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Leder, Lack, Gummi und der Sound – Mercedes-Benz ganz sinnlich dufte

Vier Sinne hat der Mensch aktiviert, wenn er einem Auto begegnet. Das Auge isst fährt mit, so wird uns zuerst der optische Eindruck SEHEN beeinflussen. Wir nehmen ein Fahrzeug immer erst von außen, dann von innen wahr. Klar, da man zuerst draußen steht, muss man ja erstmal hineinkommen. Ich kann mich erinnern, dass mir ein bestimmtes Fahrzeug von außen erst so gar nicht gefallen wollte, dieses sich aber gut fuhr, gut anfühlte. FÜHLEN und anfühlen sind also weitere Kriterien beim Kennenlernen eines neuen Automodells. Von außen ekliger Abgas-Dieselgeruch und von innen Billigkunststoff, der ausdünstet? Das nimmt man ungern hin.

RIECHEN muss ein Auto innen am besten ein klein wenig nach Leder, finde ich. Gegen die Abgase kann man natürlich wenig machen, außer, man fährt ein emissionsloses E-Auto. Und beim Gasgeben? Da kann der Sound auch ausschlaggebend sein. Aber nicht allein dort ist das HÖREN wichtig. Es darf nichts im Cockpit klappern oder knarzen, die Tür muss satt ins Schloss fallen, das suggeriert Sicherheit, die natürlich auch geboten sein sollte.

Wie schaffen es Autohersteller, dass Autos  gut aussehen, riechen, sich anfühlen und anhören?

Diese Frage beantwortete Mercedes-Benz einer internationalen Gruppe von schreibenden Autoexperten und Bloggern – ich war dabei! Ein Workshop, bei dem es kein einziges komplettes Auto zu sehen gab, sondern nur Einzelteile oder Materialien sowie Soundfiles und Düfte.

Was vielleicht kaum jemand ahnt, wie intensiv sich ein Autokonzern mit den Kundenwünschen und -vorstellungen beschäftigt. Es gibt viele Aspekte. Zuerst denke ich auch immer an die Sicherheit. Aber das Auto könnte noch so sicher sein, wenn es sich klapprig anhört oder anfühlt, dann ist mein erstgefasstes Vertrauen doch dahin.

Mercedes-Benz hat ein Customer Research Center (CRC), in dem rund 20 Mitarbeiter im Akkustiklabor, Lichtlabor, Haptiklabor und weiteren Räumen forschen, entwickeln, testen. Der Workshop bei Mercedes-Benz zeigte uns einen Ausschnitt und schaffte in der kurzen Zeit von einem Tag eine kleine Übersicht, was wichtig ist und gab uns die Möglichkeit mit 4 Experten aus den Spezialbereichen zu sprechen, Fragen zu stellen, uns auszutauschen und unsere Ideen mitzuteilen.

Alle Experten waren sich einig, dass ein Austausch mit uns Bloggern sehr erfrischend war. Durch keine der Präsentationen kamen wir bis zum Schluss durch, das bloße Durchsliden durch Folien und ein Frontalvortrag war auch nicht das Ziel, diente eher der Vorbereitung der Experten. Es entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein Dialog zwischen Bloggern und Experten, der viel wertvoller war, für beide Seiten.

Es waren sehr viel Details, die ich hier nicht im Einzelnen wiedergebe, zu den Fotos habe ich noch erklärenden Anmerkungen hinzugefügt, also einfach durch die Galerie blättern.
Zusammengefasst habe ich folgende Dinge “mitnehmen” können, von denen ich ein paar ausformuliere:

  • Eine Mischung aus Heritage (Geschichte) und Zukunft (Innovation) ist die Markenbotschaft.
  • Design und Ästhetik werden unterschiedlich wahrgenommen. Das beste Design ist, wenn man gar nicht an das Design denkt, es nicht (negativ) auffällt, sondern das erfüllt, was wir haben möchten.
  • Es gibt viele technische Vorgaben – zum Beispiel bei den Elementen beim Cockpit – aus diesen Vorgaben etwas “Gefälliges”, Bedienbares und Funktionales zu “stricken” erfordert viel Arbeit in Sachen Kreativität, Forschung und Entwicklung.
  • Ein “Welcome-Home-Feeling” – für alle Sinne – ist hoch priorisiert, dieses wird mit allen Sinnen wahrgenommen.
  • Form und Funktion sind wichtig, dabei spielen hochwertige Materialien eine große Rolle. Diese sollen natürlich sein, seltene Rohstoffe schonen.
  • Geräusche / Sound müssen untereinander abgestimmt werden, damit das Ohr auch seine Freude hat. Es fahren ja nicht alle mit voll aufgedrehter Stereoanlage (ich übrigens nie).
  • Mercedes-Benz parfümiert die Neuwagen nicht und versteckt auch keine Duftkissen.
  • Es kommt auf das Zusammenspiel der Sinne an, dies gilt es für ein Fahrzeug zu erkennen und umzusetzen.
  • In Zukunft wird sich das Auto immer mehr und mehr der Fahrerin, dem Fahrer anpassen müssen, nicht umgekehrt. Technologie und Fortschritt sollen uns nicht zu Robotern machen, die etwas bedienen müssen, sondern sollen unsere gegebenen Fähigkeiten unterstützen und erweitern.

Nachdem ich über die vier Sinne voll informiert war, galt es noch 2 weitere Sinne zu “wecken”:
Siehe die letzten beiden Fotos der Galerie: Der Sinn fürs SCHMECKEN durch einen molekular angehauchten Lunch. Nach dem Workshop gingen wir aufs Oktoberfest und entdeckten gemeinsam den Sinn für HUMOR!

Bisher habe ich drei weitere Artikel über unseren Workshop entdecken können, die ich gern empfehle:
4 Sinne Interieur Design von Mercedes-Benz von Philipp (STUDIO5555)
It’s all about the details von Markus (better taste than sorry) auf englisch
und wie sich das “gehört”, auch auf dem Daimler-Blog: Mercedes-Benz – Faszination für alle Sinne

Disclosure: Dieser Artikel spiegelt meine eigene Meinung wieder, Daimler erstattete mir die Reisekosten.

Auto-Diva Nicole Y. Männl: Blogmagazin-Autorin Auto + E-Auto, Gastautorin für namhafte Publikationen, Bloggerin Social-Media und Produkttests. Freiberuflerin bei NY DesignBeratung für Workshops, Konzept und Ausführung sowie Beratung im Bereich Social Web und Blogger-Relations. Moderation + Vorträge. Organisatorin von LearnTank (2012), WP Blogger Hannover (2010-2012), BarCamp Hannover (2008+2011), WebMontag Hannover (2007-2012).


3 Kommentare

  1. Leder, Lack, Gummi und der Sound – Mercedes-Benz ganz sinnlich dufte #workshop http://t.co/5ER8iSqL

  2. Habe mich mit Leder, Lack, Gummi, Duft und Sound beschäftigt. Nicht, was Ihr denkt! #mb http://t.co/5ER8iSqL

  3. Suchbegriffe "leder lack gummi" im Blog, tja, da kommt man auf diese Seite bei mir: http://t.co/8FLx0fp2 ;-)

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