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B-Klasse twittert freie Parkplätze in Stuttgart – Hintergrund + mehr Info

Autos von Daimler twittern freie Parkplätze (1 Tag, 1 Stadt) hieß es auf meinem Blog. Durch den Tweet von Uwe Knaus war ich darauf aufmerksam geworden und habe darüber — mit vielen Fragen dazu — berichtet. Zusammen mit Heiko Baltes und Peter Kraufmann machten wir uns ein paar Gedanken um das “Wie”, “Warum” und “Wann”. Danke Euch für den Input. Eine offizielle Pressemitteilung war nicht vorhanden, so nahmen wir (mit mir vier Blogger) Kontakt mit den Verantwortlichen bzw. der ausführenden Agentur von Daimler auf. Merci an Markus Schuhmacher (Jung von Matt), der mir telefonisch meine vielen Fragen beantwortet hat:

Wir wollten gar keinen so großen Pressewirbel

… sagt Jung von Matt. Na, aber geklappt hat es trotzdem. Ich sagte noch, wenn man die Komponenten “Twitter”, “Auto” und “Technik mit Mehrwert für alle” zusammenfasst und drei Mercedes-Benz B-Klasse Modelle durch Stuttgart fahren lässt, dann ist das für Blogger interessant.

Zwei Fahrzeuge waren mit der Aufschrift auf den Türen gebrandet, ein drittes Modell fuhr ziemlich unerkannt ohne Aufkleber herum.

Gestartet wurde die Aktion um 7:40 Uhr bis 18:50 Uhr, so verraten es auch die Tweets, 176 an der Zahl, gleichbedeutend mit der Anzahl gefundener Parkplätze. In 3 Schichten wechselten sich die Fahrer ab. Die Tour startete in der Theodor-Heuss-Straße und die Fahrer, die sich in Stuttgart gut auskennen, fuhren im Stadtkerngebiet immer wieder herum.

Freier Parkplatz: Neckarstraße 155 in #Stuttgart #MBTweetFleet goo.gl/reQk6

So lauteten die Tweets von @MBTweetFleet, die man auf Twitter verfolgen kann.

Wie macht man auf einen Parkassistenten aufmerksam?

Indem man ihn gut verpackt und gar nicht in den Mittelpunkt stellt. Die Aussage ist also nicht: “Schaut her, wir (Daimler) haben einen tollen Parkassistenten”, sondern “Wir zeigen Euch, was man mit einem Parkassistenten  machen kann“. Platz für Phantasie und Zukunftsmusik inbegriffen. Es ist ja nicht Sinn und Zweck, dass drei “gecharterte” Autos Parkplätze melden, sondern die Vision ist: was wäre, wenn Fahrzeuge kommunizieren?

Im Telefongespräch mit Markus malte ich Szenarien, dass wenn markenübergreifend die Fahrzeuge über markenübergreifende Navigationssysteme und der dazugehörigen Technik verfügen würden, sehr viel Kommunikation möglich wäre, die einen Mehrwert für alle darstellt. Anzeigen für Staus haben wir heute schon. Ich kam mit weiteren visionären Gedanken “in Fahrt” und ich vermutete, dass da noch viel mehr in der Entwicklungs-Pipeline steckt, als die Autohersteller uns heute schon verraten wollen.

Die Meldung (auf dem Navi in Kombination mit Audioausgabe/Comand bei Daimler, SYNC bei Ford etc.) für freie Parkplätze wäre ein nächster Schritt. Ebenso wäre ich entzückt, wenn die Parkassistenz-Systeme noch weiter differenzieren könnten. Zusammen mit Kartenherstellern wie Navteq und Teleatlas wäre es sinnvoll, die POI (point of interests) zu erweitern: um ausgewiesene Behindertenparkplätze, Anwohnerparkplätze und ständige Parkverbote sowie Feuerwehrausfahrten. Ein Parkplatz ist schnell weg, das nächste Auto würde den Parkplatz als “besetzt” kennzeichnen und dieser würde sofort vom Display verschwinden. Oder, wenn er noch frei wäre, bestätigt werden.

Die Technik — Standard mit Prototyp

Der Aktive Parkassistent ist als Aufpreis-Zubehör verfügbar. Unter 36km/h Geschwindigkeit messen 10 Sensoren (Ultraschall), ob eine Parklücke in Fahrzeuglänge plus 1,30 Meter vorhanden ist und ob die Parklücken-Tiefe in Fahrzeugbreite ausreicht. Wenn der Pfeil im Zentraldisplay aufleuchtet, dann ist eine Parklücke gefunden worden, die geeignet ist.

Wie wurden die Tweets generiert?

