Der neue Range Rover und die Auto-Diva

Der Unterschied zwischen einem SUV und einem Geländewagen (Land Rover) zeigt sich im Gelände

Wülfrath, 9 Uhr, die Frisur ist egal, ich habe etwas Warmes an und festes Schuhwerk, mit dem ich dennoch genügend Gefühl für Gas, Bremse und teilweise Kupplung habe. Ein aufregender Tag liegt vor mir, denn ich darf die Modellpalette von Land Rover fahren. Land Rover Defender, Discovery, Freelander, Range Rover Evoque sowie den Range Rover Sport und ganz kurz zum Antesten den ganz neuen Range Rover, Modell 2013. Diese Geländewagen sind ja echt riesig. Ich sehe daneben aus wie eine Zwergenfrau – und das bei 1,72 Metern Auto-Diva am Stück. Auf das Dach kann ich nicht gucken und auf die Motorhaube nicht klettern, da hätte man mir eine Leiter geben müssen.Das Gelände ist irre groß. Mein Instructor neben mir auf dem Beifahrer-Sitz kennt sich aus. Ich sage ihm, dass ich schon mal im Gelände gefahren bin. Also herumgeheizt. Hier ist es etwas anderes. Hier gibt es Abfahrten bis zu 110 Grad, heiße Sache … es gibt weiterhin Schräglagen bis zu 35 Grad, Verschränkungen, also Löcher im Boden oder Bodenwellen, die positiv nach oben ausgeprägt sind. Etwas Wasser hatten wir auch durchfahren, aber nicht sooo tief. Durch ein Flußbett mit vielen Steinen ruppelte ich mich so durch, die quergelegten Schwellen waren schon krass. Richtiges Gelände + richtiges Fahrzeug = Megaspaß!

Die Sensation für mich war die Treppenfahrt. Echte Treppen bin ich mit dem Range Rover Sport gefahren. Und das waren schon richtige Stufen. Viel Feingefühl ist da nötig. Mein Instructor traute es mir sofort zu und er sollte Recht behalten, hüpfte ich wie ein hochmotiviertes Schulmädchen empor. Leider habe ich keine Fotos, da ich vor lauter Begeisterung vergessen hatte, welche zu machen.Dann setzte ich mich bei Mike auf den Rücksitz, um mal zu sehen, wie es wirkt, wenn man nicht selber fährt und um ein paar Fotos zu machen. Mike gab alles:Zuerst die Schräglage. Selbst der Evoque vor uns hat es gut geschafft. Wobei uns im Range Rover Sport dahinter kurz der Atem stockte, als nur noch 3 Räder die Bodenhaftung hatten. Aber das ging gut, wieder zurück auf die 4 fuhr der wirklich schicke Evoque weiter. Da standen wir mal kurz Schlange. Vor der 110 Grad-Abfahrt, die dazu auch noch etwas länger gehalten ist. Das Gefühl dazu? Du musst dem Auto vertrauen, Dich auf das Fahren konzentrieren, drauf achten, dass Du die Pedale in Ruhe lässt, nicht bremst, Du musst bereit sein, vorsichtig gegenzulenken, falls das Hinterrad überholen möchte. Ein bisschen fühlte ich mich wie in der Achterbahn, wenn eben die normale Fallgeschwindigkeit durch das Abbremsen der Wagen reduziert wird. Der Geländehüpfer ganz vorn zeigt, wie steil es runter geht … Runterfahren ist das eine, Hochfahren etwas ganz anderes. Mike konzentriert sich und wird zentimeterweise größer, hatte ich das Gefühl, wenn wir auf einmal nix mehr sahen. Die Anmerkung vom Instructor war deutlich: normalerweise müsstest Du das Gelände, was nicht übersichtlich ist, vorher inspizieren. Denn es könnte ja auch sein, dass hinter der steilen Kuppe dann erstmal gar nichts ist … das haben wir uns hier gespart, da das Gelände bekannt war, aber wirklich Off-Road in fremden Gefilden muss man sehr vorsichtig sein. Auch Pfützen werden erst durchwatet und mit einem Stock untersucht. Auch das haben wir uns gespart.
Das Surround-Kamerasystem kann ein wenig behilflich sein, wenn man nicht ständig aussteigen möchte. Hier sind 5 Digitalkameras verbaut, zwei an den Enden des Frontstoßfängers, jeweils eine in den Außenspiegeln und eine im Heckspoiler. Die nach hinten weisende wird auch als normale Rückfahrkamera eingesetzt, das bietet sich ja an. Hier noch eine Demonstration, wo die Kameras sitzen:Hier noch die zweigeteilte Ansicht. Sehr praktisch übrigens nicht nur im Gelände, sondern auch im Großstadtdschungel mit seinen Pollern und Bordsteinen.

