversorgern ihre Schildbürgerstreiche ruhig, unter die Nase.

      Doch sicherlich, möchten, die lieber erst weiter, ungestört Kasse machen .

      Gruß,
      Hartmut

      1. Ich finde eine Diskussion und einen Austausch – mit konstruktiven Vorschlägen und guten Argumenten – sehr gut.
        Und die Agentur von RWE (agentur 05, so steht es im Twitteraccount) hört uns ja auch zu. Nur leider haben sie sich noch nicht hier direkt geäußert. Ich werde nochmal an RWE einen Tweet schicken. Vielleicht erklären sie uns ja das Modell nochmal genauer und warum es nicht günstiger gehen kann (aber sollte). 🙂

      2. Natürlich beteiligen auch wir uns gerne an dieser Diskussion.

        Wir sehen grundsätzlich vertragsbasiertes Laden als Modell der Zukunft. Dabei wird pro geladener kW/h gezahlt. Dies ist auch für Kunden mit regelmäßiger Nutzung günstiger als das SMS Payment.

        Das SMS Payment ist für Kunden ohne Vertrag gedacht, die öffentliche Ladestationen eher unregelmäßig nutzen oder in Gebieten unterwegs sind, in denen ihr Vertrag nicht gilt. In diesem Fall wird ein Service „Laden nach Zeit“ verkauft und nicht der Strom wie beim Vertrag.

        RWE-Ladesäulen sind mit der für Elektrofahrzeuge standardisierten Ladesteckvorrichtung Typ 2 ausgestattet, die normgerechtes und damit sicheres Mode 3 Wechselstromladen (AC) mit einer Ladeleistung von derzeit schon bis zu 22kW ermöglichen. Das teilweise dennoch lange Ladezeiten notwendig sind, liegt also nicht an der Ladesäule, sondern daran, dass viele Elektroautos (noch) nicht in der Lage sind, diese Leistung auch anzunehmen.

        Ein Wort zur Schukosteckdose: Sie ist für eine maximale Spitzenlast von 16A ausgelegt und gar nicht für den Dauerbetrieb geeignet.

        Die Hinweise der Nutzer und Blogger sind für uns sehr wertvoll, da sie uns helfen unsere Stromprodukte weiterzuentwickeln. Wir freuen uns also über Kommentare.

  3. Hallo,
    ich fahre den Ampera seit wenigen Monaten. Dazu habe ich mir eine eigene Ladestation eingerichtet. Ich zahle also den günstigsten Tarif den ich finden kann. Jeden Morgen habe ich die maximale E-Kapazität zur Verfügung und fahre dann fast nur elektrisch. Für den Arbeitsplatz und zurück reicht mir das locker. Mit einer maximalen Ladezeit von ca. 3,25 Std kann ich oft auch noch ein zweites Mal am Abend losfahren. Nur für weite Überlandfahrten nutze ich dann Benzin. Und kann, so wie Du, an „öffentlichen“ Ladesäulen für den Rückweg tanken. Das werde ich aber nur dann tun, wenn sich das für mich auch finanziell rentiert und die Ladesäule in Fußgänger-REcihweite meines Ausflugsziels ist.

    1. Danke für Deinen Erfahrungsbericht aus erster Hand, Frank. Genau das war auch bei mir so schwierig, das „Fußgänger-Reichweite“ + „nicht anmelden wollen“ für einmal Stromladen. Daran sollten die Anbieter echt noch arbeiten.

      1. Hallo,
        es gibt eine Webseite Ladenetz.de
        Es scheint so, daß es hier, vor Allem , von den Stadtwerken, günstigere Angebote, gibt, als von der RWE
        Ich habe gerade, heute Morgen mit den Stadwerken in Lübbecke gesprochen.
        Dort kann ich mir kostenlos, eine RFID Karte holen, und dann kann ich auch noch, bis jetzt kostenlos laden.
        In Zukunft, ist das auch vom Ladenetz,de ,
        so angedacht, daß ich als Kunde der Stadtwerke, sogar länderübergreifend, mit
        diese RFID Karte mein Auto, laden kann
        Die Kosten( Marktpreise) !! werden dann mit meiner Stromrechnung beglichen.
        Sehr geehrte Damen und Herren, von der RWE
        Das wäre, doch auch mal was, Sie, oder ??
        Auf jeden Fall, muss ich die nächsten Tage so wie, so nach Lübbecke, und werde da, mein neu erworbenes Ladekabel,
        testen!
        ich glaube aber kaum, daß für meine überwiegenden Kurzfahrten, wie, von der RWE angedacht, eine Grundgebühr, von der RWe angedacht 4,95??€ bezahlen werde!
        Dann ist es auf jeden Fall günstiger, und vor allem schneller und bequemer, bei den Öl-Oligarchen, vorbei, zu fahren, und für 5 € zu tanken

        Gruß,
        Hartmut

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