Der besagte Pfeil, der im Erfolgsfalle aufleuchtet, wurde mittels Kamera-Technik (Bilderkennung) erfasst und diese “Meldung” an das Arduino — die Hardware auf dem Armaturenbrett —  weiter gegeben. Die Arduino-Technik ist mit GPS und einer SIM-Karte ausgestattet. Ein Programmierer hat das System dann soweit angepasst, dass genau die Tweets erzeugt wurden, die wir auf dem Account gesehen haben.

Ich warte noch auf ein Statement vom Entwickler, der war aber so müde und schon im verdienten Feierabend, weil das Zeitfenster zur Realisierung sehr eng gesteckt war. Nachtschicht war angesagt, denn die 3 B-Klassen kamen erst sehr kurzfristig zum Umbau vorbei.

Ich hatte noch gefragt, wie lange es von der Idee bis zur Umsetzung kommt. Circa 3-4 Monate hat das Projektteam für das Konzept und die theoretische Umsetzung gebraucht. In 2 Wochen war dann auch der Technikkram fertig gebaut, dafür waren 2 Personen Vollzeit beschäftigt.

Die Technik, auch die Technik des Parkassistenten muss und wird noch weiter verfeinert werden. Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, dass Parkplätze, in die man vorwärts einfahren muss, gerade oder schräg, NICHT erkannt werden. Das liegt daran, dass man – bisher – das vorhandene Parkassistenten-System darauf optimiert hat, was folgt: nämlich der Parkvorgang “Rückwarts”. Zum Vorwärts Einparken braucht man das System ja nicht. Wenn die Anforderung besteht, könnte sie sicherlich erfüllt werden, in dem man die Erkennung verfeinert.
Ebenso ist eine Schildererkennung (wenn vorhanden) nicht auf Sonderparkplätze wie Behinderten- oder Anwohnerparkplätze optimiert. Da müssten dann – wie gesagt – die Kartenhersteller nochmal mitspielen und die Erkennung auch seitlich funktionieren.

Tja, diese Aktion war nur für einen Tag gedacht, ob es weitere Tests gibt, werden wir sehen. Aber so richtig Sinn macht die Parkplatzerkennung mit Twitter-Meldung ja auch erst, wenn so gut wie alle Autos mit einem System wie diesem ausgestattet sind und sich untereinander die Informationen “zufunken”. Und das wäre dann auch nicht mehr auf Parkplätze beschränkt, sondern, wenn man nicht mehr in der Innenstadt ist, sondern auf die Landstraße fährt, dann wäre z. B. die Meldung “Glatteis” oder weiteres sinnvoll. Ich bin gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt und sobald etwas zeigbares da ist, werde ich interessiert dabei sein.
Danke an JvM für die Bereitstellung der Fotos.

Hier noch die Berichte meiner geschätzten, mit mir vernetzten Bloggerkollegen:

Und dieser Artikel, der Stuttgarter Zeitung, der eigentlich als Randnotiz gedacht war, hat uns darauf gebracht.

Auto-Diva Nicole Y. Männl: Blogmagazin-Autorin Auto + E-Auto, Gastautorin für namhafte Publikationen, Bloggerin Social-Media und Produkttests. Freiberuflerin bei NY DesignBeratung für Workshops, Konzept und Ausführung sowie Beratung im Bereich Social Web und Blogger-Relations. Moderation + Vorträge. Organisatorin von LearnTank (2012), WP Blogger Hannover (2010-2012), BarCamp Hannover (2008+2011), WebMontag Hannover (2007-2012).


10 Kommentare

  1. B-Klasse twittert freie Parkplätze in Stuttgart – Hintergrund + mehr Info zu @MBTweetFleet http://t.co/VLg9hXQF

  2. Hier habe ich mehr Info und Fotos zu der Parkplatz-Twitter Aktion in Stuttgart zusammengetragen. Würde ich mein… http://t.co/Q0C480hA

  3. B-Klasse twittert freie Parkplätze in Stuttgart – Hintergrund + mehr Info http://t.co/5jFryNz2

  4. B-Klasse twittert freie Parkplätze in Stuttgart – Hintergrund + mehr Info zu @MBTweetFleet http://t.co/VLg9hXQF

  5. Max sagt:

    Am Ende kommt es dann doch so, was scheinbar erstmal keiner will. Die Fahrzeuge wissen untereinander wo andere Fahrzeuge sind. Zumindest im Nahbereich denke ich auch, dass das eine sinnvolle Ergänzung ist.
    Freie Parkplätze, aktuelle Verkehrssituation aus Live-Daten usw. sollten theoretisch für sichere Straßen sorgen, dem Gegenüber steht natürlich immer der Datenschutz und wie und wo diese Daten gesammelt und aufbereitet werden. Aber um Fahrzeuge auch autonom fahren zu lassen, sind sie eben fast unerlässlich.

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