Back to the Roots, in den Land Rover Defender!Ein liebenswert knorziger Constructor „vom alten Schlage“ begrüßte mich skeptisch. Ich war noch nie bei der Bundeswehr, fühlte mich aber sofort als Geländewagen-Soldat, der ab jetzt die Befehle auszuführen hat. Aber es ist ganz richtig so, wenn der General sagt, die Kupplung wird nicht getreten, dann wird sie nicht getreten. Ist ja kein Spaß, wenn man mit der Kiste umfällt oder sich überschlägt. Und Spaß wollten wir haben. Ich habe mich doch auch glatt in den spartanisch ausgestatteten Land Rover ein bisschen verliebt.

Und nachdem der Instructor und ich die zweite Runde gefahren sind, wir uns etwas besser „kannten“, was meine Fahrkunst anging, so wurde ich sogar gelobt. Als Krönung des vollen Vertrauens sind wir eine äußerst rutschige und gefährliche Strecke gefahren, die nicht alle fahren durften und die er an diesem Tag das erste Mal mit einem „Geländewagen-Fahrer“ fuhr. Zum Schluss der Fahrt machte mein General doch glatt ein Späßchen. Ich hätte mir nun eine Urkunde verdient. Na, wenn das kein Kompliment an die Auto-Diva und ihre Fahrkünste ist! Außerdem meinte er, dass ich total die Frau für den Defender 90 wäre … ich sollte mir unbedingt einen anschauen. Wir sind mit dem 110 gefahren.Und ein Pritschenmodell:Breaking: mir wurde gerade von Jan Gleitsmann von auto-geil.de ein Foto zugesendet, das ich Euch nicht vorenthalten möchte, Auto-Diva in Action im Defender. Danke Jan, ich habe mich riesig gefreut!Ich bin ja kaum aus dem Gelände herauszukriegen. Da möchte ich unbedingt wieder hin, ich bekomme nicht genug davon, meine Geschicklichkeit und Erfahrung in das Auto mit dem Gelände zusammen zu erleben. Sollte ein Platz auf einer Tour frei sein, die Land Rover anbietet, ich wäre sofort dabei. Doch vorher bin ich nochmal in die Zivilisation gefahren, mit dem Evoque, der sich in beiden Terrains gut macht. Auch auf der Straße macht der Range Rover der schickeren Art eine gute Figur. Als Kurzfazit: Man kann zwar kein ganz extremes Gelände mit ihm fahren, aber für einen SUV hat er ganz viel Geländewagen-Gene in sich, da die Technik verbaut ist, die man für eine sichere Fahrt über Stock und Stein braucht.
Alle anderen geländetauglichen Range Rover und Land Rover haben mir bewiesen, dass sie es wirklich können. Es wäre eine Schande, sie nur in der Stadt zu fahren. Auf, ins Gelände, unter fachkundiger Anleitung, versteht sich!

Danke an Land Rover für die Einladung

6 Gedanken zu “Der Unterschied zwischen einem SUV und einem Geländewagen (Land Rover) zeigt sich im Gelände

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